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Das Heil und die Erlösung liegen in der
Rückkehr zu Gott

Ich suche den Schutz Gottes vor dem
verfluchten Satan.
Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen
Eine der unbestreitbaren Wahrheiten, die
Gott, der Gesegnete und Allmächtige, im heiligen Quran offenbart
hat, um sie in die Herzen der Gläubigen verwurzeln zu lassen,
ist die, dass welches Leid, welche Drangsal, welches Elend,
welche Not oder welches Problem auch immer sie befällt, dies nur
die Folge ihrer falschen Handlungsweisen ist. Der heilige Quran
verkündet dies so:
"Und was euch an Unglück treffen mag, es erfolgt wegen dem, was
eure Hände gewirkt haben. Und vieles davon vergibt Er."
(42:30)
"So ereilten sie die bösen Folgen ihres Tuns, und das, was sie
zu verhöhnen pflegten, umschloss sie von allen Seiten."
(16:34)
"Was dich an Gutem trifft, kommt von Allah, und was dich an
Schlimmem trifft, kommt von dir selbst." (4:79)
Bei einer Gelegenheit machte Gott der Allmächtige die Gefährten
des heiligen Propheten direkt darauf aufmerksam, dass der Grund
für ihre Niederlage bei ihrem Zusammenstoß mit den ungläubigen
Quraysch in der Schlacht von Uhud ihr Mangel an Selbstdisziplin
war. Das war der wahre Grund für ihre Niederlage - es gab keinen
anderen. So sagt es der heilige Quran:
"Wahrlich, diejenigen von euch, welche am Tage des
Zusammenstoßes der beiden Scharen den Rücken kehrten - nur Satan
war die Ursache für ihr Fehlverhalten, wegen etwas Bösem, was
sie getan." (3:155)
Inzwischen hat uns Gott der Allmächtige den Ausweg gezeigt und
uns den Weg gewiesen, wie solche Leiden zu vermeiden sind.
Dieser Ausweg ist unsere Rückkehr zu Ihm - Ihn anzuflehen, Ihn
zu ersuchen und unsere Herzen von jeglichem Groll, jeder
Boshaftigkeit und solchen Lastern wie Selbstdünkel, Hass und
Egoismus zu reinigen. Dies erläutert der Allmächtige im heiligen
Quran:
"Hätten aber die Bewohner der Städte geglaubt und wären sie
gottesfürchtig gewesen, so hätten Wir ihnen ganz gewiss die
Segnungen von Himmel und Erde eröffnet. Doch sie leugneten die
Wahrheit; also erfassten Wir sie um dessentwillen, was sie
begangen hatten. Waren sich die Bewohner der Städte denn sicher,
dass Unsere Strafe nicht zur Nachtzeit über sie kommt, während
sie noch schliefen? Oder waren die Bewohner der Städte sonst
sicher vor ihrem Kommen mitten im hellsten Tageslicht, während
sie sorglos herumalberten? Waren sie da etwa sicher vor dem
Plane Allahs? Aber niemand kann sich vor dem Plane Allahs sicher
fühlen, außer denen, die dem Untergang geweiht sind. Ist das
nicht für jene, die die Erde von ihren (früheren) Bewohnern
geerbt haben, ausreichende Rechtweisung, dass Wir sie auch, wenn
Wir wollten, für ihre Sünden bestrafen können und ihre
(zugleich) ihre Herzen versiegeln könnten, so dass sie nicht
(einmal mehr [diese Warnung]) hören könnten?" (7:96-100)
Hinsichtlich der muslimischen Gemeinschaft trifft sie der Zorn
Gottes, des Allmächtigen, nicht in Form von Entwurzelung und
Ausrottung, was den anderen Nationen vor ihnen zugefügt wurde,
weil der Allmächtige diese Gemeinschaft vor solch einer Strafe
aus dem Segen heraus bewahrt hat, den Er dem heiligen Propheten
gewährt hatte. Trotzdem ist auch diese Gemeinschaft nicht von
anderen Bestrafungsweisen und Züchtigungen ausgenommen, wenn
ihre Mitglieder unrechtmäßig handeln, wie man an Ernteeinbußen,
dem anhaltenden Aufruhr und fortwährenden Kriegshandlungen
sieht, die sie sich gegenseitig antun, wobei sie von den anderen
auch noch darin unterstützt werden. All diesem Unheil (w.
