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Offizielle Seite des Marjaa Ayatollah Sheikh Mohammad Musa Al-Yaqoobi
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Zweite Predigt

Im Namen Allahs, dem Gnädigsten, dem
Barmherzigsten
Die Aktivierung des privaten Sektors und die
Herausforderung der Zivilisationen 1
Nach Einkommen zu streben ist eine Form von Anbetung
Einer authentische Tradition zufolge soll Imam al-Sadiq
folgende Geschichte erzählt haben:
„Muhammad ibn al Munkadir
pflegte zu sagen: Ich hätte nie gedacht, dass Ali ibn al-Hussain
einen Nachfolger hinterlassen könnte, der genauso exzellent ist
wie er selbst, bis ich seinen Sohn Muhammad (al-Baqir) sah. Ich
wollte ihm eine Lektion erteilen, doch er erteilte mir eine. An
einem heißen Tag ging ich nach Medina, wo ich Imam al-Baqir sah,
der sich an zwei stärkere Sklaven angelehnt hatte.
Ich sagte zu
mir selbst: „Ein großer Mann aus Quraysh arbeitet um diese
Tageszeit, auf der Suche nach materiellen Dingen! Ich werde ihm
am besten einen Rat geben.“ Ich näherte mich ihm und grüßte.
Nach Luft schnappen grüßte er mich zurück. Wegen des heißen
Wetters lief ihm der Schweiß seinen Kopf und sein Gesicht
hinunter.
Ich sagte: „Möge Allah deine Angelegenheiten
verbessern! Ein großer Mann aus Quraysh ist um diese Tageszeit
auf der Suche nach weltlichen Dingen! Was wäre, wenn der Tod
dich in dieser Situation ereilte?“
Er nahm seine Hände von den
Schultern der Sklaven, lehnte sich an die Wand und sagte: „Wenn
ich in dieser Situation sterben sollte, so wäre ich in der Lage
des Gehorsams gegenüber Gott, wodurch ich meinen Wert vor dir
und den Menschen bewachen kann. Angst vor dem Tod habe ich nur,
wenn ich eine Sünde begehe.“
Ich sagte: „Gott segne dich!
Natürlich hast du recht. Ich beabsichtigte, dir eine Lektion zu
erteilen, doch du erteiltest mir eine!“
2
Nach Einkommen zu streben ist eine Art von Anbetung sowie
eine Art des Gehorsams gegenüber Gott, solange die Absicht
vorhanden ist, den Bedürfnissen derer, die von einem abhängig
sind, entgegenzukommen und solange man sich vom Erwerb illegaler
Dinge fernhält, auf das verzichtet, was andere besitzen und
durch wohltätige Dinge, wie zum Beispiel Bedürftigen zu helfen
oder Hilfsorganisationen zu etablieren Möglichkeiten für den
Gehorsam Gott gegenüber erhält. Dies ist eine der deutlichsten
Tatsachen in der Lehre des Islam, die am deutlichsten im Ahlul-Bayt repräsentiert werden.
Geschäfte und freie Arbeit sind die besten Mittel für Gewinne
Wir wollen uns nun mit den essenziellen Wegen für das Streben
nach Einkommen und den Gewinn des Lebensunterhalts bekannt
machen, und zwar im Licht der Tradition, die vom Ahlul-Bayt
berichtet wird.
Eine tiefe Einsicht in die Tradition des Ahlul-Bayt mit
Beachtung der Quellen zur Suche nach Einkommen und
Lebensunterhalt zeigt, dass die heiligen Imame vielmehr zur
Arbeit in Finanzen und Geschäften ermutigten als zu
irgendwelchen anderen Tätigkeiten. Dies bezüglich sollen sie
gesagt haben:
„9/10 der Nahrung liegen in den Finanzen.“
3
Ein ähnliches Zitat ist von Imam al-Sadiq überliefert,
demzufolge Finanzwirtschaft das vernünftige Vermögen vermehre.
Der Grund dafür ist, dass man durch geschäftliche Tätigkeiten
Erfahrungen, Können, Weisheit, Reife sowie Wissen über
Bedingungen, die Moral und das Verhalten des Menschen erwirbt.
