|
Offizielle Seite des Marjaa Ayatollah Sheikh Mohammad Musa Al-Yaqoobi
|
zurück
Erste Predigt

Im Namen Allahs, dem Gütigsten, dem
Barmherzigsten
Gebet: Der Beste aller andächtigen Akte und
die Waffe der wahren Gläubigen
1
Jede Preisung gebührt Allah, dem Herren der
Welten und möge Sein Segen über unserem Führer Abu´l- Qasim
Muhammad und über seiner reinen Familie sein.
Taten werden anhand ihrer
Resultate bewertet
Es wird berichtet, dass Imam Ja´far al-Sadiq
folgendes gesagt haben soll:
„Derjenige, der wissen will, ob sein rituelles Gebet erhört
wurde oder nicht, der sollte überlegen, ob ihn sein Gebet von
Unanständigkeit und vom Bösen fern gehalten hat, denn je mehr
einen das Gebet von solchen Dingen fernhält, umso mehr wurde es
erhört.“
Natürlich sagte der Imam dies aufgrund des folgenden
Koran-Verses:
"Rezitiert das, was euch vom Buch offenbart wurde und
behaltet das Gebet bei. Sicherlich hält einen das Gebet fern von
Unanständigkeit und Bösem. Und sicherlich ist die Erinnerung an
Allah das Großartigste; und Allah weiß, was ihr tut."
(29/45)
Es wird berichtet, dass der Gesandte Allahs
(s.) ähnliches gesagt haben soll:
"Derjenige, der durch sein Gebet nicht von Unanständigkeit
und Bösem fern gehalten wird, erhöht nichts anderes als seine
Entfernung zu Gott.“
2
Es wird auch berichtet, dass ein junger Mann
dem heiligen Propheten im Gemeinschaftsgebet folgte, aber
gleichzeitig unanständig war. Als der heilige Prophet davon in
Kenntnis gesetzt worden war, sagte er:
"Eines Tages wird ihn sein Gebet davon abhalten, solche Taten
zu begehen.“
3
Aus dieser Einleitung schießen wir, dass eine
Tat anhand des Zwecks, wegen dessen sie getan wurde, bewertet
wird. Analog heißt das, dass die Perfektion, mit der eine Tat
ausgeführt wurde und der Grad des Endresultats, den die Tat
erreicht, den Wert der Tat bestimmen. Anders gesagt: der Wert
einer Tat folgt dem Wert des Täters, da Taten selbst wertlos
sind. Folgende Aussage Imam Alis (a.) unterstützt diese
Tatsache:
„Der Wert eines Individuums liegt in seinen
Errungenschaften.“
4
Religiösen Pflichten wird
nachgegangen, um Frömmigkeit zu erreichen
Eine tiefe Untersuchung der Logik von
religiösen Pflichten und von andächtigen Taten zeigt, dass der
Zweck hinter diesen darin liegt, den Grad der Frömmigkeit (das
heißt sich selbst gegen das Böse schützen zu können) zu
erreichen, sich an Gott, den Allmächtigen zu erinnern und Ihn
während allen offenen und geheimen Taten zu fürchten. Der vorhin
erwähnte Zweck der Durchführung des rituellen Gebets ist ein
Beweis für diesen Anspruch. Über das rituelle Fasten sagt der
Koran:
"Oh, Ihr, die glaubt, das Fasten ist für euch vorgeschrieben,
genauso wie es auch denen vor euch vorgeschrieben war, so dass
ihr fromm sein möget." (2/193)
Über die Logik, die die Spende eines Tieres
durch diejenigen, die die rituelle Pilgerreise (hajj) vollziehen
beinhaltet, sagt der Heilige Koran:
"Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreichen Allah. Aber für
ihn ist eure Frömmigkeit akzeptabel." (22/37)
Über die Totalität der religiösen Riten sagt
der Heilige Koran:
"Wenn irgendjemand die Zeichen Allahs respektiert, dann ist
dies das Ergebnis der Frömmigkeit der Herzen." (22/32)
Selbst in den Gesetzen über die
Pflichtenerledigung erinnert der Allmächtige seine Diener an die
Frömmigkeit. Zum Beispiel wird das Wort „Frömmigkeit“ in der 12
Verse umfassenden Sure (also Kapitel) al-Talaq (Scheidung,
Trennung) fünfmal wiederholt. Der Grund für die Konzentration
auf die Frömmigkeit ist der, dass Frömmigkeit der beste Weg ist,
um Selbstperfektion, Triumph und Erfolg zu erreichen.