Bestrafungen) sieht sich diese Gemeinschaft [im Irak ja
tagtäglich] ausgesetzt - und deshalb flehen wir um den Schutz
des Allmächtigen vor jeglicher Bestrafung, denn der Allmächtige
hat im heiligen Quran gesagt:
"... und wer Allah fürchtet, dem verschafft Er immer einen
Ausweg und versorgt ihn aus Quellen, die er sich nicht
vorstellen kann..." (65:2-3)
Und der Allmächtige lässt auch jene nicht unerwähnt, die in
ihrem ignoranten Irrtume bleiben (w. herumzappeln) und vom Pfad
der Wahrheit abkommen:
"Sprich: ‚Ich mahne euch nur eines an: dass ihr zu Allah tretet
- zu zweien oder einzeln. Dann werdet euch darüber klar (geht in
euch)..." (34:46)
Das bedeutet, dass ihr eure Aufmerksamkeit auf euch selbst
lenken solltet und zu Gott, dem Gesegneten und Erhabenen,
einzeln oder in Gruppen, zurückkehrt.. Dazu sollte man
inbrünstig zu Ihm beten und Ihn um Seine Hilfe bitten. Dennoch
sollten solche inbrünstigen Gebete nicht nur Notfällen
vorbehalten sein, wenn man sich in auswegloser Lage
wiederfindet, wo es niemanden gibt außer dem Allmächtigen - der
Mensch soll Gottes in allen Umständen gedenken, um Seine Hilfe
bitten und Ihn um Erfolg, um die Standhaftigkeit im Glauben, um
Mehrung der guten Taten und um jegliche Unterstützung anflehen.
Schaut, wie der Allmächtige über den Zustand jener spricht, die
sich nur dann an Ihn wenden, wenn sie von einer Prüfung oder
einem Elend heimgesucht werden, wie etwa bei einem Seeunglück:
"Und wenn sie ein Schiff besteigen, dann rufen sie Allah an -
aus reinstem Glauben heraus, und nur Ihn. Bringt Er sie dann
aber heil ans Land, siehe, dann gilt ein Teil ihrer Anbetung
anderen." (29:65)
Natürlich spricht der Allmächtige in diesem Vers nicht den
offenkundigen Götzendienst oder gleichwertiges an, denn Er hat
ja darauf hingewiesen, dass sie Ihn aufrichtig angerufen; nein,
es ist der verborgene Götzendienst gemeint, der für die Abkehr
von Gott steht, für die Hinwendung zu anderem als Ihn!
Gott der Allmächtige prägt ein anderes Gleichnis mit den
Zeitgenossen des Propheten Jonahs (a), die von einer so kurz
bevorstehenden göttlichen Züchtigung bedroht waren, dass ihr
Prophet unzweifelhaft davon überzeugt war, dass sie bestraft
würden und sie keine einzige Möglichkeit mehr hätten, davon
befreit zu werden. Deshalb verließ er die
Stadt. Als sie sich jedoch wieder Gott
dem Allmächtigen zuwandten und Ihn gruppenweise um Hilfe
anflehten und Ihn baten, die Strafe von ihnen zu nehmen, erhörte
sie Gott und erlöste sie. So heißt es im
heiligen Quran
„Gab es denn kein anderes verwarntes Volk außer dem Volke
Jonas`, das glaubte, so dass ihnen ihr Glaube genutzt hätte? Als
sie (Gottes) gewiss waren, nahmen Wir von ihnen die schändliche
Strafe des Diesseits hinfort und ließen sie ihr Leben (noch)
eine bestimmte Zeit lang genießen." (10:98)
Nun gilt aber unabänderlich, dass diese Verbindung zu Gott dem
Allmächtigen nicht anders zur Vollendung gelangt oder
erfolgreich aufleben wird, außer durch
Aufrechterhaltung/Beachtung der göttlicherseits vorgeschriebenen
Loyalität (wilayah) gegenüber den Ahlul-Bayt (der makellosen
Familie des heiligen Gesandten Gottes), die Er zu Mitteln der
Rechtleitung (wie zum Mittel Seines Erhörens der Gebete) bestimmt
hat, was sich (auch) dadurch zeigt, dass man sie sich ins
Bewusstsein ruft, ihretwegen Gedenkveranstaltungen abhält und den
bestehenden (eigentlich: gegenwärtigen; nicht: erhebenden) Imam
(den erwarteten Mahdi) um Fürsprache bittet. Dies zeigt uns der
heilige Quran:
„Und dem, der sich jedoch von Meiner Ermahnung abkehrt,
wird ein Leben in Drangsal beschieden sein, und zur Versammlung
am Tag der Auferstehung wird er blind gebracht werden."
