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Damit du nicht Allahs Gnade verlierst, indem
du ‘Ali ibn Abi-Talib (a.s.) Unrecht tust [1]
Schaut man sich die Aussprüche und Reden von
Imam ‘Ali, dem Befehlshaber der Gläubigen näher an, so wird
deutlich, wie fremd er seiner Umgebung trotz der
vielen Anhänger und Gefährten eigentlich war. Wir haben den
Eindruck, dass man seine enorme Bedeutung gerne angesichts der
weltlichen Ablenkungen, die die erfolgreiche Expansion des
islamischen Reiches mit ihren vielen Waren- und Menschenimporten
so mit sich brachten gerne marginalisierte. Die Gier zur
Befriedigung weltlicher Begehren scheint sämtliche Aktivitäten
seiner Zeitgenossen gesteuert zu haben. Das war ihm nicht
gleichgültig geblieben. Er versuchte seine Zeitgenossen mit
allen Mitteln aufzuwecken und ihnen ins Gewissen zu reden, ihre
Eigenverantwortlichkeit, sein stetes Bemühen für sie und seine
Befehle ernst zu nehmen. In diesem Zusammenhang muss wohl
folgende Ansprache gehalten worden sein:
"O ihr Menschen! Ich habe zu euch
gepredigt, was auch die Propheten ihren Völkern
gepredigt haben und ich habe euch übermittelt, was die
Stellvertreter (Kalifen) denen nach ihnen Kommenden
übermittelt haben. Ich habe versucht euch mit meiner
Peitsche zu erziehen, aber ihr konntet nicht begradigt
werden. Ich trieb euch mit Ermahnungen an, ihr aber habt
keine Einsicht gezeigt (das richtige Verhalten nicht
erworben). Möge Allah sich um euch scheren! Wollt ihr
einen anderen Imam als mich, um euch auf den richtigen
Weg zu führen und euch die richtige Art und Weise zu
zeigen? Aber Vorsicht, denn die Dinge dieser Welt, die
einst noch bevor standen sind jetzt (Dinge der)
Vergangenheit, und die, welche (bereits) hinter uns
lagen sind jetzt (wieder) maßgebend. Die von Allah
gesegneten Menschen haben sich zum Gehen entschlossen
und haben (im Tausch) gegen die geringen vergänglichen
Freuden dieser Welt lieber den weitaus höheren und
unvergänglichen Lohn der zukünftigen Welt erworben" [2]
Die Entfremdung von Imam 'Ali nahm
zu, als er seine besten Gefährten, die seinen wahren
Wert und seine perfektionierte Disziplin erkannt hatten
als Märtyrer bei der Schlacht von Siffin verlor.
Natürlich trauerte er um ihren unschätzbaren Verlust.
Mit leidvoller Stimme verkündete er ihren Ruhm von der
Kanzel (minbar) der Moschee von Kufa und beschrieb sie
mit den schönsten Worten:
“Welchen Verlust haben unsere Brüder, deren
Blut in Siffin vergossen wurde, denn dadurch erlitten, dass sie
den heutigen Tag nicht miterleben? Keinen anderen, als endlich
nicht mehr beim Schlucken zu ersticken und kein trübes Wasser
mehr trinken zu müssen – denn, bei Allah, sie sind Allah
wirklich begegnet und ER hat ihnen ihren Lohn gewährt und sie in
sicheren Häusern untergebracht, nachdem sie soviel ertragen und
erleiden mussten. Wo sind nun meine Brüder, die auf dem rechten
Pfad waren und der Wahrheit folgten – wo ist ‘Ammar (ibn Yasir)?
Wo ist Ibn al-Tayhan? Wo ist Dhu’l-Schahadatayn (der
Doppelzeuge)? Wo sind ihre anderen Kameraden, die sich dem Tode
verschrieben hatten und deren abgeschlagene Köpfe dem
verfluchten Feind in die Hände fielen?”