Die heiligen Imame haben außerdem die Finanzwirtschaft zur
Würde des Mannes erklärt. Einem authentischen Bericht zufolge
sagte Imam al-Sadiq zu einem seiner Diener:
„Oh Dienergottes,
achte auf deine Würde... diese besteht daraus, auf Märkte zu
gehen und dich selbst dort zu ehren.“
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Sie warnten außerdem vor den schlimmen Konsequenzen einer
Pensionierung vom Geschäft. Al-Fudeil ibn Yasar berichtet, dass
er ein Mal Imam al-Sadiq darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass
er die Geschäfte aufgegeben hat. Der Imam antwortete:
„Warum
hast du das getan? Bist du zu schwach, um weiterzumachen? Auf
diese Weise wird dein Eigentum schwinden. Gebe die Geschäfte
nicht auf; vielmehr solltest du mit der Gnade Gottes weiterhin
danach streben.“
5
Über einen Mann, der sich vom Geschäft zurückzog, sagte Imam
al-Sadiq:
„Dieser Mann hätte wissen sollen, dass der Heilige
Bote Handelswaren von einer kommerziellen Karawane erwarb, die
aus Sham (heute Syrien, Libanon, Palästina und Jordan) kam und
Handel trieb, um seine Schulden begleichen zu können.“
Einige der Gefährten der heiligen Imame besaßen
Handelsgesellschaften, die Geld investierten (das heißt sie
gaben ihr Geld für Dinge aus, von denen sie Profite erwarteten).
Bureid al-Ajali, ein großer Gefährte Imam al-Baqirs und Imam
al-Sadiqs soll seinen Schwiegersohn Muhammad ibn Muslim, einen
der versiertesten Gefährten Imam al-Baqirs und Imam al-Sadiqs in
Fragen bezüglich deren Zuständigkeitsbereiche darum gebeten
haben, die Meinung Imam al-Sadiqs über eine Angelegenheit
einzuholen, für die er sich entschlossen hatte, sie zu
erledigen. „Viele Einzahlungen und Gelder sind mir anvertraut
worden und ich bin deshalb ruhelos. Ich würde jetzt gern alle
weltlichen Angelegenheiten aufgeben und die Gelder ihren
Eigentümern geben.“ Die Antwort des Imam war jedoch negativ.
Berichten zufolge war der Grund für den Aufstieg der
Waqifa-Sekte der, das Imam Musa al-Khazim, als er zum Märtyrer
wurde, viel Geld in den Händen derer überließ, die er zu Hütern
ernannt hatte. Deshalb weigerten sie sich, das Imamat seines
Sohnes Imam al-Rida anzuerkennen und leugneten auch den Tod Imam
al-Khazims. Beispielsweise hatte Ziyad ibn Marwan al-Qandi
70.000 Dinare und Ali ibn Abi-Hamzah 30.00 Dinare.
6
Einen Beweis für die große Summe an Geld, die der Imam besaß,
ist folgendes Ereignis: Ali ibn Ismael ibn Ja ´far al-Sadiq
lieferte an den Abbasiden-Herrscher Harun Informationen über
seinen eigenen Onkel, Imam al-Khazim. Dabei sagte Ali zu Harun:
„Ein Beispiel für seinen beträchtlichen Reichtum bezieht sich
auf den Erwerb einer Länderei namens al-Bashariyah durch den
Imam selbst. Als sie das Geld für die Länderei brachten, sagte
der Verkäufer: „Gebt mir andere Münzen.“ Dann befahl der Imam,
dass die Münzen zurück in seine Schatzkammer gebracht werden und
an ihrer Stelle 30.000 Dinare des Typs und des Gewichts gebracht
werden, die der Verkäufer wünschte.“
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Einigen Vermutungen zufolge soll dieses Geld der Profit von
einigen Investitionen sein, die der Imam seine Gefährten tätigen
ließ, jedoch sollen Sie nicht das Ergebnis religiös-finanzieller
Rechte gewesen sein. Die folgenden sind einige Beispiele für
diese Vermutungen:
-
Traditionen enthüllen, dass die heiligen Imame den
Erhalt jeglicher religiöser Gelder bis zur Zeit Imam
al-Jamals einstellten (mit Ausnahmen in einigen wenigen
Fällen), weil sie wegen der harten politischen
Unterdrückung und wegen strenger Verfolgung, Attacken
und Hauseinbrüchen, denen sie durch die regierenden
Autoritäten ausgesetzt waren, die Taqiyah ausführen
mussten (das heißt das Verstecken des eigenen Glaubens
und der Verzicht auf einfache religiöse Pflichten, wenn
das eigene Leben oder das der Gefährten in Gefahr ist).