(20:124)
Nach den von den heiligen Imamen überlieferten Aussagen steht
‘Gottesgedenken' (bzw. Ermahnung Gottes)
(im Quran an dieser Stelle) für die
von Gott vorgeschriebene Loyalität gegenüber Ahlul-Bayt;
weswegen derjenige, der sich nicht an sie hält, ein mühevolles
Leben in Drangsal führen wird und das ist immer ein elendiges
Leben ohne spirituelle Versorgung.
So hat uns Imam Al Hadi (10), der Friede sei mit ihm, gesagt,
dass wann immer uns die Wechselfälle des Schicksals ergreifen,
wir uns mit dem Bittgebete an Allah den Allmächtigen wenden
sollen, welches mit folgender Aussage beginnt:
Bei Ihm, durch Den die Verhaftung mit den Verabscheuten
aufgelöst wird (w. die Knoten der Verabscheuten gelöst werden)!
Dieses Dua, auch bekannt als Du‘a'
Al-Amn (Bittgebet um Sicherheit) ist
eine Anrufung Gottes aus den überlieferten Bittgebeten
(Sahifah al-Sajjadiyyah) von Imam Ali ibn al-Hussein al-Sajjad (4), auch
zu finden in unserer berühmten Gebetssammlung Mafatih Al-Jinan.
So lehrt uns Allah der Allmächtige - und so erhalten wir von den
heiligen Imamen von den Ahlul-Bayt die spirituelle Erziehung. Wohin
haben uns diese Lehren und die Erziehung gebracht, die dazu
gedacht sind, uns Fortschritt zu ermöglichen und uns zur
Glückseligkeit führen sollen?
Ich möchte dabei gar nicht den erlangten Grad an Glaubensstärke
in Abrede stellen, der bei der gegenwärtigen Generation deutlich
zu sehen ist, was unsere Feinde auf Grund dieser göttlichen Gnade
verblüfft und ihre verderblichen Anschläge gegen uns fehlgehen
ließ. Ich muss aber ehrlicherweise feststellen, dass dieser hohe
Grad an Glaubensgewissheit in den meisten Fällen
unglücklicherweise nicht mehr als emotionale Glut und
überschwängliche Glaubenswärme ist, die doch so wenig (w.
überhaupt nicht) auf fundiertem Bewusstsein noch auf
verinnerlichter Herzens- und Geisteserziehung beruhen. Die
unausbleibliche Folge davon ist, dass dieser Überschwang solange
wertlos ist, was Gott verhüten möge, bis wir ihn mit solchen
Elementen verstärken, die ihn auf dem rechten Pfade halten. Denn
wenn dies nicht gelingt, wie können wir dann die aktuellen
Lügenkampagnen gegen die Gläubigen widerlegen (rechtfertigen), die sie fälschlicherweise solcher Dinge bezichtigen, die sie
weder gesagt noch getan haben und sie nur verleumden?
Darüber hinaus scheint es zur Zeit so zu sein, dass die Mehrheit
der ungebildeten Leute nichts anderes zu tun hat, als die
Gelehrten und eigentlichen Autoritäten zu verunglimpfen, zu
schmähen und zu kritisieren. Ich verstehe zwar nicht, wie diese
Leuten dazu kamen, die Obhut (Aufsicht, Verantwortung) über die
anderen zu übernehmen, aufgrund dessen sie nun die
Taten der eigentlichen Autoritäten und Denker überprüfen. Kennen
sie denn nicht die Aussage des heiligen Propheten (s):
“Das Heiligtum (der Schutz, die Würde) des
Gläubigen ist schutzbedürftiger (in diesem Sinne
unverletzbarer) als die Unversehrtheit (das Heiligtum) der Ka‘bah?"