“O meine Brüder, die den Quran zitierten und
ihn damit (bei sich verstärkten, die über ihre Pflichten
nachdachten und sie erfüllten, die Sunna des Gesandten Allahs
belebten und Neuerungen verwarfen. Wurden sie zum Jihad
(heiligen Bemühen) aufgerufen, so kamen sie dem nach, vertrauten
(der Führung durch) ihrem Imam und folgten ihm dann.” [3]
Nicht selten wünschte sich Imam ‘Ali lieber
den Tod, dass er ihn davor bewahre, mit Unwürdigen zusammenleben
zu müssen und ihn stattdessen zum Aufenthaltsort seiner Geehrten
und Geliebten brächte - dem heiligen Propheten Muhammad, seinen
Verwandten und seinen großen Gefährten. Dies bestätigt diese
Aussage von Imam ‘Ali:
“Wie sehne ich mich danach, dass Allah mich
(endlich) von euch trennt und mir diejenigen nahebringt, die es
mehr verdienen bei mir zu sein als ihr.” [4]
Dies erhoffte sich Imam ‘Ali aus ganzem
Herzen, weil er sich selbst inmitten der wertlosesten und
jämmerlichsten Gestalten leben sah, die er nur mit Verachtung
erwähnt. Über die Zumutung durch diese üblen Typen äußerte sich
Imam ‘Ali bei einer anderen Gelegenheit:
“Wo sind eure Guten? Wo sind eure
Tugendhaften? Wo sind eure Hochgesonnenen und Großzügigen? Wo
sind die von euch, die bei ihrem Handel(n) nicht betrügen und in
ihrem Verhalten sauber bleiben? Haben sie alle nicht diese üble,
vergängliche und mühselige Welt schon verlassen? Seid ihr nicht
mit dem letzten Dreck zurückgelassen worden, der so niedrig ist,
dass man darüber nicht mal spricht? Fürwahr, wir sind von Allah
und wahrlich, zu IHM werden wir zurückkehren.” [5]
Er bedauerte diejenigen, die sich von der
Rechtleitung durch ihn absonderten, so dass nichts anderes als
der Stadtbereich von Kufa von dem Riesengebiet der islamischen
Territorien unter seiner Herrschaft geblieben war. Auf diesen
Umstand bezog er sich bei dieser Rede:
“Nichts ist mir geblieben als Kufa, das ich
halten und erweitern kann, (wie das) was in meiner Hand ist, um
damit zu spielen. O Kufa, wenn das dein Zustand ist, dass
Wirbelstürme weiterhin durch dich hindurch fegen, dann soll
Allah dich zerstören.” [6]
Man muss sich mal vorstellen, in welch
merkwürdiger Lage er sich schließlich befand. Ihm gehorchten
seine eigenen Leute nicht, obwohl niemand so legitimiert war wie
er – schließlich hatten sie ihn zu ihrem Führer bestimmt,
nachdem er mehr als 25 Jahre auf seinen Anspruch verzichtet
hatte, während sich die Leute von Mu‘awiyah, dessen Legitimation
reine Machtgier war, von ganzem Herzen und mit aller Seele ihrem
Verführer hingaben, der nichts besseres zu tun hatte, als sie im
Kampf gegen die Wahrheit gehörig irrezuführen. Dies muss Imam
‘Ali sehr verbittert festgestellt haben:
“Euer Führer gehorcht Allah, ihr aber seid
ihm ungehorsam, während der Führer der Assyrer Allah ungehorsam
ist, sie ihm aber gehorchen. Bei Allah, ich wünschte, dass
Mu‘awiyah mit mir wechseln würde, wie man Gold- gegen
Silbermünzen tauscht, dass er zehn (Leute) von mir nimmt und mir
nur einen von ihnen gäbe. Denn ich bin gewisslich von meinem
Herrn rechtgeleitet und auf dem Wege meines Gesandten und auf
dem rechten Pfad, den ich strikt einhalte.” [7]
Als Folge dieser Schwäche sagte Imam ‘Ali
denn auch voraus, dass der Einfluss von Mu'awiyah immer mehr
zunehmen würde, wohingegen die Hoffnung seiner Leute nach einem
sicheren islamischen Territorium immer gegenstandsloser werden
würden:
“Bei Allah, mir ist völlig klar geworden,
dass diese Leute (Mu'awiya und die Syrer) bald das ganze Land
einnehmen werden, weil sie sich bei ihrer ungerechten Sache
einig sind, und ihr sie darin noch bestärkt, weil ihr in eurem
legitimen Anliegen (nach islamischer Souveränität) uneinig seid,