Andere Traditionen übermitteln, dass Imam al-Khazim
speziell und die Nachkommen Abu-Talibs im allgemeinen
während der Regierung der Abbasiden in harter Armut
lebten. In einer der Vorladungen und Befragungen Imam
al-Khazims durch den Abbasiden-Herrscher wurde der Imam
über viele Dinge befragt, von denen eine den Anspruch
des Abbasiden-Herrschers auf die religiösen Steuern der
Schia (das heißt die Khumus-Steuer) war. Diese falsche
Anschuldigung verneinend sagte der Imam:
„Amir al-Muminin hat sich schon Gedanken gemacht über die
harte Armut, in der wir leben, über die Bekämpfung
vieler unserer Feinde und darüber, dass wir unsere
Rechte entbehren müssen, das heißt die Khumus-Pflicht,
die das Buch Gottes während früherer Generationen für
uns vorgesehen hat. Als ein Ergebnis davon haben wir in
Härte gelebt. Es ist uns verboten, Almosen anzunehmen,
während Gott für uns als Entschädigung die
Khumus-Pflicht vorgesehen hat. Deshalb mussten wir diese
Geschenke annehmen.“8
Einem anderen Bericht zufolge präsentierte der
Abbasiden-Herrscher Harun dem Imam einige Geschenke und
Geld, wozu der Imam sagte:
„Bei Gott schwöre ich: Ich
würde dieses Geschenk nicht annehmen, wenn ich den
Junggesellen der Nachkommenschaft Abu-Talibs für eine
Heirat keine finanzielle Hilfe zukommen lassen müsste,
so dass die Nachkommenschaft nicht versiegt.“
9
-
Imam al-Khazim verbrachte einen großen Teil seines
Imamats in den Gefängnissen der Abbasiden-Herrscher,
eine Periode von zirka 14 Jahren. Deshalb hatte er gar
nicht die Möglichkeit, in die Öffentlichkeit zu treten
und religiöse Steuern zu erhalten.
-
Die oben genannte Tradition über die große Summe
an Geld, die Imam al-Khazim besessen haben soll, zieht
die Tatsache mit sich, dass diese Gelder von seinen
Gefährten aufbewahrt wurde, die deren Hüter waren. Das
bedeutet, dass sie die Aufgabe hatten, diese Gelder zu
beaufsichtigen und so zu investieren, wie sie es als
passend erachteten.
Abschließend sei gesagt, dass die großen Geldsummen, die der
Imam zusammen mit seinen Gefährten angelegt hatte, nicht von
Geschenken oder kleinen religiösen Steuern stammten. Vielmehr
waren sie das Ergebnis einer großen finanziellen
Handelsgesellschaft, die er mit Hilfe von Geschenken und Spenden
etablierte und dann für seine Nachkommen anlegte, so dass sie
ihren finanziellen Bedürfnissen entgegenkommen können, von
tyrannisch herrschende Autoritäten unabhängig sein können und
das Böse von sich abwehren können.
Die Aktivierung des privaten Sektors: die einzige Lösung für
das Problem der Arbeitslosigkeit
Heutzutage leiden wir unter einem großen Problem, nämlich der
Arbeitslosigkeit und die steigende Zahl von Arbeitslosen. Leider
hat ein Großteil der Arbeitslosen zudem auch noch einen
Universitätsabschluss. Dieses Problem führt zu einer Vielzahl
schlechter Konsequenzen in sozialen, psychologischen,
wirtschaftlichen, kulturellen und sicherheitsbedingten
Bereichen. Wie dem auch sei, ist dieses Thema nicht den
schlechten Konsequenzen gewidmet.