Das bedeutet doch, dass einen Gläubigen zu entehren,
seine oder ihre Würde anzugreifen und ihn oder sie zu verleumden
schlimmer ist, als die Ka'bah oder die Mausoleen der heiligen
Imame anzugreifen - der Friede sei auf ihnen allen - und die
Scheußlichkeit solcher üblen Machenschaften steht wohl für
jedermann ganz außer Zweifel.
Haben die Gläubigen jemals diese große Sünde bedacht, worin sie
sich so eifrig betätigen? Leider ist ihnen gerade jetzt die
ganze Tragweite dieser Sünden nicht bewusst, doch wenn ihnen ihr
Zeugnis vorgehalten wird, werden sie es sicher bereuen - wenn
sie zur Abrechnung in Gegenwart des All-Gerechten Herrn
angehalten werden:
„(Wahrlich, du warst dessen ahnungslos gewesen;) nun haben Wir
deine Bedeckung von dir entfernt und (so ist) dein Blick heute
durchdringend (klarsichtig)." (50:22)
Haben sie sich jemals an der Gewalt gestört, die gegen die
Heiligtümer der Gläubigen gerichtet war? Oder waren sie im
Gegenteil selber an dieser furchtbaren Sünde beteiligt und haben
den gleichen Becher (Hass) bis zur Neige ausgetrunken? Leider
haben manche Freitagsprediger alle Grenzen überschritten und
ihre Vertrauenspositionen dazu benutzt, andere zu verunglimpfen,
sich an Streitereien zu beteiligen, vertrauliche Dinge
offenzulegen und einige Gelehrte zu missbilligen, wo doch der
heilige Imam sagt:
“O Allah, dies ist das Amt (w. die
Position; Stufe) Deiner Diener und Deiner Stellvertreter.”
Auch der Pionier der islamischen Bewegung im Irak, unser
Märtyrer Sayyid Muhammad Baqir Al Sadr, beklagte diesen Mangel
in der Erziehung derjenigen, die im Islam öffentlich auftreten (bzw.
die auf dem Gebiet islamischer Sozialarbeit tätig sind), mit
Blick auf diese Unvollkommenheit: "Wir können
die anderen nur auf halbem Wege erziehen."
Diesen bekannten Ausspruch hat Märtyrer Sayyid Muhammad al-Sadr
II so kommentiert: "Er hat nicht gesagt, dass wir sie bis zum
Ende des Weges erziehen können, denn wenn er das gesagt hätte,
dann würden diese schlimmen Folgen nie eingetreten sein. Wenn
die religiösen Persönlichkeiten sich zuallererst selbst vor den
anderen diszipliniert und die Punkte, die die Reinigung des Nafs
ausmachen, nämlich Herzenserleuchtung, wahre Aufrichtigkeit,
Willenskraft und bewusste Selbstzucht auf sich angewendet hätten,
dann würden sie nie unter dem gelitten haben, worunter sie
litten, und höchstwahrscheinlich hätten sie nicht all jene
Widerwärtigkeiten gewärtigen müssen, die gemäß der göttlichen
Vorsehung (Weisheit) über sie ausgegossen wurden. Leider
bestätigte sich an ihnen folgende Aussage des heiligen Qurans:
"Und
wenn ihr euch abwendet, wird Er ein anderes Volk an eure Stelle
setzen, dass euch dann nicht gleichen wird (also sich nicht so
verhalten wird wie ihr)." (47:38)
Jedenfalls gibt es von solchen vollkommenen, tugendhaften und
hochqualifizierten Persönlichkeiten nur sehr wenige - und noch
dazu viel zu wenige!