euch zersplittert, die Rechtsprechung eures Imams boykottiert,
weil sie ihrem Führer im Unrecht aber treu folgen, ihr euren
gerechten Führer jedoch verratet, und weil sie in ihren Städten
gut vorankommen und ihr nur Zwietracht sät.” [8]
Dieser Widerspruch in Anspruch und Verhalten
war keine einmalige Feststellung. Wie bitter es sein muss, diese
einfache Tatsache immer wieder festzustellen zu müssen, kann man
sich wohl leicht vorstellen:
“Bei Allah, in Dessen Händen mein Leben liegt
schwöre ich, dass jene (Mu‘awiyah und seine Leute) euch nicht
deswegen überwinden werden, weil sie mehr im Recht sind als ihr,
sondern weil sie mit ihrem Führer zum Falschen hineilen und ihr
mir trotz meines Rechtes nur so träge folgt. Fürchten die Leute
sonst immer die Unterdrückung durch ihre Herrscher, so fürchte
ich die Unterdrückung durch meine Untertanen.” [9]
Grundlos war seine Sorge sicher nicht
gewesen. Ihm waren ja als vorausschauendem Führer die Fakten
bekannt. Welche Konsequenzen das Verhalten der Beteiligten haben
würde, war ihm glasklar. Mit der ihm eigenen völligen
Selbstsicherheit sagte er dazu:
“Würde der Vorhang zwischen sichtbarer und
unsichtbarer Welt vor mir weggenommen, es würde meine Gewissheit
nicht vergrößern.”
Egal mit welcher Klarsichtigkeit,
Aufrichtigkeit und mit welchem Engagement er sich einsetzt,
gegen harte Herzen und den von weltlichen Begierden verwirrten
Verstand der Leute vermag auch er nichts auszurichten. Sie
wollen doch die Wahrheit nicht sehen. Diese (traurige,
frustrierende) Erkenntnis formuliert Imam ‘Ali so:
“Wenn ihr wüsstet, was ich vom Verborgenen
weiß, das von euch verborgen gehalten wird, ihr würdet ins Freie
stürzen, über eure Taten trauern und euch selbst vor Gram
schlagen und ihr würdet euer Vermögen aufgeben ohne darauf zu
achten, was daraus würde und ohne einen Ersatz dafür anstreben
zu wollen. Jeder würde sich dann ausnahmslos nur um sich selbst
sorgen ohne auf irgendjemanden sonst zu achten. Aber ihr habt ja
vergessen, was euch in Erinnerung gerufen wurde und ihr habt
euch vor dem sicher gefühlt, wovor ihr eindringlich gewarnt
worden seid. Deswegen sind eure Vorstellungen und
Angelegenheiten so durcheinander gekommen.” [10]
Der Imam drückt aus, wovor der Quran die
Achtlosen und Ignoranten warnt:
“Wehe über die Dienenden! Nicht ein Bote kam
zu ihnen den sie nicht verspottet hätten.“
(Quran, 36:30)
Es geht so weit, dass Imam 'Ali auf seine
Brust zeigt und laut verkündet:
“Schaut her, hier ist jede Menge Wissen. Wie
sehr sehne ich mich nach einem, der es (weiter) tragen kann.” [11]
Seinen Zeitgenossen war es anscheinend nicht
möglich, sein Wissen richtig zu verorten. Sie verstanden einfach
nicht, welche Bedeutung ihr Führer wirklich hatte und zogen
keinerlei Nutzen daraus. Deshalb betrogen sie sich auch nur
selbst, als sie ihn daran hinderten, ihnen die Schätze des
Wissens zu vermitteln, die er in seiner Brust trug. Mit welchem
Sarkasmus muss er also das oben schon erwähnte festgestellt
haben:
“Menschen fürchten die Unterdrückung ihrer
Herrscher – ich fürchte die Unterdrückung meiner Untertanen.” [12]
Heute sind wir Anhänger von Imam ‘Ali
gefordert, ihn nicht so zu missdeuten, wie es seine Zeitgenossen
getan haben und uns nicht selbst der Erleuchtungen zu
sabotieren, wie sie es systematisch getan haben. Zwar ist Imam
‘Ali nicht körperlich anwesend, aber dennoch ist er uns durch
seine Worte, Predigten, Reden, Verhaltens- und Lebensweise,
durch sein Wissen, sein Bemühen, seine Aufrichtigkeit, seine
Selbstlosigkeit und durch seine volle Hingabe zur
Zufriedenstellung Allahs wie durch all seine Tugenden mehr als
persönlich präsent.
