Offizielle Seite des Marjaa Ayatollah Sheikh Mohammad Musa Al-Yaqoobi
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Damit du nicht Allahs Gnade verlierst, indem du ‘Ali ibn Abi-Talib (a.s.) Unrecht tust [1]

Schaut man sich die Aussprüche und Reden von Imam ‘Ali, dem Befehlshaber der Gläubigen näher an, so wird deutlich, wie fremd er seiner Umgebung trotz der vielen Anhänger und Gefährten eigentlich war. Wir haben den Eindruck, dass man seine enorme Bedeutung gerne angesichts der weltlichen Ablenkungen, die die erfolgreiche Expansion des islamischen Reiches mit ihren vielen Waren- und Menschenimporten so mit sich brachten gerne marginalisierte. Die Gier zur Befriedigung weltlicher Begehren scheint sämtliche Aktivitäten seiner Zeitgenossen gesteuert zu haben. Das war ihm nicht gleichgültig geblieben. Er versuchte seine Zeitgenossen mit allen Mitteln aufzuwecken und ihnen ins Gewissen zu reden, ihre Eigenverantwortlichkeit, sein stetes Bemühen für sie und seine Befehle ernst zu nehmen. In diesem Zusammenhang muss wohl folgende Ansprache gehalten worden sein:

"O ihr Menschen! Ich habe zu euch gepredigt, was auch die Propheten ihren Völkern gepredigt haben und ich habe euch übermittelt, was die Stellvertreter (Kalifen) denen nach ihnen Kommenden übermittelt haben. Ich habe versucht euch mit meiner Peitsche zu erziehen, aber ihr konntet nicht begradigt werden. Ich trieb euch mit Ermahnungen an, ihr aber habt keine Einsicht gezeigt (das richtige Verhalten nicht erworben). Möge Allah sich um euch scheren! Wollt ihr einen anderen Imam als mich, um euch auf den richtigen Weg zu führen und euch die richtige Art und Weise zu zeigen? Aber Vorsicht, denn die Dinge dieser Welt, die einst noch bevor standen sind jetzt (Dinge der) Vergangenheit, und die, welche (bereits) hinter uns lagen sind jetzt (wieder) maßgebend. Die von Allah gesegneten Menschen haben sich zum Gehen entschlossen und haben (im Tausch) gegen die geringen vergänglichen Freuden dieser Welt lieber den weitaus höheren und unvergänglichen Lohn der zukünftigen Welt erworben" [2]

Die Entfremdung von Imam 'Ali nahm zu, als er seine besten Gefährten, die seinen wahren Wert und seine perfektionierte Disziplin erkannt hatten als Märtyrer bei der Schlacht von Siffin verlor. Natürlich trauerte er um ihren unschätzbaren Verlust. Mit leidvoller Stimme verkündete er ihren Ruhm von der Kanzel (minbar) der Moschee von Kufa und beschrieb sie mit den schönsten Worten:

“Welchen Verlust haben unsere Brüder, deren Blut in Siffin vergossen wurde, denn dadurch erlitten, dass sie den heutigen Tag nicht miterleben? Keinen anderen, als endlich nicht mehr beim Schlucken zu ersticken und kein trübes Wasser mehr trinken zu müssen – denn, bei Allah, sie sind Allah wirklich begegnet und ER hat ihnen ihren Lohn gewährt und sie in sicheren Häusern untergebracht, nachdem sie soviel ertragen und erleiden mussten. Wo sind nun meine Brüder, die auf dem rechten Pfad waren und der Wahrheit folgten – wo ist ‘Ammar (ibn Yasir)? Wo ist Ibn al-Tayhan? Wo ist Dhu’l-Schahadatayn (der Doppelzeuge)? Wo sind ihre anderen Kameraden, die sich dem Tode verschrieben hatten und deren abgeschlagene Köpfe dem verfluchten Feind in die Hände fielen?”