Diesbezüglich sagt der Heilige Koran:
"Trefft Vorkehrungen, wobei die beste Vorkehrung die
Frömmigkeit ist. Oh ihr, die das gesprochene Wort verstehen,
denkt auch an eure Pflichten mehr gegenüber." (2/197)
Zu einem anderen Anlass heißt es:
"Sicherlich ist Allah mit denjenigen, die gegen das Böse
schützen und die sich anderen gegenüber rechtschaffen
verhalten." (16/128)
Da alle Taten anhand ihrer Resultate und
Ergebnisse bewertet werden, sagt der heilige Koran außerdem:
"Das Ende ist für die Frommen." (7/128)
Der Tag von Arafah: Der
Reuetag
Gestern war der Arafah-Tag, ein Tag der
Gebete, der Reue und der Flehungen um Vergebung. Wenn wir wissen
wollen, ob wir gestern von Gott akzeptiert wurden, unsere Gebete
erhört wurden und wir zu den Menschen zugeteilt wurden, die
Allah gehorsam sind, dann ist es notwendig, dass die Ergebnisse
von gestern Auswirkungen auf unser heutiges Handeln haben, und
es ist notwendig, dass wir unsere früheren Taten, die mit den
Bestimmungen des Gehorsams gegenüber Allah unverträglich waren,
bereuen. Von uns wird außerdem verlangt, dass wir entschließen,
keine für den Herren in akzeptablen Dinge mehr zu tun, dass wir
alles, was wir auf unfaire Weise bekommen oder benutzt haben dem
jeweiligen Besitzer zurückgeben, dass wir diejenigen, die wir
ungerecht behandelt haben um Vergebung bitten und dass wir ein
neues weißes Blatt der Taten aufschlagen, das von der Güte des
Allmächtigen abhängt.
Das Gebet ist eines der Mittel, um
Frömmigkeit zu erreichen, sowie alle Hoffnungen erfüllen zu
lassen und alle Bedürfnisse zu stillen. In diesem Zusammenhang
sagt der heilige Koran:
"Euer Herr sagt: „Ruft mich an; ich werde eure Gebete
erhören“." (40/60)
"Wenn meine Diener euch nach mir fragen,
dann bin ich ihnen tatsächlich nahe: ich erhöre die Gebete eines
jeden Beters, wenn er mich anruft. Lasst sie auch meinen Ruf
hören und an mich glauben, damit sie auf den richtigen Weg
gelangen." (2/81)
Die Erklärung dieses heiligen Verses:
"Mit dem, was Allah aus seiner Barmherzigkeit heraus der
Menschheit verleiht, kann keiner mithalten." (35/2)
Es ist überliefert, dass Imam al-Sadiq folgendes gesagt haben
soll: „Dies ist das flehende Gebet.“
5
Gebet: Der einfachste Weg zum
größten Reichtum
Brüder und Schwestern,
eine Tatsache, der wir uns nicht bewusst sind
ist die, dass wir über das Mittel verfügen, das uns all die
Mengen der Barmherzigkeit Allahs eröffnet, die alle Dinge
umfasst. Dieses Mittel ist das flehende Gebet. Stellt euch vor,
dass einer unter euch in seinem Kopf über das Mittel verfügt,
dass ihm dabei hilft, eine Person hoher Stellung und von großer
Macht zu werden. Dann wird diese Person sehr bedacht mit diesem
Mittel umgehen und dafür sorgen dass es immer benutzbar sein
wird. Nun haben wir in unseren Händen ein sehr einfaches Mittel,
das uns zu den größten Schätzen der Erde führen kann. Dieses
Mittel ist das Gebet. Dennoch benutzen wir dieses Mittel nicht.