Meine hier vorgetragenen Gedanken sollen als
eine Einladung an uns alle verstanden werden, von all diesen
Charaktereigenschaften zu profitieren, indem wir uns vorstellen,
dass Imam ‘Ali direkt zu uns spricht und diese Tugenden und
Vollkommenheiten verkörpert, die uns durch die Überlieferungen
vermittelt werden, als ob er jetzt bei uns lebte. Natürlich
setzt eine solche Imagination voraus, dass wir wachsam sind und
gegen die bittere Wirklichkeit unseres Lebens aufbegehren, das
wir führen, weil wir die Ermahnungen von Imam 'Ali in Nahj
al-Balaghah und anderen Quellen vernachlässigt haben, aus
denen wir von seinen Tugenden und Wundertaten erfahren. Mir
scheint, dass nur wenige effektive Schritte erforderlich sind,
um unser Leben von Grund auf umzukehren, die meines Dafürhaltens
folgende sind:
1. Die islamischen Prediger müssen sich
direkt auf die Texte aus Nahj al-Balaghah beziehen, indem
sie ihre Lektionen mit dem Zitat genau solcher Texte beginnen
und sich dann darauf konzentrieren, sie zu erläutern, Lehren
daraus ziehen lassen und die Fakten, das mitgeteilte Wissen und
die daraus gewonnenen Informationen näher beleuchten. Genau dies
haben die vorigen Generationen von islamischen Predigern auch
getan. So teilte noch mein Großvater meinem Vater, Scheich
Muhammad ‘Ali Al-Yaqoobi, mit: “Ich übertreibe nicht, wenn ich
dir sage, dass dein Großvater mütterlicherseits, der selige
Scheich Mahdi, noch dreiviertel von Nahj al-Bal¡ghah
auswendig konnte.”
2. Jeder von uns sollte sich intensiv mit
Nahj al-Balaghah auseinandersetzen, wie auch mit den anderen
Referenzen, die die Worte von Imam ‘Ali enthalten, wie das
Ghurar al-Hikam von al-Amudi und Tuhaf al-‘Uqul
von al-Harrani, wann immer wir das in Ruhe und mit Sorgfalt
tun können. In dem Schatz jener Worte finden wir immer etwas zur
Wiederbelebung unserer Herzen, etwas, was ganz sicher unsere
Einsicht erleuchtet und unsere Lebensart richtig stellt. Dazu
sagte Imam ‘Ali einst:
“Wahrlich, ihr könnt das alles nicht
verwirklichen. Deshalb helft mir nur, indem ihr dem Verbotenen
fern bleibt, gegen das Böse kämpft, den Anstand wahrt und nach
dem Rechten forscht.”
3. Die Gebildeten sollten ermutigt werden,
die tieferen Bedeutungen des Lobpreises Allahs zu untersuchen,
den Imam ‘Ali in seinen Worten hinterlassen hat und andere
Aspekte der Gottesverehrung, die aus seinem Verhalten abgeleitet
werden können. Es ist Tatsache, dass Nahj al-Balaghah die
Behandlung vieler Themen durch Imam 'Ali wiedergibt, die
systematischer Aufarbeitung bedürfen, wozu die
Glaubensgrundlagen des Islam gehören, wie auch
gesellschaftliche, ethische, philosophische, soziale und
wirtschaftliche Angelegenheiten. Gibt es denn ein
Betätigungsfeld, wo sich Imam ‘Ali nicht bei der Bewältigung
seiner Pflichten als erster hervorgetan hat?
