Offizielle Seite des Marjaa Ayatollah Sheikh Mohammad Musa Al-Yaqoobi
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Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Scheich Muhammad al-Yaqoobi
von der Selbsterziehung zur Leitung öffentlicher Angelegenheiten


Scheich Muhammad al-Yaqoobi wurde im Morgengrauen des 9. Septembers 1960 geboren, am gleichen Tag wie der heilige Prophet. Er wuchs inmitten einer religiösen Familie auf, deren Mitglieder in den nobelsten Biographien der Gelehrten, Denker und Redner erwähnt werden, wie sein Vater, Scheich Musa, sein Großvater, Scheich Muham- mad 'Ali, der als Chefredner bezeichnet wurde (Scheich al-khutaba'), sein Großvater mütterlicherseits, Scheich Mahdi, und der Großvater seines Vaters, Scheich Yaqoob, der sein Wissen noch in der gnostischen und ethischen Schule von Scheich Ja`far al-Schuschtari und Scheich Husayn Quli al-Hamadani erhalten hatte.

 

1968 siedelte er mit seinem Vater nach Bagdad um, weil dieser mit dem Märtyrer Seyyid Mahdi al-Hakim zu tun hatte, dem Sohn des höchsten Repräsentanten der Schia, Seyyid Muhsin al-Hakim, der in Bagdad residierte. Scheich Muhammad schloss hier sein Studium 1982 mit dem Grad eines Bachelors im Bauingenieurswesen an der technischen Fakultät an der Universität Bagdad ab.
Nach dem Wehrgesetz wurde Scheich Muhammad zum Militärdienst eingezogen, als der Irak sich gerade im Krieg gegen den Iran befand. Obwohl er an sicherer Stelle fernab der Front eingesetzt war verweigerte er jegliche Dienstbarkeit für das tyrannische Regime und das Tragen der Kampfuniform, um nicht auch nur einen Moment lang Teil dieser aggressiven Organisation zu sein, weil er zur Bewahrung der religiösen Prinzipien erzogen worden war und den Unterdrückern nicht zur Verfügung stand. Dies hatte zur Folge, dass er sich zuhause verstecken musste, obwohl ihm das das Leben hätte kosten können, da die Polizei überall patrouillierte, besonders in Bagdad und die Todesstrafe zu gerne an jedem öffentlich zelebriert hätte, dessen sie als Fahnenflüchtigen habhaft werden konnten.
Nach dem Ende des Krieges zwischen Irak und Iran im Jahre 1988 kehrte Scheich Muhammad nach Najaf zurück und heiratete dort die Tochter des seligen 'Allamah Seyyid Muhsin al-Musawi al-Ghurayfi, der dann 1991 während des (schiitischen) Aufstandes sein Martyrium fand.
Auch Scheich Muhammad nahm an diesem Aufstand 1991 teil und schloss sich den Kämpfern von Najaf an, um die heilige Stadt Kerbela nach den Angriffen der Republikanischen Garde von Saddams Regime zu verteidigen. Danach war Scheich Muhammad gezwungen, mit den entwaffneten Leuten nach Najaf zurückzukehren. Bei dieser Gelegenheit schrieb er einen engagierten Aufruf 'Eilt zum Jihad, ihr Iraker’. Einige Ausschnitte dieser Rede wurden vom al-Thawrah Radio auf dem Gelände des Mausoleums von Imam 'Ali gesendet. Noch bevor die Republikanische Garde Najaf überfielen, hatte der militärische Führer des Aufstandes dem Seyyid Muhammad al-Sadr (dem zweiten Märtyrer al-Sadr) als dem Führer der (islamischen) Revolution die Treue geschworen.
Im Gegenzug bekannte sich Seyyid al-Sadr öffentlich in einer Rede dazu, die er vor den Revolutionären auf dem Gelände des Mausoleums von Imam 'Ali. In der noch verbliebenen Zeit (bis zum Angriff) setzte er fünf Komitees zur Organisation des Aufstandes ein und bestimmte Scheich al-Yaqoobi zum Leiter des Komitees für Medien- und Informationspolitik. Leider wurde Märtyrer al-Sadr schon am nächsten Tage festgesetzt, woraufhin die Komitees aufhörten zu arbeiten.
Im Februar 1992 (Scha'ban 1413 n. H.) erhielt Scheich al-Yaqoobi die Robe der Geistlichen aus der Hand des höchsten Repräsentanten der Schia, dem seligen (Groß-Ayatollah) Seyyid al-Khu'i. Seit damals war Scheich al-Yaqoobi der einzige Unterstützer von Märtyrer al-Sadr II. In diesem Jahre verkündete Märtyrer al-Sadr II seinen (eigenen) offiziellen Rang (als Marja) und überzeugte viele innerhalb wie außerhalb des Seminars (hawzah), dass er der dafür Geeignetste war. Sein Einflussbereich religiöse Autorität wuchs und verbreitete sich. Während all jener Entwicklungsphasen war Scheich al-Yaqoobi die rechte Hand von Märtyrer al-Sadr II, der ihn dafür bei vielen Gelegenheiten lobte und seine Wertschätzung aussprach. Einiges davon findet sich in den Einleitungen zu seinen Werken al-Mushtaqq 'inda al-Usuliyyin (Erforschung der Ableitungen nach Ansicht der Usulisten) and Qanadil al-'Arifin (Leuchten der Erkenntnis). Fünf Monate vor dem Martyrium von Seyyid al-Sadr ernannte er Scheich al-Yaqoobi zum nächsten höchstrangigen Vertreter der Schia (Marja'i-e Taqlid). Diese Ernennung findet sich in einem dokumentierten Beitrag vor den Studenten der Theologischen Al-Sadr Universität, in dessen Verlauf Märtyrer al-Sadr II folgendes erwähnte:
“Ich kann jetzt zuversichtlich feststellen, dass der einzig in Frage kommende Kandidat zur Führung unseres Seminars der geehrte Scheich Muhammad al-Yaqoobi ist, dem es wahrlich zusteht, dieses Seminar nach meinem Abgang zu leiten, wenn die anderen [Ayatollah Sadr II gleichrangigen Gelehrten] (auch) bestätigen, dass er den Grad des Ijtihad erlangt hat.”