Diesbezüglich sagt Imam Ali ibn al-Hussein al-Sajjad:
„Gäbe es irgendeine Kreatur, die eine andere Kreatur zu dem
geführt hätte, zu dem Du deine Diener führtest, so würde er als
gütig und freundlich beschrieben werden und in allen Sprachen
gepriesen werden. Also gebührt Dir jede Lobpreisung, solange man
einen Weg zur Lobpreisung findet und solange es dafür Worte
gibt!“
6
Imam al-Sadiq soll folgendes gesagt haben:
„Fleht Gott an, so oft ihr könnt, denn alle eure Gebete sind
der Schlüssel zu allen Vorteilen, Erfolgen und Bedürfnissen.
Schließlich kann Gott nur mittels des Gebets erreicht werden und
jede Tür, an die sehr oft geklopft wird, wird früher oder später
geöffnet werden.“
7
Das Gebet umfasst im heiligen Koran und in
den Traditionen des Ahl al-Bayt (also von der unfehlbaren
Familie des heiligen Propheten) ein großes Gebiet der
Wichtigkeit. Diesbezüglich existiert ein authentisches Zitat von
Imam al-Baqir:
"Über der Auslegung dieses heiligen Verses:
„Diejenigen, die zu arrogant sind, mir zu dienen, werden sich
mit Sicherheit in der Hölle, einem Ort der Demütigung finden."
(40/60)
Dem Allmächtigen zu dienen, so, wie es in diesem Vers gesagt
wird, bedeutet, dass man beten muss. Des Weiteren ist das Gebet
die beste Form der Anbetung."
8
Die Bestätigung dieser Tatsache liegt im
Anfang des oben erwähnten heiligen Verses, der folgendermaßen
lautet:
"Euer Herr sagt: „Ruft mich an; ich werde eure Gebete
erhören.“
Aus dem heiligen Vers
"Abraham war wirklich weichherzig und nachsichtig."
(9/114)
soll Imam al-Baqir das Wort „weichherzig“ als „sehr oft betend“
interpretiert haben.
9
Und Imam al-Sadiq soll gesagt haben, dass
Imam Ali sehr oft betete. 10
Der Heilige Koran sagt:
"Sagt: „Mein Herr würde sich nicht um euch kümmern, wenn ihr
nicht beten würdet; aber ihr habt tatsächlich (die Wahrheit)
abgewiesen; so soll das kommen, was spalten soll." (25/77)
"Fragt Allah nach Seiner Großartigkeit;
mit Sicherheit weiß Allah alles." (4/32)
Beten für alles und jeden
Wir müssen den Allmächtigen für jede
Angelegenheit anbeten, egal, wie geringfügig sie sein mag. Es
ist eine Tatsache, dass wir in jedem einzelnen Moment unseres
Lebens, mit jedem Atemzug und mit jedem Blinzeln unserer Augen
auf verzweifelte Art und Weise Allah brauchen, der im Gegensatz
zu uns völlig unabhängig von irgendwelchen Bedürfnissen der Welt
ist. Deshalb dürfen wir nie aufhören, uns in allen
Angelegenheiten an Ihn zu wenden, selbst wenn wir glauben, diese
Angelegenheit sei zu unbedeutend und zu einfach als dass sie es
wert wäre, für sie zu beten. Diesbezüglich soll der heilige
Prophet Folgendes gesagt haben:
"Betet zu Gott, dem Allmächtigen
und Majestätischen für alles was ihr braucht, selbst für die
Schnalle eurer Sandalen. Denn wenn Er es nicht einfach machte,
so wäre selbst sie Schnalle nicht einfach zu erwerben.“
"Ihr sollt euren Herren für alle eure
Bedürfnisse anbeten, selbst um die Erneuerung eurer
Sandalen-Schnallen, wenn diese gerissen sind.“
11
"Soll ich euch zu einer Waffe führen, die
euch vor euren Feinden schützen und die euren Lebensstandard
erhöhen wird?... Betet und fleht Tag und Nacht vor Allah um
Hilfe, denn das Gebet ist die Waffe der gläubigen Menschen.“
12
Es wird berichtet, dass Imam Musa al-Khazim
gebeten worden ist, folgendes berühmtes Sprichwort zu
kommentieren:
„Für jede Krankheit gibt es ein Heilmittel.“ Also
soll er gesagt haben: „Für jede Krankheit gibt es ein Gebet.