Schaut man sich seine Bemerkungen zur
Politik, zur Regierungsverwaltung, zur Pflege der öffentlichen
Angelegenheiten, zur Rechtsprechung, seine Einsicht beim
Urteilen – egal was erforscht werden wird, immer werden wirklich
fantastische Geschenke an die Menschheit sichtbar, die angewandt
nur Gutes bewirken, sei es in einem selbst oder im Staat oder
für die Welt an sich. Unter diesen vielen bereits durchgeführten
Untersuchungen findet sich jenes bemerkenswerte Werk mit dem
Titel ‘al-Imam ‘Ali wa-Huquq al-Insan (Imam ‘Ali
und die Menschenrechte)’, das den Verfasser zum Doktor der
Politologie machte, und dessen Veröffentlichung wir gerne zu
Ehren des Forschers übernommen haben, was natürlich nichts ist
im Vergleich zum dem, was jene an Verdienst erworben haben, die
über die großartige Persönlichkeit von Imam ‘Ali geschrieben
haben. Wir wollen die anderen großartigen Arbeiten nicht
vergessen, so das Werk ‘al-Ra‘i wa’l-Ra‘iyyah
(Der Führer und die Geführten)’, einem erklärenden Kommentar zum
bewegenden Sendschreiben von Imam ‘Ali an den tapferen Malik
al-Aschtar anlässlich dessen Ernennung zum Gouverneur von
Ägypten. Dazu zähle ich auch ‘Ali ibn Abi-Talib ¯awt al-‘Adalah
al-Insaniyyah (‘Ali, der Fürsprecher einer humanen Justiz)’
und natürlich auch viele andere.
4. Es ist höchste Zeit, eine
Forschungsbibliothek einzurichten, die speziell alle Bücher und
wissenschaftlichen Werke über das Erbe von 'Ali ausstellt, und
mit allem ausgestattet ist, was die heutige
Kommunikationstechnik hergibt, um den Informationsaustausch zu
fördern.
5. Vielleicht sollte auch ein Fernsehkanal
eingerichtet werden, bei dessen Sendungen es um die Tugenden von
Imam ‘Ali geht, welcher der Verkündung seines Wissens und des
von ihm berichteten Erbes dient, wo die Entwicklungsstufen
seines gesegneten Lebens dargestellt werden. Dieser Kanal könnte
Symposien organisieren und zum Gespräch über Imam 'Ali einladen,
alle Fragen zu dieser großartigen Persönlichkeit beantworten und
alle zugehörigen Themen erfassen.
6. Es sollte ernsthaft erwogen werden, an
einer der international bekannten Universitäten auf einen
Lehrstuhl über Imam ‘Ali ibn Abi-Ibn Abi Talib hinzuarbeiten, um
die interessierten Forscher und Lernenden einzubinden und ihnen
diesbezüglich eine Ausbildung auf Universitätsniveau zu
ermöglichen. Ein reger Studentenaustausch mit dem Ausland würde
sicher ein Übriges tun, um die Spezialisten weltweit
auszubilden.
Es geht beim Vorschlagen dieser praktischen
Schritte nicht darum, glühende Worte zu versprühen und leere
Seiten zu füllen; mir geht es darum, ganz ernsthaft, aufrichtig
und bestimmt unser aller Interesse daran zu wecken, um eine
weltweite Wiederbelebung zu bewirken, um der Verpflichtung
unseres Erbe von Imam ‘Ali nachzukommen, wodurch es uns so Allah
will gelingen wird, uns von all denen abzugrenzen, die ihn
verraten haben und sich selbst dieses Segens beraubt haben.
Dieses Vorhaben ähnelt nicht zufällig dem Verhalten gegenüber
dem Quran, wo der Quran deutliche Worte findet, um diejenigen
zurechtzuweisen, die sich von ihm entfernt haben. Wenn diesen
einmal klar geworden ist, was sie verlieren, wenn sie der
Offenbarung Allahs den Rücken kehren, kommen sie schneller
zurück als man denken möchte. Man findet sie in Universitäten
und Versammlungen, wo sie ihn mit Gewinn zitieren und studieren
und vielfältigen Nutzen daraus ziehen, denn welches
Wissensgebiet findet sich nicht im Quran?
