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Arafat-Tag… der Weltverzeihungstag
 

 

In den Vereinten Nationen ist es üblich für wichtige Themen, die die Menschheit betreffen, einen Gedenktag einzurichten. Dieser Tag dient als Jahresrückblick für alle getätigten Bemühungen hinsichtlich dieser Themen. Aus diesem Grunde hat man einen Welt-Aids-Tag, einen Tag der Frauen, einen Tag der Arbeit u. a.

Hierdurch sollen die Menschen auf die Gefahren und ihren Bedeutung aufmerksam gemacht werden. An diesem Erinnerungstag werden alle getroffenen Maßnahmen und dessen Wirkung ausgewertet, verbessert oder Alternativen entwickelt.

Das ist ein gutes unterstützendes Instrument  zur Lösung der menschlichen Probleme und Bedrohungen. Trotz der guten Eigenschaften dieses Instrumentes wird nur die materialistische Seite des Lebens in Betracht gezogen, wobei offensichtlich die geistige Seite vernachlässigt wird. Demzufolge wurde kein Tag von den Vereinten Nationen für Ethik benannt, um die Menschen von dem moralischen Verfall und dessen Problemen zu befreien.

Am Welt-Aids-Tag geben die Vereinten Nationen ihr Versagen zu. Sie haben es nicht geschafft, diese Krankheit sowie ihre Verbreitung zu besiegen oder zu begrenzen. Da es mittlerweile über (20) Millionen Opfer gibt, sind sie zur Einsicht gekommen, dass die Lösung in der moralischen und religiösen Erziehung des Menschen und dessen Bindung an dem allmächtigen Allah liegt.

Also warum wird kein Tag festgesetzt, um die Menschen an die Werte der moralischen und der religiösen Erziehung zu erinnern? Damit könnten die Menschen die wertvolle Erkenntnis über die Wirkung der geistigen Tugendhaftigkeiten spüren, und sich der  wirklichen Beweggründe (Triebe), die den Menschen  zu solch minderwertigen Taten treiben,  bewusst werden.

Die islamischen Führer empfehlen den Menschen, jeden Abend sich Gedanken über ihr alltägliches Handeln zu machen. So heißt es in einer Hadith der Imame (a.s.) „ Wer sich nicht jeden Abend selbst überprüft, der gehört nicht zu uns“. Würde der Mensch sich daran halten, wäre er in der Lage, viele seiner schlechten Taten zu verringern.

Da man sich nicht daran hält, sollte man daher zumindest einen Tag im Jahr auswählen, in dem man seine Taten hinterfragt und bewertet.

Dieser Tag (Tag der Selbstüberprüfung) sollte der 9. von Dhul Hidscha (Tag von Arafat) sein, an dem Millionen Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, und trotzdem keinen Unterschied zwischen Führer und Geführtem, Reich und Arm, Schwarz und Weiß, Ost und West zu spüren ist.

Alle haben dasselbe Ziel, den allmächtigen Allah durch ihre verschiedenen Sprachen für alle ihre vergangenen Taten um Verzeihung zu bitten, und ihn zugleich darum zu bitten, dass er ihnen ein neues Tatenkapitel aufschlägt, und ihnen dabei hilft, dass sie dies lediglich mit guten Taten füllen werden.

Imam Hussein (a.s.) weist in seinem Arafat-Gebet auf die Weltlichkeit dieses Tages hin. Er sagte folgendes: „Zu Dir drängten sich die verschiedenen Stimmen“. Dieser Tag ist nicht nur für Muslime, sondern auch für alle Menschen, die zum gepriesenen, allmächtigen Allah zurückkehren, und ihn um Verzeihung bitten wollen.  

Da Allah auf niemanden angewiesen ist, liegt die Rückkehr zu ihm im Interesse des Menschen, damit der Mensch sich vom u. a. Elend, Not rettet. Aber diese Rückkehr zu Ihm soll als Selbsthilfe für die Betroffenen dienen, damit sie sich am Tag des Jüngsten Gericht retten; Allah sagt im Heiligen Quran (20/124-126) 124. "Wer sich jedoch von meiner Ermahnung abkehrt, dem wird ein Leben im Drangsal sein, und am Tage der Auferstehung werden Wir ihn blind auferwecken." 125. Er wird sprechen: "Mein Herr, warum hast Du mich blind auferweckt, obwohl ich (vordem) sehen konnte?" 126. Er wird sprechen: "So sind ja Unsere Zeichen zu dir gekommen und du hast sie missachtet; so wirst du nun heute missachtet werden."

Alle Menschen, die das Gute für sich wollen, sollten ihre Stimmen mit denen der Millionen, die sich am Berge der Barmherzigkeit in Arafat zusammenkommen, vereinen. In einer Hadith  heißt es: „die Bittgebete in der Zeit der Pilgerfahrt werden erhört''.