Wenn der Kränkelnde dazu inspiriert wird, dieses Gebet von sich
zu geben, dann heißt dies, dass für ihn die Erlaubnis zur
Genesung erteilt wurde.“
13
Imam al-Sadiq soll folgendes gesagt haben:
„Haltet die Gebete ein, denn es gibt keinen vergleichbaren Weg
der Nähe zu Gott. Nehmt nicht aufgrund der Bedeutungslosigkeit
der Angelegenheit, um die ihr beten wollt, Abstand davon, Ihn
anzubeten. Denn derjenige, der unbedeutende Sünden begeht, ist
identischer Weise auch derjenige, der große Sünden begeht.“
14
Beten unter allen Umständen
Das Gebet ist nicht nur für bestimmte
Umstände gedacht; es muss unter allen Umständen ausgesprochen
werden, selbst in Zeiten von Luxus und Reichtum. Dennoch fühlen
die Menschen nur in Zeiten von Not und Schwierigkeiten die
Erfordernis des Gebets. Abu Walad, einer der
vertrauenswürdigsten Freunde von Imam Musa al-Khazim berichtet
folgendes:
„Mitten in den härtesten Umständen, die der Schia
durch den Abbasiden-Herrscher al-Mansur auferlegt wurden, nach
dem Martyrium von Imam Ja´far al-Sadiq und nach den Massakern,
die durch diesen Tyrann an den Parteigängern des Imam verübt
wurden, besuchte ich Imam al-Khazim in Medina, um ihm etwas zu
übergeben. Nach dem ich es ihm übergeben hatte, gab er mir
folgende Anweisung:
„Übermittle deinen Freunden von mir
folgendes: Fürchtet Gott, den Allmächtigen und Majestätischen,
denn ihr seid die Untertanen eines Tyrannen mit dem Namen al-Mansur al-Dawaniqi.
15 Also haltet eure Worte zurück, sorgt euch
um euch selbst, wehrt alles ab, was ihr als gefährlich für uns
erachtet und behaltet eure Gebete bei. Wirklich, beten und Gott
anflehen wehren Bedrängnis ab, selbst wenn alles schon
entschieden ist und nichts übrig bleibt, als diese Entscheidung
umzusetzen. Deshalb fleht Gott aufrichtig an, so dass Er euch
vor Bedrängnissen schützen möge.“
Daraufhin sagte Abu-Walad:
„Als ich meinen
Freunden diese Anweisung übermittelte, führten sie sie aus und
führten somit den Fluch Gottes über auf diesen Tyrannen herbei.