Die anlässlich des Geburtstages von Imam 'Ali
veranstalteten Feiern und Gedenkveranstaltungen reichen aber
nicht aus, den aktuellen und erforderlichen Bedarf an Nähe zu
befriedigen, obwohl ihnen schon ein gewisses Maß an sozialem
Bewusstsein innewohnt. Aber es damit genug sein zu lassen,
reicht nicht aus, ohne jene zuvor empfohlenen Schritte ins Auge
zu fassen. Vielleicht reicht es aus, einfach einmal in einer
Ausgabe der Nahj al-Bal¡ghah zu blättern und sich eine
Lektion zu Gemüte zu führen, die uns Allah dadurch erteilen mag.
So haben ich es jedenfalls gemacht, und siehe da, es sind jene
Texte ins Auge gefallen, auf die ich mich zu Beginn dieses
Aufsatzes bezog.
Mit diesem ersten Schritt könnten wir den
zweiten Schritt vielleicht schon ins Auge fassen, weil jeder,
der dich von den Anhängern 'Alis über diese mangelhafte
Situation klagen hört von dir persönlich ja ein gewisses Maß an
persönlicher Entwicklung im Sinne seiner Moral, Verhaltensweise
und Feinheit erwartet.
In diesem Zusammenhang hat mir ein Freund,
der als Ingenieur in Deutschland lebt, erzählt, dass er und
seine Familie einen anderen Iraker namens 'Ali besuchte. Er
hatte eine Deutsche geheiratet, und es schien so, als ob die Ehe
nur dem Zweck diente, die deutsche Staatsangehörigkeit zu
erwerben. So erwartete er auch keine echte Ehefrau zu treffen.
Doch genau das Gegenteil sahen mein Freund und seine Familie.
Diese Frau hatte ein vorzügliches Auftreten und Benehmen. Als
Antwort auf die Frage, was denn ihr Grund gewesen sei, diesen
Ausländer als Ehemann zu akzeptieren, teilte sie mit, dass sie
nur den Islam von ihm lernen wollte...
Welche Rolle Muslime und besonders die
Anhänger von Imam ‘Ali spielen können, wird daran deutlich. Das
zeigt auch, welche enorme Verantwortung darin besteht, den
besten Erwartungen der anderen an unserem Islam in unseren
Handlungen gerecht zu werden. Denn es ist das schöne Vorbild
unseres Gesandten Allahs, unseres Imams, das die anderen davon
ableiten, und unseren Ruf verdanken wir direkt dem Grad der
echten Nähe zu diesen Vorbildern.
Ich denke, dass die Bekanntmachung der Werte
von Imam 'Ali der ganzen Welt Segen bringen wird, weil sein
Vorbild geeignet ist, ein Vorbild für die ganze Welt zu sein.
Sie muss dies jedoch durch eigene Forschung herausfinden, wobei
wir den anderen schon alleine durch das Präsentieren von
Informationen Wege aus verfahrenen Situationen und Problemen
weisen können, vielleicht schlimme Lebenskrisen meistern helfen
und vor Selbstzerstörung bewahren können. Mit Hilfe des
erbarmenden Gottes werden der Menschheit auf diese Weise
möglicherweise neue Horizonte zum wahren Glück eröffnet.
Muhammad al-Ya‘qoobi
8. Rajab 1429 AH
12. Juli 2008
[1] Auszug aus (1) einem Vortrag von Ayatollah Scheich Muhammad al-Yaqoobi
anlässlich eines Treffens mit der Delegation der Modernen Stadt
(al-qarya al-‘a¥riyya) des Distrikts
al-Nassiriyyah am 8. Rajab 1429 AH (12.07.2008),
(2) einem Vortrag anlässlich des Treffens mit Vertretern von
Zivilorganisationen (OCS) des Distrikts al-Nassiriyyah am 15.
Rajab 1429 AH (19.07.2008), und
(3) einer Ansprache für andere Gäste anlässlich des Geburtstages
von Imam ‘Ali.
[2] Nahj al-Balaghah, Predigt 182
[3] Nahj al-Balaghah, Predigt 182
[4] Nahj al-Balaghah, Predigt 116
[5] Nahj al-Balaghah, Predigt 128
[6] Nahj al-Balaghah, Predigt 25
[7] Nahj al-Balaghah, Predigt 97
[8] Nahj al-Balaghah, Predigt 25
[9] Nahj al-Balaghah, Predigt 97
[10] Nahj al-Balaghah, Predigt 116
[11]Nahj al-Balaghah, Predigt 147
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