Brüder und Schwestern, möge euch Allah alle mit mehr Einsicht
segnen:
Vor allem und jedem anderen müssen wir den Satan in uns selbst
bekämpfen, da wir alle dafür empfänglich sind und zu leicht
missbraucht werden können. Und egal, wie stark all die Teufel in
menschlicher Gestalt oder in verborgener Art sein mögen, sie
sind immer noch weniger mächtig als das Ego, dem größten Feinde,
der durch eine prophetische Aussage wie folgt charakterisiert
ist:
“Der übelste all eurer Feinde ist euer eigenes Ich,
dass
zwischen euren beiden Äußersten (Extremen, Gegensätzen) liegt.”
Es ist eine Tatsache, dass alle Teufel nichts anderes sind als die
Ergebnisse (Früchte) dieses teuflischen inneren Selbst, ohne
das - wenn wir an seiner unbedingten Disziplinierung arbeiten -
keiner der anderen Teufelsarten jemals irgendeine Wirkung auf
uns entfalten lassen kann! Infolgedessen hat der heilige Prophet
die ernsthafteste Bemühung in Bezug auf sich selbst (oder: auf
sein Selbst), die Kunst der Selbstbekämpfung bzw.
Selbstbeherrschung, als den größten Dschihad bezeichnet.
Schon dies lässt ganz klar werden, dass der Feind, den wir bei
diesem Kampfe erblicken, der gefährlichste aller Feinde sein
muss!
Konsequenter Weise wurde der Kampf gegen alle anderen Feinde,
egal wie tyrannisch sie sein mögen, vom heiligen Propheten - der
Friede sei mit ihm und seiner Familie - als der kleinere Dschihad
bezeichnet.
Somit wird unser wahrer Sieg darin bestehen, wenn wir in der
Lage sind, unsere persönlichen Launen und Egoismus zu
beherrschen und zu zerschmettern, jeglichen Groll, Hass,
Böswilligkeit, Neigung zu jeglicher weltlicher Vergnügung, wovon
die gefährlichste die Anhaftung an Macht, Bedeutung und
Überlegenheit ist, die Sehnsucht nach Begeisterung, Bestätigung
und Zustimmung durch die versammelten Massen, Neid, Arroganz, Eigendünkel (Einbildung),
Angeberei, Überheblichkeit (Hoffart, Hochmut), Wichtigtuerei und
all jene Untugenden aus unseren Herzen zu entfernen und unsere
Herzen dagegen mit Liebe, Barmherzigkeit, Milde, Nachsicht,
Vergebung, gegenseitiger Zuneigung, Geduld, Ruhe und solchen
Tugenden reichlich aufzufüllen. Das sind die Lehren der Ahlul-Bayt, und so verläuft auch ihre Erziehung: durch unsere ganze
Geschichte hindurch war es immer so, dass wann immer die Anhänger
der heiligen Imame glaubten, dass nun die Zeit für sie gekommen
sei, an die Macht zu kommen und es so schien, als bestünde auch
gerade die beste Gelegenheit dazu - haben die Imame sie in
Erstaunen versetzt und haben den anderen Weg beschritten, einen
unerwarteten, den der Selbstkritik, der Selbstbeherrschung und
dabei haben sie die persönliche Eignung (persönl. Taten) [der
Aspiranten] vor das von den Imamen selbst gewählte Kriterium [der
treuen Gefolgschaft] gestellt. Dieser Punkt erhellt unmittelbar,
wenn man die Antworten von Imam al-Sadiq (6) auf jene betrachtet,
die ihm ihre Unterstützung versicherten, oder die Antwort, die
Imam al-Rida (8) jenen gab, die ihn auf der Reise von Medina
nach Marw [wohin ihn der abbassidische Kalif Ma'mun befohlen
hatte] aufsuchten.
Leider haben wir Gottes, des Allmächtigen, nicht des Geringsten
gedacht, nicht einmal in Notfällen. Jetzt sind wir so von
Prüfungen umgeben und unsere Feinde lauern uns auf, und dennoch,
sogar in solchen Umständen habe ich nicht einen einzigen
Gläubigen gefunden, der gemeinsame Gebetsveranstaltungen
abgehalten hätte, die Rückkehr zu Gott einleitete, Ihn namens
der heiligen Unfehlbaren beschwor und den gegenwärtigen Imam
bat, uns unter seine Obhut zu nehmen. Natürlich sollen solche
kollektiven Bemühungen keine anderen religiösen Verpflichtungen
verletzen.