Im selben Jahr machte sich al-Mansur zwar auf den Weg nach
Mekka, starb aber in Bi´r-Maymun, einer Region nahe Mekka, ohne
seine rituelle Pilgerreise durchführen zu können. So rettete uns
Gott vor seiner Drangsal. Ebenfalls im selben Jahr machte auch
ich mich für die rituelle Pilgerreise auf den Weg und besuchte
Imam al-Khazim, der zu mir folgendes sagte:
„Oh, Abu-Wallad, was
denkst du über den Effekt von dem, was ich dich anwies zu tun
und dem Ergebnis von Gottes Fluch über al-Dawaniqi, den du und
deine Freunde herbeigeführt habt? Oh, Abu-Wallad, wann immer die
Not einen gläubigen Diener Gottes heimsucht und Gott ihn dazu
inspiriert, Ihn um Rettung anzuflehen, dann heißt dies, dass es
nicht mehr lange dauern wird, bis die Zeit der Not verschwunden
ist. Das heißt aber auch, dass die Not viel länger dauern wird,
wenn der davon betroffene gläubige Diener von der Anflehung um
Erlösung und Rettung Abstand nimmt. Deshalb sollt ihr immer,
wenn ihr von Not und Elend betroffen seid, die Anflehungen um
Gottes Rettung beibehalten.“
16
Über das berühmte Gebet Du ´a ´al-amin (Gebet
für die Sicherheit), das mit den Worten „Oh der, durch den die
Knoten der verhassten Dinge gelöst werden“ beginnt und das eines
der Gebete von al-Sahifah al-Sajjadiyyah (Gebete des Imam Ali
ibn al-Hussain al-Sajjad) ist, soll Imam al-Hadi folgendes
gesagt haben:
„Die Nachkommen Muhammads, alle von ihnen, flehen
Gott mit diesen Worten an, wenn sie ein Martyrium, die
Vorherrschaft des Feindes, Armut, einen Zustand von Depressionen
o. ä. voraussehen.“
Gebete stoppen Verzweiflung und Frustration
Um den Menschen dabei zu helfen, keine Opfer
von Verzweiflung, Trübsinn, Aufgabe und Frustration zu werden,
die aus der Unfähigkeit herrühren, die gesetzten Ziele zu
erreichen, haben die heiligen Imame des Ahl al-Bayt die
Aufmerksamkeit der Menschen auf die Tatsache gelenkt, dass das
Gebet das erfolgreichste Mittel für Veränderungen ist, selbst
wenn die Angelegenheit schon völlig vorherbestimmt ist und es
sehr schwer ist, noch etwas zu ändern. Diesbezüglich soll Imam
al-Sadiq folgendes gesagt haben:
„Betet immer zu Gott und
betrachtet die Angelegenheit nicht so, als sei sie schon
beendet. Vor Gott, dem Allmächtigen gibt es eine Rangliste, die
man nur durch Gebete erreichen kann. Wenn ein Diener seinen Mund
verschließt und für nichts betet, so wird er auch nichts
bekommen. Deshalb solltet ihr immer beten, um auch etwas zu
bekommen. Wirklich, eine Tür, an die oft geklopft wird, wird
früher oder später geöffnet werden.“
17
Bei einer anderen Gelegenheit sagte Imam
al-Sadiq:
„Gebete heben Vorherbestimmungen auf bzw. brechen sie
ab, genauso wie Fäden durchgeschnitten werden können, wenn sie
aufgewickelt und völlig verknotet sind.“
18
Imam Ali, der Führer der Gläubigen sagte:
„Der Grund für das Verschwinden von Anmut und Luxus von
irgendwelchen Leuten liegt in den von ihnen begangenen Sünden.
Gott ist Seinen Dienern gegenüber nicht unfair. Wenn sie gebetet
hätten, so besäßen sie auch noch ihren Luxus. Wenn sie sich zu
Gott auf ehrliche Weise und ohne Anzeichen von Verlangsamung
oder Exzessen begeben hätten, dann hätte Gott sie sicherlich vor
Unglücken geschützt und ihnen zurückgegeben, was sie verloren
hatten.“
19
Umstände, unter denen Gebete erhört werden
Zweifellos zählt nicht jedes lallende Wort
als Gebet; vielmehr muss es gewisse Umstände geben, unter denen
die Gebete erhört werden. Es wird berichtet, dass einer der
Gefährten Imam al-Sadiqs zu diesem folgendes gesagt haben soll:
„Im Buch Gottes gibt es 2 Verse, die ich in der Realität nicht
finden kann, obwohl ich sie suche.“
„Welche Verse sind es?“ fragte der Imam.