“O meine Brüder, die den Quran zitierten und ihn damit (bei sich verstärkten, die über ihre Pflichten nachdachten und sie erfüllten, die Sunna des Gesandten Allahs belebten und Neuerungen verwarfen. Wurden sie zum Jihad (heiligen Bemühen) aufgerufen, so kamen sie dem nach, vertrauten (der Führung durch) ihrem Imam und folgten ihm dann.” [3]

Nicht selten wünschte sich Imam ‘Ali lieber den Tod, dass er ihn davor bewahre, mit Unwürdigen zusammenleben zu müssen und ihn stattdessen zum Aufenthaltsort seiner Geehrten und Geliebten brächte - dem heiligen Propheten Muhammad, seinen Verwandten und seinen großen Gefährten. Dies bestätigt diese Aussage von Imam ‘Ali:

“Wie sehne ich mich danach, dass Allah mich (endlich) von euch trennt und mir diejenigen nahebringt, die es mehr verdienen bei mir zu sein als ihr.” [4]

Dies erhoffte sich Imam ‘Ali aus ganzem Herzen, weil er sich selbst inmitten der wertlosesten und jämmerlichsten Gestalten leben sah, die er nur mit Verachtung erwähnt. Über die Zumutung durch diese üblen Typen äußerte sich Imam ‘Ali bei einer anderen Gelegenheit:

“Wo sind eure Guten? Wo sind eure Tugendhaften? Wo sind eure Hochgesonnenen und Großzügigen? Wo sind die von euch, die bei ihrem Handel(n) nicht betrügen und in ihrem Verhalten sauber bleiben? Haben sie alle nicht diese üble, vergängliche und mühselige Welt schon verlassen? Seid ihr nicht mit dem letzten Dreck zurückgelassen worden, der so niedrig ist, dass man darüber nicht mal spricht? Fürwahr, wir sind von Allah und wahrlich, zu IHM werden wir zurückkehren.” [5]

Er bedauerte diejenigen, die sich von der Rechtleitung durch ihn absonderten, so dass nichts anderes als der Stadtbereich von Kufa von dem Riesengebiet der islamischen Territorien unter seiner Herrschaft geblieben war. Auf diesen Umstand bezog er sich bei dieser Rede:

“Nichts ist mir geblieben als Kufa, das ich halten und erweitern kann, (wie das) was in meiner Hand ist, um damit zu spielen. O Kufa, wenn das dein Zustand ist, dass Wirbelstürme weiterhin durch dich hindurch fegen, dann soll Allah dich zerstören.” [6]

Man muss sich mal vorstellen, in welch merkwürdiger Lage er sich schließlich befand. Ihm gehorchten seine eigenen Leute nicht, obwohl niemand so legitimiert war wie er – schließlich hatten sie ihn zu ihrem Führer bestimmt, nachdem er mehr als 25 Jahre auf seinen Anspruch verzichtet hatte, während sich die Leute von Mu‘awiyah, dessen Legitimation reine Machtgier war, von ganzem Herzen und mit aller Seele ihrem Verführer hingaben, der nichts besseres zu tun hatte, als sie im Kampf gegen die Wahrheit gehörig irrezuführen. Dies muss Imam ‘Ali sehr verbittert festgestellt haben:

“Euer Führer gehorcht Allah, ihr aber seid ihm ungehorsam, während der Führer der Assyrer Allah ungehorsam ist, sie ihm aber gehorchen. Bei Allah, ich wünschte, dass Mu‘awiyah mit mir wechseln würde, wie man Gold- gegen Silbermünzen tauscht, dass er zehn (Leute) von mir nimmt und mir nur einen von ihnen gäbe. Denn ich bin gewisslich von meinem Herrn rechtgeleitet und auf dem Wege meines Gesandten und auf dem rechten Pfad, den ich strikt einhalte.” [7]

Als Folge dieser Schwäche sagte Imam ‘Ali denn auch voraus, dass der Einfluss von Mu'awiyah immer mehr zunehmen würde, wohingegen die Hoffnung seiner Leute nach einem sicheren islamischen Territorium immer gegenstandsloser werden würden:

“Bei Allah, mir ist völlig klar geworden, dass diese Leute (Mu'awiya und die Syrer) bald das ganze Land einnehmen werden, weil sie sich bei ihrer ungerechten Sache einig sind, und ihr sie darin noch bestärkt, weil ihr in eurem legitimen Anliegen (nach islamischer Souveränität) uneinig seid, euch zersplittert, die Rechtsprechung eures Imams boykottiert, weil sie ihrem Führer im Unrecht aber treu folgen, ihr euren gerechten Führer jedoch verratet, und weil sie in ihren Städten gut vorankommen und ihr nur Zwietracht sät.” [8]

Dieser Widerspruch in Anspruch und Verhalten war keine einmalige Feststellung. Wie bitter es sein muss, diese einfache Tatsache immer wieder festzustellen zu müssen, kann man sich wohl leicht vorstellen:

“Bei Allah, in Dessen Händen mein Leben liegt schwöre ich, dass jene (Mu‘awiyah und seine Leute) euch nicht deswegen überwinden werden, weil sie mehr im Recht sind als ihr, sondern weil sie mit ihrem Führer zum Falschen hineilen und ihr mir trotz meines Rechtes nur so träge folgt. Fürchten die Leute sonst immer die Unterdrückung durch ihre Herrscher, so fürchte ich die Unterdrückung durch meine Untertanen.” [9]

Grundlos war seine Sorge sicher nicht gewesen. Ihm waren ja als vorausschauendem Führer die Fakten bekannt. Welche Konsequenzen das Verhalten der Beteiligten haben würde, war ihm glasklar. Mit der ihm eigenen völligen Selbstsicherheit sagte er dazu:

“Würde der Vorhang zwischen sichtbarer und unsichtbarer Welt vor mir weggenommen, es würde meine Gewissheit nicht vergrößern.”

Egal mit welcher Klarsichtigkeit, Aufrichtigkeit und mit welchem Engagement er sich einsetzt, gegen harte Herzen und den von weltlichen Begierden verwirrten Verstand der Leute vermag auch er nichts auszurichten. Sie wollen doch die Wahrheit nicht sehen. Diese (traurige, frustrierende) Erkenntnis formuliert Imam ‘Ali so:

“Wenn ihr wüsstet, was ich vom Verborgenen weiß, das von euch verborgen gehalten wird, ihr würdet ins Freie stürzen, über eure Taten trauern und euch selbst vor Gram schlagen und ihr würdet euer Vermögen aufgeben ohne darauf zu achten, was daraus würde und ohne einen Ersatz dafür anstreben zu wollen. Jeder würde sich dann ausnahmslos nur um sich selbst sorgen ohne auf irgendjemanden sonst zu achten. Aber ihr habt ja vergessen, was euch in Erinnerung gerufen wurde und ihr habt euch vor dem sicher gefühlt, wovor ihr eindringlich gewarnt worden seid. Deswegen sind eure Vorstellungen und Angelegenheiten so durcheinander gekommen.” [10]

Der Imam drückt aus, wovor der Quran die Achtlosen und Ignoranten warnt:

“Wehe über die Dienenden! Nicht ein Bote kam zu ihnen den sie nicht verspottet hätten.“
(Quran, 36:30)

Es geht so weit, dass Imam 'Ali auf seine Brust zeigt und laut verkündet:

“Schaut her, hier ist jede Menge Wissen. Wie sehr sehne ich mich nach einem, der es (weiter) tragen kann.” [11]

Seinen Zeitgenossen war es anscheinend nicht möglich, sein Wissen richtig zu verorten. Sie verstanden einfach nicht, welche Bedeutung ihr Führer wirklich hatte und zogen keinerlei Nutzen daraus. Deshalb betrogen sie sich auch nur selbst, als sie ihn daran hinderten, ihnen die Schätze des Wissens zu vermitteln, die er in seiner Brust trug. Mit welchem Sarkasmus muss er also das oben schon erwähnte festgestellt haben:

“Menschen fürchten die Unterdrückung ihrer Herrscher – ich fürchte die Unterdrückung meiner Untertanen.” [12]

Heute sind wir Anhänger von Imam ‘Ali gefordert, ihn nicht so zu missdeuten, wie es seine Zeitgenossen getan haben und uns nicht selbst der Erleuchtungen zu sabotieren, wie sie es systematisch getan haben. Zwar ist Imam ‘Ali nicht körperlich anwesend, aber dennoch ist er uns durch seine Worte, Predigten, Reden, Verhaltens- und Lebensweise, durch sein Wissen, sein Bemühen, seine Aufrichtigkeit, seine Selbstlosigkeit und durch seine volle Hingabe zur Zufriedenstellung Allahs wie durch all seine Tugenden mehr als persönlich präsent.