Es ist befremdlich, dass die Regierung nicht in der Lage ist,
all diejenigen zu umarmen, die in ihren Büros arbeiten können
und dass sie nicht fähig ist, die Dienstleistungen der
arbeitslosen Individuen beizubehalten. Heutzutage sind circa 2,5
Millionen Personen für die Regierung tätig, natürlich sind
Pensionierte und andere in dieser Zahl nicht inbegriffen. Diese
Zahl ist aber in Wirklichkeit nicht passend zum Umfang der
Grundlagen des Staates. Das Ergebnis sind Schlaffheit, verhüllte
Arbeitslosigkeit und die Überlastung des staatlichen
Gleichgewichts. Irak ist wahrscheinlich das einzige Land der
Welt, in dem die Zahl der Beschäftigten das vierfache des
Investitionsvolumens beträgt.
Man muss also nicht explizit sagen, dass die Lösung dieses
Problems eine der Aufgaben der Regierung ist, von der gefordert
ist, Tätigkeitsfelder für die Arbeitslosen zu schaffen. Eines
der wichtigsten Felder ist in diesem Zusammenhang die
Aktivierung des privaten Sektors und damit die Unterstützung von
Agrar-, Industrie- sowie Tierzuchtprojekten. Obwohl diese
teilweise Lösung ihrer eigenen Probleme hat, Pein und
Behinderungen, lasst uns die Punkte des Problems diskutieren,
die in unseren Verantwortungsbereich fällt, da nämlich die
überwältigende Mehrheit der Arbeitslosen nach einer Tätigkeit im
öffentlichen Sektor strebt, während sie die Möglichkeit einer
Beschäftigung im privaten Sektor bzw. in der sog. „freien
Beschäftigung“ vollends ausblenden. Obwohl ich wohl über die
Probleme Bescheid weiß, die auf einen zukommen, wenn man solch
eine freie Beschäftigung schaffen will, scheint es für uns alle
notwendig zu sein, zu denken, Pläne zu schaffen, zu diskutieren
und die Optionen zu studieren, um anschließend innerhalb der
ersten Möglichkeit zu arbeiten, indem man sich seinen
Fähigkeiten entsprechend gegenseitig hilft. Wenn wir dies einmal
getan haben, werden wir zu Segen finden und entdecken, dass
„9/10 der Nahrung im Geschäft (das heißt dem freien Geschäft)
liegen“ sowie in Investitionen.
Wenn ich tief und mitteilsam die Notwendigkeit und die
Vorteile der Aktivierung des privaten Sektors demonstrieren
will, dann muss ich auch sagen, dass es diesbezüglich viele
ernste Probleme und Herausforderungen gibt, mit denen man
konfrontiert wird.
Eines dieser Probleme ist die Tatsache, dass es zur Zeit
Millionen von Menschen gibt, die Waisen, verwitwet, behindert
oder krank sind und außer Stande, eine Heirat zu arrangieren
sowie dringend Unterkunft benötigen. Und es ist unsere
gemeinschaftliche Verantwortung, diesen Menschen zu helfen und
ihr Leiden zu lindern.
Alle Wohltätigkeitsorganisationen und Organisationen der
Zivilgesellschaft sind von Spenden abhängig, und wenn sie diese
Gelder einmal ausgegeben haben, sind sie außer Stande, in
irgendeiner Weise aktiv zu werden. Und dieses Verhalten kann
natürlich nicht dazu beitragen, die Probleme zu lösen. Wenn
diese Organisationen weiterhin konsumieren, dann werden Sie es
nicht schaffen, ihre Pflichten zu erfüllen, während sie schon
durch den Gedanken an Unabhängigkeit und die Ökonomisierung
durch Aktivitäten in wirtschaftlichen Bereichen befähigt wären,
einem Großteil ihrer Bedürfnisse selbst entgegen zukommen.