„Einer von ihnen ist dieser: ´Ruft mich an;
ich werde eure Gebete erhören`. Obwohl wir Ihn anrufen, können
wir keine Antwort finden.!“ sagte der Mann.
„Denkst du etwa, dass Gott Sein Wort brechen
könnte?“ fragte der Imam.
„Nein, das tue ich nicht,“ antwortete der
Mann.
„Nun, was ist dann der Grund?“ fragte der
Imam weiter.
„Ich weiß es wirklich nicht,“ antwortete der
Mann.
„Also,“ sprach der Imam,
„ich werde es dir
erklären. Wer Gott, in allem, was Er befiehlt, Gehorsam leistet
und dann zu Ihm betet, und zwar so, wie es sich gehört, dessen
Gebete werden definitiv von Ihm erhört werden.“
„Wie gehört es sich zu beten?“ fragte der
Mann weiter.
Der Imam antwortete: „Beginne deine Gebete
damit, Gott zu preisen, Seine Großzügigkeit dir gegenüber
aufzurufen, Ihm zu danken, Ihn um Seinen Segen für den heiligen
Propheten anzuflehen und damit, deine Sünden aufzuzählen und
zuzugeben. Dann flehe Ihn um Schutz vor den Konsequenzen dieser
Sünden an. Dies ist die richtige Art zu beten. Welchen Vers
verstehst du außerdem nicht?“
„Der andere ist dieser: ´Er wir dir alles
ersetzen, was du für Seinen Zweck ausgegeben hast und Er ist der
beste Versorger für Nahrung.`Obwohl ich immer für Seine Zwecke
Ausgaben habe, sehe ich keinen Ersatz dafür,“ sagte der Mann.
„Denkst du etwa, dass Gott Sein Wort brechen
könnte?“ fragte der Imam.
„Nein, das tue ich nicht,“ antwortete der
Mann.
„Nun, was ist dann der Grund?“ fragte der
Imam weiter.
„Ich weiß es wirklich nicht,“ antwortete der
Mann.
„Also,“ sprach der Imam,
„wenn einer von euch
etwas auf gerechtem Weg verdient und es auf gerechten Weg
ausgibt, dann wird Gott jede einzelne ausgegebene Münze in ihrem
Wert steigen lassen und den Ausgeber mit etwas belohnen, das dem
neuen Wert der Münzen entspricht.“
20
Um Missverständnissen vorzubeugen, möchten
wir folgendes hinzufügen: Wenn wir sagen, dass es bestimmter
Voraussetzungen bedarf, ohne die ein Gebet nicht erhört wird, so
meinen wir nicht etwa, dass dir Großzügigkeit des Allmächtigen
beschränkt oder begrenzt ist, oder dass Er für Seine Gaben
bestimmte Voraussetzungen festsetzt. All Seine Güte wird als
Gefallen betrachtet, den Er für alle Seine Kreaturen tut,
einschließlich derer, die sie nicht verdienen. In einem Gebet,
dass zu den Ritualen im Monat Rajab gehört, heißt es:
„Oh Er,
der den Flehenden erhört; Oh Er, der aus Seiner Freundlichkeit
und Güte heraus denjenigen gibt, die Ihn nicht fragen oder Ihn
gar anerkennen...“
Im normalen Leben stellen Menschen, die als
großzügig charakterisiert werden, keine Bedingungen als
Entschädigung für ihre Gaben. Deshalb ist es unmöglich für den
All-Großzügigen Herren, irgendwelche Bedingungen für seine Gaben
zu stellen; vielmehr bewilligt er Seinen Lebewesen die Dinge
ohne irgendwelche Bedingungen.
