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Religiöse Studien
Der Ruf von Sheikh Muhammad al-Yaqoobi auf
den verschiedenen theologischen Gebieten geht auf eine Reihe von
Gründen zurück, zu denen folgende gehören:
1. Schon von frühester Kindheit an zeigte
Sheikh al-Yaqoobi Billianz und bemerkenswerte Scharfsinnigkeit.
Deswegen haben ihn auch die meisten Freunde seines Vaters und
seines ältesten Bruders, besonders der höchste schiitische
Gelehrte, Sayyid Muhsin al-Hakim, zu ihren Unterrichtssitzungen
mitgenommen; deswegen war er schon von frühester Zeit in den
erlauchtesten Kreisen der schiitischen Gelehrsamkeit zuhause.
2. Er wuchs ja inmitten einer religiösen
Familie auf, deren Mitglieder alle belesen waren. Seit seiner Kindheit begleitete er seinen Vater zu
dessen Vorträgen, hörte ihm aufmerksam zu und merkte sich all
die angesprochenen Fragen.
3. Er beendete sein Vordiplom und den
Aufbaustudiengang in al-Karradah al-Scharqiyyah, dem Viertel von
Bagdad, wo die islamische Revolutionsbewegung zuhause war.
Sheikh Muhammad al-Yaqoobi begann seine theologisch-akademische
Laufbahn mit der Teilnahme an den Ferienkursen in Theologie,
die der selige Sayyid 'Ali al-'Alawi in Bagdad eingerichtet
hatte. Ab 1970 studierte er Rechtswissenschaften (Fiqh)
und die arabische Hochgrammatik (Nahw). Dazu las er
Bücher jeder Fachrichtung, die in der Privatbibliothek seines
Vaters zu finden gewesen waren. Als er sich - nach der
Graduierung zum Bauingenieur - zuhause versteckte, waren ihm
diese Werke naturgemäß zugänglicher geworden. Dabei begann er
selbst auch zu schreiben, ohne jemanden zu haben, der dieses
Talent unter diesen bedrängenden Umständen hätte fördern können.
1985 fand sich mit Gottes Hilfe ein Weg für Sheikh al-Yaqoobi,
um mit dem Märtyrer al-Sadr II Kontakt aufzunehmen und auf
mehreren Wegen zu halten. Dieser Kommunikation sind eine ganze
Reihe von Arbeiten zur islamischen Ideologie, Ethik und
Selbstdisziplin zu verdanken, die späterhin in einer Reihe von
Werken unter dem Titel 'Ma lam yunschar min Turath al-Sayyid
al-Schahid al-Sadr al-Thani (Unveröffentliche Werke von
Märtyrer Sayyid al-Sadr II) veröffentlicht wurden. Bis jetzt
wurden dieser Reihe fünf Werke herausgebracht.
Als Gott, der Allgesegnete und Allerhabene, 1988 durch die Einstellung der Kriegshandlungen
Erleichterung zuteil werden ließ, lockerten auch die Herrscher
der irakischen Tyrannei den Druck auf das irakische Volk und
dies gab Sheikh Muhammad die Möglichkeit, sich direkt mit dem
Märtyrer al-Sadr II zu treffen, der ihn dazu ermutigte, sich dem
Seminar anzuschließen. Unmittelbar nach dem gesegneten Aufstand
von 1991 konnte sich dann Sheikh Muhammad dem Seminar
anschließen und die mittleren theologischen Kurse an der
Theologischen Universität von Najaf besuchen, denen der selige
Sayyid Muhammad Kalantar vorstand. Er beendete dieses
Theologiestudium in sehr kurzer Zeit mit umso größerem Fleiß und
sehr viel Sorgfalt. Zur gleichen Zeit, wo er (dann) das
theologische Hauptstudium (Sutuh) begann, widmete er sich
bereits, aufgrund des Zuspruches von Märtyrer al-Sadr II, der
unabhängigen Erforschung (bahth kharij: den höchsten
theologischen Kursen an der Hawzah - Theologisches
Seminar oder Hochschule). Deshalb war er von Schawwal 1414 n.H.
bis zum Märtyrium von Märtyrer al-Sadr II im Dhu’l-Qa'dah 1419
n.H. in dessen Unterricht über die verbalen Grundlagen der
Rechtswissenschaft, nahm am Unterricht
von Ayatollah Sheikh Muhammad Is-haaq al-Fayyadh über die
Handlungsprinzipien der Rechtsprechung zwischen 1417 und 1421
n. H. teil, besuchte den Unterricht von Ayatollah Sayyid Ali
al-Sistani hinsichtlich der islamischen Rechtsprechung von 1415
bis 1420 n. H. und den Unterricht des seligen Märtyrers Mirza Ali
al-Gharawi von 1416 bis 1418 n. H. Die Erkenntnisse aus diesen
Unterrichtungen dokumentierte er.