Dennoch äußerte sich Scheich Muhammad al-Yaqoobi erst nach dem Zusammenbruch des Regimes von Saddam zu seinem ijtihad, indem er dann eine Reihe seiner Dissertationen veröffentlichte. Einmal geschehen, bestätigten Ayatollah Scheich Muhammad 'Ali al-Karami (dessen ijtihad von Ayatollah Scheich al-Muntazari lizenziert wurde), Ayatollah Scheich Muhammad al-Sadiqi al-Tahrani (dessen ijtihad von Seyyid al-Khu'i lizenziert wurde) und viele andere den Ijtihad von Scheich al-Yaqoobi.

Scheich al-Yaqoobi war stets bei Märtyrer al-Sadr II, bis zu dessen Martyrium im Februar 1999. Er leitete das Totengebet für ihn und seine beiden Söhne (möge Allah sich ihrer erbarmen). Er bestattete sie mit Hilfe einiger weniger gläubiger Brüder inmitten der katastrophalen Umstände, die das Martyrium von Seyyid al-Sadr begleiteten und angesichts der kriminellen Machthaber, die schwer bewaffnet waren. Danach oblag Scheich al-Yaqoobi die Führung der islamischen Bewegung im Irak und den Trägern dieser Bewegung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, von denen die Mehrheit Anhänger von Märtyrer al-Sadr II waren. Nachdem die irakischen Machthaber den Fortgang der politischen Arbeit von Märtyrer al-Sadr gelähmt hatten, musste Scheich al-Yaqoobi zu neuen Maßnahmen greifen, an deren erster Stelle das Freitagsgebet stand. Nach dem Zusammenbruch von Saddams Verbrecherherrschaft war die ganze Welt, aber auch besonders die lange Jahre im Exil gewesenen Iraker erstaunt über die Ausweitung und Aktivität der islamischen Bewegung und den großen Zulauf, dessen sie sich erfreute.
 

2. Teil