Meine hier vorgetragenen Gedanken sollen als eine Einladung an uns alle verstanden werden, von all diesen Charaktereigenschaften zu profitieren, indem wir uns vorstellen, dass Imam ‘Ali direkt zu uns spricht und diese Tugenden und Vollkommenheiten verkörpert, die uns durch die Überlieferungen vermittelt werden, als ob er jetzt bei uns lebte. Natürlich setzt eine solche Imagination voraus, dass wir wachsam sind und gegen die bittere Wirklichkeit unseres Lebens aufbegehren, das wir führen, weil wir die Ermahnungen von Imam 'Ali in Nahj al-Balaghah und anderen Quellen vernachlässigt haben, aus denen wir von seinen Tugenden und Wundertaten erfahren. Mir scheint, dass nur wenige effektive Schritte erforderlich sind, um unser Leben von Grund auf umzukehren, die meines Dafürhaltens folgende sind:

1. Die islamischen Prediger müssen sich direkt auf die Texte aus Nahj al-Balaghah beziehen, indem sie ihre Lektionen mit dem Zitat genau solcher Texte beginnen und sich dann darauf konzentrieren, sie zu erläutern, Lehren daraus ziehen lassen und die Fakten, das mitgeteilte Wissen und die daraus gewonnenen Informationen näher beleuchten. Genau dies haben die vorigen Generationen von islamischen Predigern auch getan. So teilte noch mein Großvater meinem Vater, Scheich Muhammad ‘Ali Al-Yaqoobi, mit: “Ich übertreibe nicht, wenn ich dir sage, dass dein Großvater mütterlicherseits, der selige Scheich Mahdi, noch dreiviertel von Nahj al-Bal¡ghah auswendig konnte.”

2. Jeder von uns sollte sich intensiv mit Nahj al-Balaghah auseinandersetzen, wie auch mit den anderen Referenzen, die die Worte von Imam ‘Ali enthalten, wie das Ghurar al-Hikam von al-Amudi und Tuhaf al-Uqul von al-Harrani, wann immer wir das in Ruhe und mit Sorgfalt tun können. In dem Schatz jener Worte finden wir immer etwas zur Wiederbelebung unserer Herzen, etwas, was ganz sicher unsere Einsicht erleuchtet und unsere Lebensart richtig stellt. Dazu sagte Imam ‘Ali einst:

“Wahrlich, ihr könnt das alles nicht verwirklichen. Deshalb helft mir nur, indem ihr dem Verbotenen fern bleibt, gegen das Böse kämpft, den Anstand wahrt und nach dem Rechten forscht.”

3. Die Gebildeten sollten ermutigt werden, die tieferen Bedeutungen des Lobpreises Allahs zu untersuchen, den Imam ‘Ali in seinen Worten hinterlassen hat und andere Aspekte der Gottesverehrung, die aus seinem Verhalten abgeleitet werden können. Es ist Tatsache, dass Nahj al-Balaghah die Behandlung vieler Themen durch Imam 'Ali wiedergibt, die systematischer Aufarbeitung bedürfen, wozu die Glaubensgrundlagen des Islam gehören, wie auch gesellschaftliche, ethische, philosophische, soziale und wirtschaftliche Angelegenheiten. Gibt es denn ein Betätigungsfeld, wo sich Imam ‘Ali nicht bei der Bewältigung seiner Pflichten als erster hervorgetan hat?