Ein weiteres Problem ist, dass mit der Stabilisierung Iraks
immer mehr ausländische Unternehmen in das Land strömen, um hier
zu arbeiten und den Irakis den Boden unter den Füßen weg zu
nehmen. In Wirklichkeit hat das Ganze in dem Moment angefangen,
als sich die ausländischen Arbeitnehmer in diesem Land verstreut
hatten. Diesbezüglich haben vor einigen Wochen ein paar
ausländische Medien zu Tage gebracht, dass die irakische
Regierung die Regierung der Philippinen darum gebeten hatte, die
Vorladung irakischer Arbeitnehmer zu verbieten. Wenn das
irakische Volk dieses Problem nicht löst und bald
wettbewerbsfähig wird, dann wird es für das irakische Volk in
seinem eigenen Land - Gott bewahre - keinen Platz geben.
Die Aktivierung des privaten Sektors und die Herausforderung
der Zivilisationen
Dem Lauf der Aktivierung des privaten Sektors zu folgen, wird
sehr viel Gutes in dieser und in der nächsten Welt mit sich
bringen, da es folgende Ergebnisse haben wird:
-
Der private Sektor wird die irakische Manneskraft
in sich aufnehmen und die Arbeitslosigkeit zu einem
hohen Grad ausrotten.
-
Die Aktivierung des privaten Sektors wird als
Beitrag zur Blüte, zum Aufbau und zur Entwicklung des
Landes angesehen. Als eine allgemeine Tatsache ist der
Beitrag des privaten Sektors zur Wirtschaftspolitik der
Regierung nicht weniger wichtig als die Rolle des
öffentlichen Sektors, der direkt von der Regierung
aufrecht erhalten wird, und zwar unter Anbetracht der
Tatsache, dass Irak nach Jahrzehnten von Krieg,
Zerstörung, Massakern und unfreiwilligen Abbrüchen
gerade erst einen Neuanfang gestartet hat.
-
Die Aktivierung des privaten Sektors ist ein
Schritt zur Minderung der finanziellen und
administrativen Korruption, was das Hauptanliegen der
irakischen Regierung und das Ergebnis der Tatsache ist,
dass alle vertraglichen Arbeiten von Bau- und
Liefergewerbe in den Händen von korrupten
Geschäftsleuten und ihrer Tochtergesellschaften liegen.
Die Lösung wird also dann gefunden sein, wenn
angemessene Körperschaften ihren Platz einnehmen und
diese Mission in Angriff nehmen.
-
In Irak sieht man die Tendenz zu einer
Orientierung in Richtung „Freie Wirtschaft“, und an
einem nicht mehr allzu fernen Tag wird Irak zu einem
Feld des Wettbewerbs für internationale Unternehmen –
ein Wettbewerb, mit dem viele ethische, kulturelle,
soziale und wirtschaftliche Konsequenzen einhergehen.
Deshalb muss das Volk dieses Landes bereit sein, die
entstehende Lücke so zu füllen, dass all diese negativen
Konsequenzen und Resultate der Offenheit, die wegen der
sog. Globalisierung notwendig geworden ist, abgewehrt
werden. Dieser Wettbewerb entsteht aber nicht einfach
so, sondern erfordert vielmehr eine gemeinschaftliche
Zusammenarbeit.
-
Allgemein haben die Leute zwar einen Überschuss an
Geld, diese 1 oder 2 Millionen Dinare sind aber viel zu
wenig, um irgendetwas zu produzieren. Der Wunsch der
Eigentümer dieses Geldes ist es, das Geld in nützliche
Projekte zu investieren. Die Lösung dafür ist deshalb
die Etablierung von Handelsgesellschaften, die dieses
Geld sammeln und es dann in Projekte anlegen, deren
Profite allen zugute kommen. Da die Eigentümer aber
unglücklicherweise nicht die Absicht haben, ihr Geld
zunächst beiseite zu legen, werden sie von illusorischen
und schwindlerischen Unternehmen verführt, die
beispielsweise vom Webmarketing abhängig sind. Deshalb
ist es unsere Pflicht, „Ersatz“-Unternehmen zu schaffen.