Märtyrer Sayyid Al-Sadr mit Studenten
Ein Jahr bevor er das Seminar von Najaf besuchte, unterrichtete Sheikh Muhammad al-Yaqoobi
(bereits) die Grundlagen der Rechtswissenschaften (Muqaddimat).
Schrittweise las er die mittleren Stufen (d.h. die
beiden diesbezüglichen Klassiker al-Lum'ah al-Dimaschqiyyah
und Usul al-Fiqh) und dann die fortgeschrittenen
Stufen (d.h. er las die beiden diesbezüglichen Klassiker
al-Makasib und al-Kifayah). Seine akademischer
Unterricht war so erfolgreich, dass viele begabte
Studenten und Lehrer daran teilnahmen, jedenfalls mehr als
einhundert. Darüber hinaus hielt er auch bei verschiedenen
Gelegenheiten Vorträge zur Ethik und zum sozialen Gemeinwesen
zusätzlich zu den beiden
Hauptfächern Rechtswissenschaften und ihre Grundlagen. Diese
Vorträge wurden später übrigens in verschiedenen Werken
veröffentlicht.
Die Führung der islamischen Bewegung und
seine weise, bestimmte und couragierte Verhaltensweise
bei den Detailfragen des politischen (Willensbildungs-) Prozesses
hinderten ihn nicht am weiteren Fortschreiten bei
seinen wissenschaftlichen und intellektuellen Bemühungen, was
sich in Form von Veröffentlichungen, Reden, Stellungnahmen und
Ansprachen äußert, zusätzlich zur regelmäßigen Herausgabe der
Zeitschrift al-Sadiqin durch sein Büro.
Im Scha'ban 1427 n. H. begann Sheikh
al-Yaqoobi mit Vorlesungen für die höchsten Semester auf der
Stufe der unabhängigen Erforschung mit dem abstrakten
Themenschwerpunkt "Beweisangebote zu kontroversen Themen" (Buhuth
Istidlaliyyah fi Masa'il Khilafiyyah,). In dieser Vorlesungsreihe nahm
er sich vor, unter den Gelehrten strittige Themen mit
wissenschaftlichem Tiefgang zu erörtern, um so die Fähigkeiten
der angehenden Gelehrten zur Vollreife zu bringen. Diese
segensreichen Vorlesungen besuchen denn auch mehr als fünfzig
Erlauchte von den vorbildlichen Mentoren (oder Tutoren) und
Studenten der Hawzah.
Bis jetzt hat er dort eine stattliche Zahl
von wichtigen Themen zur Sprache gebracht und die wertvollen
Beiträge seiner eigenen schon zuvor genannten Mentoren und ihrer
Zeitgenossen dazu erörtert, wie Sayyid al-Hakim, Sayyid al-Khu'i
und Märtyrer al-Sadr I. Im Augenblick arbeitet er an der
Herausgabe der anderen Bände seiner Thesen zum praktischen
Vollzug (der islamischen Handlungsweisen), die auch als
Risalah bezeichnet werden und denen er den Titel 'Subul al-Salaam’
(Friedenswege) gab. Die bislang herausgegebenen
Bände seines Risalah sind
Kitab al-Ijtihad wa’l-Taqlid (wie die
religionsgesetzlichen Regeln selbst abgeleitet werden und
wann die ersatzweise Nachahmung einer Autorität erforderlich
wird),
Kitab al-Taharah (wie man die
rituelle Reinheit (wieder)erlangt),
Kitab al-Sawm (wie unter allen
Umständen richtig gefastet wird),
Kitab al-Hajj (wie die Pilgerfahrt zu
vollziehen ist),
und Teile vom Kitab al-Salat (wie
man unter allen Umständen das (Pflicht)Gebet richtig betet).
3. Teil
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