Schaut man sich seine Bemerkungen zur Politik, zur Regierungsverwaltung, zur Pflege der öffentlichen Angelegenheiten, zur Rechtsprechung, seine Einsicht beim Urteilen – egal was erforscht werden wird, immer werden wirklich fantastische Geschenke an die Menschheit sichtbar, die angewandt nur Gutes bewirken, sei es in einem selbst oder im Staat oder für die Welt an sich. Unter diesen vielen bereits durchgeführten Untersuchungen findet sich jenes bemerkenswerte Werk mit dem Titel ‘al-Imam Ali wa-Huquq al-Insan (Imam ‘Ali und die Menschenrechte)’, das den Verfasser zum Doktor der Politologie machte, und dessen Veröffentlichung wir gerne zu Ehren des Forschers übernommen haben, was natürlich nichts ist im Vergleich zum dem, was jene an Verdienst erworben haben, die über die großartige Persönlichkeit von Imam ‘Ali geschrieben haben. Wir wollen die anderen großartigen Arbeiten nicht vergessen, so das Werk ‘al-Rai wa’l-Raiyyah (Der Führer und die Geführten)’, einem erklärenden Kommentar zum bewegenden Sendschreiben von Imam ‘Ali an den tapferen Malik al-Aschtar anlässlich dessen Ernennung zum Gouverneur von Ägypten. Dazu zähle ich auch ‘Ali ibn Abi-Talib ¯awt al-Adalah al-Insaniyyah (‘Ali, der Fürsprecher einer humanen Justiz)’ und natürlich auch viele andere.

4. Es ist höchste Zeit, eine Forschungsbibliothek einzurichten, die speziell alle Bücher und wissenschaftlichen Werke über das Erbe von 'Ali ausstellt, und mit allem ausgestattet ist, was die heutige Kommunikationstechnik hergibt, um den Informationsaustausch zu fördern.

5. Vielleicht sollte auch ein Fernsehkanal eingerichtet werden, bei dessen Sendungen es um die Tugenden von Imam ‘Ali geht, welcher der Verkündung seines Wissens und des von ihm berichteten Erbes dient, wo die Entwicklungsstufen seines gesegneten Lebens dargestellt werden. Dieser Kanal könnte Symposien organisieren und zum Gespräch über Imam 'Ali einladen, alle Fragen zu dieser großartigen Persönlichkeit beantworten und alle zugehörigen Themen erfassen.

6. Es sollte ernsthaft erwogen werden, an einer der international bekannten Universitäten auf einen Lehrstuhl über Imam ‘Ali ibn Abi-Ibn Abi Talib hinzuarbeiten, um die interessierten Forscher und Lernenden einzubinden und ihnen diesbezüglich eine Ausbildung auf Universitätsniveau zu ermöglichen. Ein reger Studentenaustausch mit dem Ausland würde sicher ein Übriges tun, um die Spezialisten weltweit auszubilden.

Es geht beim Vorschlagen dieser praktischen Schritte nicht darum, glühende Worte zu versprühen und leere Seiten zu füllen; mir geht es darum, ganz ernsthaft, aufrichtig und bestimmt unser aller Interesse daran zu wecken, um eine weltweite Wiederbelebung zu bewirken, um der Verpflichtung unseres Erbe von Imam ‘Ali nachzukommen, wodurch es uns so Allah will gelingen wird, uns von all denen abzugrenzen, die ihn verraten haben und sich selbst dieses Segens beraubt haben. Dieses Vorhaben ähnelt nicht zufällig dem Verhalten gegenüber dem Quran, wo der Quran deutliche Worte findet, um diejenigen zurechtzuweisen, die sich von ihm entfernt haben. Wenn diesen einmal klar geworden ist, was sie verlieren, wenn sie der Offenbarung Allahs den Rücken kehren, kommen sie schneller zurück als man denken möchte. Man findet sie in Universitäten und Versammlungen, wo sie ihn mit Gewinn zitieren und studieren und vielfältigen Nutzen daraus ziehen, denn welches Wissensgebiet findet sich nicht im Quran?