Unsere Väter haben uns doch mitgeteilt, dass sie, wann immer sie
von einer Drangsal bedrückt wurden, sie sich in den Moscheen und
Husseiniyyahs (Gemeindezentren, wo man des Märtyriums von Imam
Hussein gedenkt) versammelten, wo sie der Unglücke gedachten,
denen die Ahlul-Bayt ausgesetzt waren, und ihre Mausoleen besuchten.
Deshalb haben auch die Talaba (Theologiestudenten) von
Najaf den Auszug zur al-Salah-Moschee oder nach Karbala gemacht,
um die Hilfe von Imam Al Mahdi (12) oder von Imam Hussein (3) zu
suchen, oder sie versammelten sich in der Hauptmoschee ihrer Stadt und - beteten. Hatten
sie es endlich getan, gewährte ihnen Allah der Allmächtige einen
Ausweg aus der Drangsal, wie Er es mit dem Volkes des Propheten
Jonas (a) gemacht hatte, oder auch beim Propheten Jonas (a)
selbst, als er Ihn anrief (21:87):
“Keinen Gott gibt es außer
Dir! Preis Dir! Ich war wirklich ungerecht! - So erhörten Wir
ihn und befreiten ihn aus dem Kummer. So befreien Wir die
Gläubigen." (21:88)
Mit Bezug auf das gleiche Ereignis sagt der heilige Quran:
"Wenn
er nicht von den Lobpreisenden gewesen wäre, so müsste er
verweilt haben in seinem Bauche bis zum Tage der Auferstehung."
(37:143-144)
Wegen dieser Versäumnis, ja fahrlässigen Nachlässigkeit, sich an
Gott zurückzuwenden bzw. sich Ihm zuzuwenden hat Imam Mahdi (a)
seine Verstimmung für die ihm von seinen (angeblichen) Anhängern
angetane Belästigung schon in vielen Treffen gegenüber denen
deutlich gezeigt, die die Ehre dazu hatten (der Friede Gottes
sei mit ihnen allen). Da gibt es jene berühmte Geschichte von
Sayyid Raschtis Treffen mit Imam Mahdi (a), nachdem er sich
verlaufen hatte und sich in äußerst schwierigen Umständen
wiederfand, wo ihn der Imam noch mit den Worten zurechtwies: "Warum
versäumst du das Ziyarate ‘Aschura' (eine an den Imam
Hussein gerichtete Anrede am zehnten Muharram), die freiwilligen
Gebete (nafilah) und das Ziyarah al-Jami‘ah al-Kabirah
(eine umfangreiche Anrede an alle heiligen Imame während des
Besuches ihrer Mausoleen)?” - woraus wir alle dann aber auch
unsere spirituelle Erziehung erhalten...
Mit dieser leidenschaftlichen Rede möchte ich eindringlich
darauf hinweisen, dass die einzige Lösung und der Weg der
Erlösung der ist, dass wir vor Gott paarweise oder einzeln stehen,
uns gegenseitige Zuneigung erweisen und uns reinen Herzens und
mit züchtigem Inneren lieben. Wir müssen die Lehren der Ahl
al-Bayt beherzigen und ausführen, ihren Vorbildern folgen und
jede Form von Fanatismus, Intoleranz, Extremismus und Anhaftung
an die weltlichen Begehrlichkeiten aufgeben.
"O mein Volk, was meint ihr dazu: Wenn ich überzeugende
Zeichen erhalten habe von meinem Herrn und Er mich von Sich aus
versorgt hat mit aller guten Versorgung, und ich mich gar nicht
euch entgegenstellen will mit dem, was ich euch davon verboten
habe, vielmehr möchte ich doch gar nichts anderes, als nur euer
Bestes, soweit ich vermag und ich stütze mich (dabei auf
niemanden) außer auf Allah, auf Den ich meine Zuversicht setze
und zu Dem ich mich zuwende!" (11:88)
Aller Preis gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und Sein Segen
sei auf Muhammad und seiner makellosen und reinen Familie!
Muhammad al-Yaqoobi
2. Rabi II, 1425 nH
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