-
Die aktuelle Finanzkrise, die lang anhielt, sowie
die Kritik und die Missbilligung des Kapitalismus
brachten die Experten dazu, den islamischen Plan für
Wirtschaft und Geldmanagement intensiv zu studieren.
Diese wirtschaftliche Perspektive des Islam wurde zur
einzigen Lösung, die vor der Krise retten könnte. Ein
essenzieller Aspekt des wirtschaftlichen Islams sind
Wucher-freie Banken. Wenn diese Banken es schaffen
wollen, den Kunden zu überzeugen und ihn mit Profiten zu
versorgen, dann ist von ihnen gefordert,
Investitionsmöglichkeiten für das Geld zu schaffen,
bevor sie es überhaupt von seinem Eigentümer erhalten.
Analog ist der erste Schritt zur Etablierung solcher
islamischer Banken die Gründung von
Investitionsunternehmen, die die Banken
weiterentwickeln, um deren Geld verwenden zu können.
Solch ein geheiligter Schritt wird dann ein Heilmittel
im Zusammenstoß der Völker sein, den andere über uns
hereinbrechen ließen.
-
Einige Beamtenberufe im zivilen wie auch im
militärischen Bereich bringen die Anwendung von
Vorurteilen, Ungerechtigkeit und die Verletzung
religiöser Verbote mit sich, da nämlich ein Beamter in
den oben genannten Positionen die Anordnungen und
Regelungen der Regierung nicht missachten kann, weil er
ansonsten entlassen werden würde. Das bedeutet, dass die
Beamten zu einem Werkzeug der Ungerechtigkeit werden,
wovor die heiligen Imame wie auch der heilige Koran
warnten und die schmerzlichen Ergebnisse
veranschaulichten, zu denen es kommen würde, wenn man
den Unterdrückern bei der Anwendung von Vorurteilen
gegenüber Menschen hilft. Dann ist es für die gläubigen
Menschen besser, gar nicht nach den Beamtentum zu
streben, und stattdessen nach anderen, legalen
Einnahmequellen zu suchen.
-
Jeder weiß gut, dass Wirtschaft die
Hauptschlagader des Lebens ist, und derjenige, der die
Wirtschaft kontrolliert und eine effektive Rolle darin
trägt, der wird auch in anderen Bereichen des Lebens
eine ähnlich effektive Rolle haben, einschließlich der
politischen, sozialen und sogar der doktrinellen
Bereiche. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache planten
die heiligen Imame des Ahl al-Bayt die wirtschaftliche
Unabhängigkeit ihrer Mitstreiter von den herrschenden
Regimes,so dass sie ihre Identitäten und Eigenheiten
erhalten können und die Verschmelzung mit den Regimes
verhindern können. Nachdem die herrschenden Autoritäten
dieses starke Element der Schule des Ahl al-Bayt bemerkt
hatten, versuchten sie, die finanziellen Ressourcen der
Mitstreiter des Ahl al-Bayt versiegen zu lassen und ihr
Eigentum zu beschlagnahmen. Kurzum, wirtschaftliche
Unabhängigkeit war das Mittel, das ihre Freiheit und
Würde erhielt.
-
In vielen Fällen sind die Gehälter der Beamten,
mit einigen Ausnahmen, viel zu niedrig, um den
essenziellen Erfordernissen eines anständigen Lebens
entgegenkommen zu können. Deshalb muss sich ein Beamter
zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: entweder muss
er mit dem Minimum dessen, was zum Leben notwendig ist
leben, oder aber er wendet sich unehrlichen wegen zum
Einkommenserwerb zu. Die Arbeit im privaten Sektor aber
öffnet – mit der Gnade Gottes – weitere Horizonte des
Einkommenserwerbs.