Die anlässlich des Geburtstages von Imam 'Ali veranstalteten Feiern und Gedenkveranstaltungen reichen aber nicht aus, den aktuellen und erforderlichen Bedarf an Nähe zu befriedigen, obwohl ihnen schon ein gewisses Maß an sozialem Bewusstsein innewohnt. Aber es damit genug sein zu lassen, reicht nicht aus, ohne jene zuvor empfohlenen Schritte ins Auge zu fassen. Vielleicht reicht es aus, einfach einmal in einer Ausgabe der Nahj al-Bal¡ghah zu blättern und sich eine Lektion zu Gemüte zu führen, die uns Allah dadurch erteilen mag. So haben ich es jedenfalls gemacht, und siehe da, es sind jene Texte ins Auge gefallen, auf die ich mich zu Beginn dieses Aufsatzes bezog.

Mit diesem ersten Schritt könnten wir den zweiten Schritt vielleicht schon ins Auge fassen, weil jeder, der dich von den Anhängern 'Alis über diese mangelhafte Situation klagen hört von dir persönlich ja ein gewisses Maß an persönlicher Entwicklung im Sinne seiner Moral, Verhaltensweise und Feinheit erwartet.

In diesem Zusammenhang hat mir ein Freund, der als Ingenieur in Deutschland lebt, erzählt, dass er und seine Familie einen anderen Iraker namens 'Ali besuchte. Er hatte eine Deutsche geheiratet, und es schien so, als ob die Ehe nur dem Zweck diente, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben. So erwartete er auch keine echte Ehefrau zu treffen. Doch genau das Gegenteil sahen mein Freund und seine Familie. Diese Frau hatte ein vorzügliches Auftreten und Benehmen. Als Antwort auf die Frage, was denn ihr Grund gewesen sei, diesen Ausländer als Ehemann zu akzeptieren, teilte sie mit, dass sie nur den Islam von ihm lernen wollte...

Welche Rolle Muslime und besonders die Anhänger von Imam ‘Ali spielen können, wird daran deutlich. Das zeigt auch, welche enorme Verantwortung darin besteht, den besten Erwartungen der anderen an unserem Islam in unseren Handlungen gerecht zu werden. Denn es ist das schöne Vorbild unseres Gesandten Allahs, unseres Imams, das die anderen davon ableiten, und unseren Ruf verdanken wir direkt dem Grad der echten Nähe zu diesen Vorbildern.

Ich denke, dass die Bekanntmachung der Werte von Imam 'Ali der ganzen Welt Segen bringen wird, weil sein Vorbild geeignet ist, ein Vorbild für die ganze Welt zu sein. Sie muss dies jedoch durch eigene Forschung herausfinden, wobei wir den anderen schon alleine durch das Präsentieren von Informationen Wege aus verfahrenen Situationen und Problemen weisen können, vielleicht schlimme Lebenskrisen meistern helfen und vor Selbstzerstörung bewahren können. Mit Hilfe des erbarmenden Gottes werden der Menschheit auf diese Weise möglicherweise neue Horizonte zum wahren Glück eröffnet.

Muhammad al-Yaqoobi
8. Rajab 1429 AH
12. Juli 2008

 

[1] Auszug aus (1) einem Vortrag von Ayatollah Scheich Muhammad al-Yaqoobi anlässlich eines Treffens mit der Delegation der Modernen Stadt (al-qarya al-a¥riyya) des Distrikts al-Nassiriyyah am 8. Rajab 1429 AH (12.07.2008),
(2) einem Vortrag anlässlich des Treffens mit Vertretern von Zivilorganisationen (OCS) des Distrikts al-Nassiriyyah am 15. Rajab 1429 AH (19.07.2008), und (3) einer Ansprache für andere Gäste anlässlich des Geburtstages von Imam ‘Ali.
[2] Nahj al-Balaghah, Predigt 182
[3] Nahj al-Balaghah, Predigt 182
[4] Nahj al-Balaghah, Predigt 116
[5] Nahj al-Balaghah, Predigt 128
[6] Nahj al-Balaghah, Predigt 25
[7] Nahj al-Balaghah, Predigt 97
[8] Nahj al-Balaghah, Predigt 25
[9] Nahj al-Balaghah, Predigt 97
[10] Nahj al-Balaghah, Predigt 116
[11]Nahj al-Balaghah, Predigt 147

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