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Ein Brief an die Emigranten


 

Seine Eminenz, Scheich Mohammad Al-Yaqoobi, hat einen irakischen Bruder, welcher in den USA lebt, empfangen. Durch diesen Bruder hat seine Eminenz eine Video- und Audioansprache für alle Emigranten gehalten. In dieser Ansprache hat seine Eminenz einige Richtlinien für alle Emigranten festgelegt:

1. Seine Eminenz empfiehlt den Emigranten, sich sowie ihre Familienangehörige moralisch und ideologisch zu stärken, in der Weise, dass sie ihre Religion und ihre moralischen Werte beibehalten. Dies erfolgt durch das Lesen islamischer Bücher, die Teilnahme an religiösen Unterrichten und das Hören islamischer Vorlesungen.

2. Die Emigranten sollen mit ihren Brüdern sowie mit den Bürgern der Länder, wo sie leben, kommunizieren, und ihre wirtschaftlichen, kulturellen sowie religiösen Pläne unterstützen. Sie sollen sich auch für ihre privaten sowie allgemeinen Angelegenheiten kümmern. Es gibt ja mehrere Vorteile, wenn man seinen Bruder-in-Religion erwähnt oder an ihn denkt. Diese Sachen unterstützen auch das Gefühl der Zugehörigkeit zu ihrem Vaterland und zu ihrer Identität.

3. Emigranten wird nahegelegt, innerhalb dieser enorm großen Gemeinschaften, in denen es vor Korruption und Unehrlichkeit nur so wimmelt, sich zu sozialen Gruppierungen zusammenzuschließen, durch Gründung von Gemeinden, die sich durch die Bindung an deren jeweiligen Religion oder Tradition auszeichnen.

Das Schaffen solch einer spirituellen Atmosphäre trägt dazu bei, die islamische sowie die nationale Identität zu bewahren. Solche Versammlungen tragen zur Beibehaltung islamischer, sozialer Zeremonien wie z. B. Hochzeitsfeier, Trauerzeremonien, Veranstaltung religiöser Rituelle u. s. w.

4. Ich empfehle den Emigranten dringend, das Gesicht des wahren Islam zu vermitteln, nämlich dadurch, dass sie die Anweisungen und die moralischen Werte der Ahlulbait (die Familie des Propheten) vertreten. Sobald sich die Emigranten so verhalten würden, würden die Mitbürger sofortige positive Reaktionen zeigen. Folgende Ayah im Quran bestätigt dies:

"Du wirst sicher finden, dass unter den Menschen diejenigen, die denjenigen, die überzeugt sind, am stärksten Feindschaft zeigen, die Juden und die Polytheisten sind. Und du wirst sicher finden, dass unter ihnen diejenigen, die denjenigen die überzeugt sind, in Liebe am nächsten stehen, die sind, welche sagen: Wir sind Christen. Dies deshalb, weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie nicht hochmütig sind." (Quran 5/82).

Das Rezitieren solcher quranischen Verse hat auch dann seine positiven Einflüsse, wenn die Hörer kein Arabisch kennen. Diesbezüglich erwähnt Seyyed Qutub in seinem Buch ''Im Schatten des Quran'', dass er eines Tages ein Freitagsgebet in einem Schiff, welches Richtung USA fuhr, geführt hat.

Nachdem er fertig war, kam eine jugoslawische Frau zu ihm, und sagte, dass seine Worte sie tief beeinflusst haben, obwohl sie kein Arabisch kannte. Sie meinte darüber hinaus, dass sie einige Stellen in seiner Predigt besonders mochte. Da hat Seyyed Qutub verstanden, dass die Frau die quranischen Verse, die er in seiner Predigt erwähnte, meinte.

Anlässlich der Emigration des Heiligen Propheten, welche in diesen Tagen zusammenfällt, möchte ich einige Lehren erwähnen, die eventuell Wirkung auf die Persönlichkeit der Emigranten haben könnten. Als der Prophet eine Armee führte, warf einer seiner Freunde einen Stein auf eine Katze. Als der Prophet dies sah, sagte er dem Freund: "Bereite dich vor, dass du im Jenseits für diese deine Tat belangt wirst."

In einem anderen Fall hat der Heilige Prophet  eines Tages bemerkt, dass ein Vogel die Armee verfolgt und in der Luft schwebt. Als er fragte, warum sich dieser Vogel so verhält, hatte er die Antwort bekommen, dass einer des Prophetensoldaten dem Vogel seines Junges vom Nest wegnahm. Dieser Vogel, der die Armee verfolgt, ist die Mutter; sie konnte es nicht ertragen zu sehen, wie man ihr den Jungvogel wegnahm.

Die Reaktion des Propheten kam sofort. Er hielt die Armee auf, und befahl dem Soldaten, den Jungvogel wieder in sein Nest zurückzubringen.

Da sagte der Prophet seinen Kameraden: "Allah ist barmherziger zu seinen Dienern als dieser Vogel zu seinem Jungvogel."

Das Werben für eine Religion, führt seine Eminenz fort, sollte auf bestimmten Techniken und Erklärungsweisen basieren. Eine effektive, akzeptable Erklärungsweise kann man anhand folgender Erzählung, welche uns einer unserer in Irland lebenden, tugendhaften Bruder mitteilte, verstehen. Er sagt: '' Ein muslimischer Prediger hat versucht dem Publikum zu erklären, warum sich Imam Hussein aufopferte, und zum Märtyrer wurde. Er sagt, dass Yazid, der Regent, Wein trank, Ehebrüche beging und Musik spielte.

Den Anwesenden, welche autochthonen Bürger des Landes sind, haben kein Problem damit, denn einige dieser Gewohnheiten sind persönliche Vergnügenssachen, wonach sie selbst oft begehen.'' Aber als ein Versuch die Sache klarzustellen hat sich der Mann, der mir dies erzählte, eingemischt und erläuterte, dass  letzterer ein tyrannischer Diktator war, welcher das Vermögen seines Landes zugunsten seines privaten Vergnügen verschwendete, und die Freiheiten seines Volkes unterdrückte. Darüber hinaus pflegte Yazid seine Opponenten zu ermorden und andere Unschuldige ohne gerichtliches Verfahren festzunehmen.

Erst nachdem, als das Publikum dies hörte, wurde es mit Imam Hussein sympathisch. Natürlich der Prediger war nicht unehrlich, als er seine Gründe führte, aber das Problem liegt darin, dass er Gründe nannte, die der Kultur jener Hörer üblich sind.

5. Es ist eine Aufgabe der Emigranten, dass sie die Leute in der  Welt über  die aktuellen Geschehnisse in ihren Heimatländern  aufklären, damit die Menschen sich dann eine genaue Vorstellung über solche Geschehnisse machen können. Dadurch können wir mehr an internationalen Druck gegenüber den tyrannischen Mächten gewinnen, was in unserem Interesse und Vorteil liegt. In Wahrheit spielen die Massenmedien heutigentags auch eine entscheidende Rolle in der negativen und der positiven Steuerung der internationalen Beschlüsse.

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