In seinem berühmten Gebet am Tag der Reue
sprach Imam al-Hussain:
„Oh, mein Gott: Deine Freude ist doch
viel zu geheiligt, als dass sie von Dir aus einen Grund
bräuchte; deshalb kann sie erst nicht recht von mir aus einen
Grund benötigen."
Genauso wie die Großzügigkeit sind auch alle
anderen Eigenschaften von Gott, dem Allmächtigen viel zu heilig,
als dass sie einer Begründung bedürften, schließlich sind sie
doch Seine Essenz; deshalb ist es unmöglich, dass Seine
Großzügigkeit aus den Reihen Seiner Kreaturen eine Begründung
erfordern könnte.
Der Punkt ist, dass die heiligen Imame mit
der Benennung bestimmter Voraussetzungen für die Erhörung von
Gebeten nur das Ziel vor Augen hatten, die Menschen zu lehren
und sie zur Selbstperfektion zu führen, so dass sie glücklich
werden, in einer ausreichenden Menge gute Diener des
Allmächtigen werden und es wert sind, die göttlichen
Ausstrahlungen zu erhalten.
Imam Ali, der stolz auf diese Dienerschaft
war, sagte:
„Oh, mein Gott: einer Deiner Diener zu sein, ist die
größte meiner Ehren;und dass Du mein Herr bist, ist mein größter
Stolz. Da Du genau so bist, wie ich will (das Du bist), hilft
mir bitte dabei, auch genau so zu werden, wie du es von mir
wünschst.“
21
Die Umstände, unter denen Gebete erhört
werden, können von Diskursen des heiligen Propheten und der
Imame abgeleitet werden. Einige dieser Umstände stehen im Bezug
zur Zeit. Anders gesagt: es gibt bestimmte Zeiten, zu denen
Gebete erhört werden, so z. B. Donnerstag nachts, freitags, die
Zeit zwischen Dämmerung und Morgen, mittags sowie an Fastentagen
wie diesem (das heißt Id al-Adha-Tag) und auch andere
Fastentage, die im Buch der empfohlenen und erwünschten Rituale
erwähnt werden.
Andere Umstände nehmen Bezug auf Orte: das
heißt es gibt bestimmte Orte, wie zum Beispiel die Schreine der
heiligen Unfehlbaren (ma ´sumin: der heilige Prophet, Fatima und
die 12 Imame), Moscheen, vor allem die Vier Moscheen (das heißt
die heilige Moschee von Mekka, die Moschee des Propheten in
Medina, die Moschee von Jerusalem sowie die al-Kufah-Moschee)
und andere, an denen Gebete erhört werden.
Andere Umstände beziehen sich auf
Geschehnisse, das heißt es gibt bestimmte Geschehnisse, während
derer Gebete erhört werden. Dazu gehören Regen,
Gemeinschaftsgebete und Gebete zum Wohl anderer.