Von Imam Al Baqir (a. s.) wurde überliefert, dass von jedem Menschen, ob  gut oder schlecht, wenn er an diesem Berg steht und bittet, die Bittgebete erhört werden. Dem guten Menschen werden die Bittgebete in dieser und jener Welt erhört und dem schlechten nur in dieser Welt.

Also wenn wir unsere Bittgebete und Bitten mit denen der Pilgerfahrer vereinen, dann werden diese vom Allah als Ganzes erhört. Gewiss Allah ist großzügig und wird deswegen nichts teilweise ablehnen oder annehmen. Die Völker dieser Welt schlechthin brauchen die Rückkehr zu dem Fundament, denn nur bei diesem Fundament können sie sich vereinen.

Dieses Fundament ist der erhabene Allah. Da er der Schöpfer aller ist, werden sie bei ihm Liebe, Barmherzigkeit, Verzeihung und Vergebung finden. Durch diese Rückkehr erhöht sich die Stellung des Menschen; er befreit sich von  Instinkten wie Egoismus, der zu Konflikten und Problemen führt, und dadurch zu einem bedrückenden Leben.  „Sprich: Ich mahne euch nur an eines: dass ihr vor Allah hintretet zu zweit oder einzeln und dann nachdenket." (Quran 34/46). „Warum war da kein Volk, außer dem Volke Jonas das so glauben mochte, dass ihnen ihr Glaube gefruchtet hätte? Als sie glaubten, da nahmen Wir die Strafe der Schande von ihnen hinweg in diesem Leben und versorgten sie für eine Zeitlang“ (Quran10/98).

Aber wir, die Anhänger der Ahlulbait (Familie des Propheten) (s.a.w.s.), haben hinreichende Darlegungen, was uns ausreichen würde, wie z.B. Dua Imam Hussein (a.s.) am Arafat-Tag, die wir im Buche Mafatih al-Jinan finden, oder Dua Imam Al Sajjad (a.s.) für Arafat-Tag, Dua Al Tawba, oder Dua Makarem al-Akhlaq, die sich alle in der Sahifa Alsajadiya befinden.

Unsere Gnostiker erlangten ihre Kenntnisse über die Wichtigkeit von Arafat durch das Bittgebet von Imam Hussein (a.s.). Dies ist nicht erstaunlich. Er ist Herr der Wissenden und Sohn von Imam Ali (a.s.), Herr aller wissenden Gnostiker. So beschreibt ihn ein Freund: „Als wir am Arafat-Abend bei Imam Hussein (a.s.) waren, kam er aus seinem Zelt zu uns raus. In einer nachdenklichen und demütigenden Haltung ging er Schritt für Schritt mit einigen seiner Familienmitglieder, Freunden und Anhängern Richtung Arafat-Berg. Da blieb er stehen und richtete sich nach Mekka, hob die Hände vors Gesicht, so wie ein Bettler, der nach einer Mahlzeit betteln will, und fing an zu beten: "Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen, … und so fuhr er fort mit dem Lobpreisen Allahs bis er folgendes sagte:„Allah lass mich dich fürchten, als ob ich dich wahrlich sehe; lass meine Gottesfurcht mich glücklich machen und prüfe mich nicht durch Ungehorsamkeit" und er sagte auch: „Mein Allah mach uns in dieser Zeit zu denjenigen, die dich gefragt haben und denen du gegeben hast, und dir es gedankt haben und Du dann noch mehr gewährt hast und dich um Verzeihung gebeten haben und du es akzeptiert hast, und sich zu dir aus deren Sünden versöhnt und du hast es ihnen verziehen, oh gelobt sei es du erhabener Allah." Weiter spricht er zu Allah: „Wie soll einer dich beweisen, wenn er selber für seine Wirklichkeit dich benötigt? Wann bist du abwesend gewesen, damit wir einen Beweis für deine Existenz benötigen? Wann warst du weit, damit wir Spuren zu dir brauchen? Ein blindes Auge ist es, das dich nicht sieht, das du es beobachtest. Verloren seien die, denen du nicht ein Teil von deiner Liebe gewährst''.

Damit sollten wir uns dem gepriesenen Allah zuwenden, tiefgründig und genau, einzeln oder in Gruppen, in den Moscheen, Häusern oder durch die Lautsprecher der Minarette. Wer nicht in der Nähe einer Moschee wohnt, sollte auf seinem Dach einen Lautsprecher installieren, um das Ereignis zu erleben, damit Allah aus allen Bereichen der Erde sieht, wie die bittenden Stimmen zu Ihm, dem Allmächtigen hervordringen, um noch mehr aus seinem Erbarmen und Barmherzigkeit zu schöpfen; hierdurch werden die Menschen von ihren Irrwegen und Ahnungs- und Rücksichtslosigkeiten gerettet.