Die berühmte Epistel von Imam Ali an Malik al-Ashtar, als er
zum Herscher von Ägypten ernannt wurde, beinhaltet Paragraphen,
die die Sorge des Imam bezüglich der Aktivierung des privaten
Sektors zum Ausdruck bringen. Indem er Bezug auf die
verschiedenen Klassen der Gesellschaft, wie zum Beispiel auf
Soldaten, Richter, Arbeitgeber oder Beamte nahm, sagte er:
„Der
Reichtum dieser ganzen Vereinbarungen hängt von den Händlern und
Industriellen ab. Sie agieren als ein Medium zwischen
Konsumenten und Lieferanten. Sie sammeln die Bedürfnisse der
Gesellschaft. Sie üben diesen Beruf aus, um Güter zur Verfügung
zu stellen. Sie eröffnen Geschäfte, Märkte und Handelszentren.
Indem sie den Konsumenten die Produkte ihrer Bedürfnisse
liefern, nehmen Sie den Bürgern die Last ab, nach den
Erfordernissen des Lebens selbst zu hasten.“
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Ohne Zweifel kann nicht jedes Individuum erfolgreich in der
Finanzwirtschaft, der Industrie o. ä. Beschäftigungen arbeiten,
da – in prophetischen Worten – „jedem Individuum der Zugang zu
dem Zweck gegeben ist, für den es geschaffen wurde“. Das
diskutierte Projekt, das für eine mitteilsame Wiedergeburt im
privaten Sektor plädiert, ist hauptsächlich an diejenigen
gerichtet, die die Effizienz und Klugheit besitzen, diese
Mission anzugehen und in diesem Sektor aktiv zu werden, sowie an
die Finanzmakler und einflussreichen Leute, die ihren Brüdern
auf dem Weg der Etablierung hilfreich sein können.
Wenn ich dies sage, dann habe ich die Absicht, den Geist des
Enthusiasmus und der Ambitionen zu erwecken, und diejenigen zu
warnen, die zu Arbeit fähig sind, sich aber mit den
routinemäßigen Arbeiten der Regierung zufrieden geben.
Schließlich haben alle tyrannischen Regimes, vor allem das von
Saddam, jegliche Ambitionen getötet und minderten alle Gedanken
im Innern der Irakis bis zu dem Grad, dass alle von ihnen es
akzeptierten, mit weniger als dem Minimum zu leben und es
scheuen, nach einem anständigen Leben zu streben, nachdem wir
doch den Allmächtigen bitten sollen. Unglücklicherweise ist
dieser Zustand bei den Irakis, die schon immer in Irak lebten,
viel offensichtlicher, als bei denjenigen, die die Möglichkeit
hatten, einen Blick in andere Länder zu werfen.
In der Predigt zum „Kleinen Bairam“ erwähnte ich, dass diese
gesegnete Bewegung (das heißt die der Aktivierung des privaten
Sektors) eine der positiven Anzeichen der Erwartung und der
Ebnung des Weges für das Kommen des Imam al-Mahdi ist.
Oh Allah, bitte vergib den gläubigen Männern und Frauen, und
den muslimischen Männern und Frauen, den lebenden, wie auch den
Toten, und lass uns mit ihnen in Freude und Glückseligkeit
zusammenkommen. Wirklich, Du antwortest auf Gebete, im Namen
Muhammads und seines unfehlbaren Haushalts.
- Dies ist die zweite Predigt des
Gemeinschaftsgebets zum Großen Bairam des Jahres 1429 n. H.
/ 9. Dezember 2008
- Şeyh al-Kulayni, al-Kafi,
5:73-74, H.1.
- Al-Hurr al'Amili, Wasa'il
al-Shı'ah, 12:3-5, H.3,4,5,8,12.
- Al-Hurr al'Amili, Wasa'il al-Shı'ah,
12:3-5, H.2,10,12.
- Şeyh al-Kulayni, al-Kafi, 5:149,
H.11.
- Mu'jam Rijal al-Hadith, 7:318.
- Şeyh al-Saduq, 'Uyun Akhbar al-Rida,
2:72
- 'Allamah al-Majlisi, Bihar al-Anwar,
11:404.
- Al-Hurr al-'Amili, Wasa'il al-Shi'ah,
S. 151, H.11.
- Nahj al-Balaghah, Brief Nr. 53
nach oben
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