Infolgedessen kann der Mensch für seine vergangenen Taten um Verzeihung bitten und beschließt, diese nie wieder zu tun und bemüht sich zugleich, alles was falsch gemacht worden ist, zu korrigieren und noch mehr gute Taten zu entrichten und dadurch die Schieflage, die durch seine schlechten Taten verursacht wurde, wieder in Ordnung zu bringen. Das ist der richtige Weg der Reue, den wir vom Imam Ali (a. s.) gelernt haben.

In dem Buch Nahj AL-Balagha, wird folgendes überliefert: Es war ein Mann, der in Gegenwart vom Imam Ali (a.s.) sagte: „Allah Verzeih mir.'' Da fragte Imam Ali (a.s.): „Weißt du was Verzeihung bedeutet? Verzeihung ist die höchste Stufe. Es ist ein Begriff der sechs Bedeutungen hat. Erstens die Reue auf das Vergangene;   zweites der Wille, das (das Vergangene) nie wieder zu tun; drittens das Recht wieder an denjenigen zurückzugeben, so dass du vor Allah so treten kannst, ohne dass jemand sein Recht von dir verlang;, viertens jedes Gebot Allahs, das du nicht erfüllt hast, wieder nachzuholen; fünftens alles was an Leibesfülle an dir durch nicht rechtsmäßigen Verdienst haftet, durch Trauer abzubauen, so dass deine Haut auf deine Knochen klebt und wieder neue Fülle entsteht; sechstens lass deinen Körper den Schmerz der Gehorsamkeit spüren  so wie du die Süße der Sünde erlebt hast,  und erst ab da kannst du sagen:  ''Allah Verzeih mir."

Die Versammlung der Menschen an  verschiedenen Orten der Welt, um Bittgebete vorzutragen und Allah um Verzeihung zu bitten, ist keine neue Erfindung von uns, sondern Allahs Wille, daher wurde vom Imam Al Sadiq (a.s.) folgendes überliefert: “Am Tag von Arafat versammeln sich die Menschen in verschiedenen Orten ohne Imame, um zum Allah zu beten, gepriesen sei Er.“

Ihr solltet auch für eure Brüder bitten sowie für diejenigen die nichts haben, oder Probleme haben oder misshandelt wurden. Ein Freund der Imame (a.s.) berichtetet: „Ich habe Abdallah Ibn Jundub am Arafat seine Hände zum Himmel gestreckt und seine Tränen auf seine Wangen bis sie zum Boden fließen sehen; als die Menschen gingen, sagte ich: '' oh Abu Mohammad, ich habe keinen auf dieser Weise, so wie du, beten sehen'',  da sagte er:'' Bei Allah ich habe nur für meine Brüder gebetet, da Imam Abu Al-Hassan Musa Ibn Jafar (a.s.) mir erzählte : Wer für seine nicht anwesenden Brüder betet, wird ihn aus dem Turm der Macht gerufen, du bekommst das hunderttausendfache (an Belohnung) für dich; so habe ich gedacht, dass es besser ist, für andere zu beten, und damit die hunderttausendfache Belohnung zu bekommen, als  ein einzige Gebet (Pflichtgebet) zu errichten, wovon ich nicht weiß, ob es akzeptiert wird oder nicht''.

Der Arafattag ist vor dem eigentlichen Eid (Feiertag). Das Wort Eid entstammt vom Wort Rückkehr, und es bedeutet die Rückkehr zu dem großzügigen Allah, sowie auch die Rückkehr des großzügigen Allah mit der Gnade und segenreichen Gaben, die für seine Diener nie enden wird. Für diesen wertvollen Austausch muss vorerst eine Vorbereitung stattfinden.

Wer ein Land bepflanzen will muss es erstmal von Steinen und Abfall säubern und dann kann dieses Land  erst mit den entsprechenden Pflanzen bestückt werden. So ist es auch mit  dem Herzen  und der Seele des Menschen. Diese müssen auch erst von den schlechten Trieben gereinigt und gesäubert werden und die Verkündung der Reue am Tag Arafat wie bereit erwähnt empfinden, damit sie einen sauberen Ort haben um die Gaben Allahs am Eid (Opferfest) zu empfangen.

"O die ihr glaubt, antwortet Allah und dem Gesandten, wenn er euch ruft, auf dass er euch Leben gebe, und wisset, dass Allah zwischen einem Menschen und seinem Herz tritt, und dass zu Ihm ihr werdet versammelt werden." (Quran 8/25)

Er sprach: "O mein Volk, saget an: wenn ich einen deutlichen Beweis habe von meinem Herrn, und Er hat mir eine schöne Versorgung von Sich aus bereitet (was für eine Antwort wollt ihr Allah geben)? Und ich möchte nicht gegen euch eben das tun, was ich euch zu unterlassen bitte. Ich will nur Besserung, soweit ich kann. Es ist keine Macht in mir als durch Allah. Auf Ihn vertraue ich und zu Ihm wende ich mich." (Quran 11/89).

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