Wieder andere Umstände beziehen sich auf die
persönliche Status des Flehenden, wie zum Beispiel:
1. wenn der Flehende Zeremoniell rein
ist
2. wenn der Flehende vor dem
Allmächtigen in einem Zustand der Erschöpfung ist
3. wenn die Flehungen sofort nach der
Ausübung eines Gebets, vor allem den obligatorischen
rituellen Gebiete ausgesprochen werden, denn für jeden
Gläubigen gibt es eine beantwortete Bitte nach jedem
obligatorischen Gebet
22
4. wenn eine Flehung mit Worten der
Preisung, Glorifizierung, des Dankes an den
Allmächtigen, Flehungen um Seinen Segen für den heiligen
Propheten und seines unfehlbaren Haushalts, der
Eingestehung begangener Sünden und der Bitte um
göttliche Vergebung für dieses Sünden beginnen
5. wenn der Flehende das, was er
sagt, zwar auswendig kann, dies aber nicht auf
unaufmerksame Art und Weise tut
23
6. wenn der Flehende Gott aufrichtig
und ernsthaft anfleht und des Flehens nicht müde wird
7. wenn der Flehende Gott anfleht,
als hätte er so oder so keine andere Wahl
8. wenn der Flehende den völligen
Glauben besitzt, dass seine Flehungen mit Sicherheit
erhört werden und selbst wenn sie verspätet erhört
werden, er/sie glaubt, dass diese Verspätung zu
seinem/ihrem Besten ist
24
9. wenn der Flehende seine Gebete
damit beginnt, Gott um Vergebung, Barmherzigkeit und die
Erhörung von Bittgebeten für Glaubensbrüder zu flehen
25
10. wenn der Flehende andere, vor
allem gerechte Führer und die Eltern
26 darum bittet, für
ihn selbst zu beten
27
Unter den Objekten des Stolzes für die
Parteigänger (das heißt Schiiten) des Ahl al-Bayt sind die
reichen und gesegneten Gebete, die von ihnen ausgesprochen
wurden und alle Felder des Lebens abdecken. Wenn sie uns nicht
gelehrt hätten, wie man zu Gott betet und wie man Ihm
gegenübersteht, so wüssten wir nicht, wie wir zu unserem Herren
zu sprechen haben und was die Pflichten Seiner Diener sind.
Diese flehenden Gebete umfassen die
erhabenste Bedeutung der Anerkennung Gottes, die höchsten
moralischen Standards, das Beste der menschlichen Beziehungen
und die tiefgreifendsten Felder des Wissens, für die es keine
anderen Quellen gibt als die heiligen Imame des Ahl al-Bayt.
Diejenigen, die für diese Tatsache Beweise verlangen, brauchen
nur aufmerksam die Formen der flehenden Gebete zu studieren, die
vom heiligen Propheten, Imam Ali, Imam al-Hussain und Imam
al-Sajjad überliefert sind. Unter diesen sind bestimmte flehende
Gebete, über die wir von den heiligen Imamen die Anweisung
erhalten haben, sie regelmäßig zu wiederholen. Diese Gebete sind
das Du´ a al- Kumayl, das Dua al-Sabah, das Geheime Gebet von
Shaban und das Flehen Imam al-Hussains am Reue-Tag.
Vorteile des Flehens
Die überlieferten Formen der flehenden Gebete
regelmäßig zu wiederholen wird nicht nur empfohlen, weil dies
eine Form von Anbetung, wenn nicht sogar die beste Form der
Anbetung ist, oder weil deren Rezitierung große Belohnungen nach
sich ziehen, sondern auch, um uns selbst mit den Feldern des
Wissens und mit den in den Gebeten genannten Informationen
auszustatten, uns den göttlichen Gaben und Geschenken, um die
wir mit den Gebeten flehen sollen, auszustatten und die Lösungen
für all unsere mentalen, sozialen, intellektuellen, doktrinellen,
ethischen und selbst unsere politischen und wirtschaftlichen
Probleme und Krisen zu finden. Kurz gesagt: von uns wird
gefordert, dass wir zu Gott in jeder großen und kleinen
Angelegenheit so oft wie möglich beten und dass wir darauf
hinarbeiten, uns die Bedingungen der Verantwortung unserer
Flehungen zu Nutze zu machen, die ja tatsächlich verfügbar und
erreichbar sind. Die einfachste dieser Bedingungen ist, dass wir
unser obligatorisches rituelles Gebiet nicht beenden dürfen,
ohne die berühmte Litanei, die als Tasbih al-Zahra
28 bekannt ist,
zu rezitieren und die berühmte Beendigung des Dankes an Gott
(bekannt als Sajdat al-shurk) ausführen.
Diesem folgend, sollten
wir den Satz ya-arhama´l-rahimin („Oh, der Gnädigste aller
Gnädigen“) siebenmal wiederholen, um Gottes Segen über den
heiligen Propheten und seinen unfehlbaren Haushalt zu flehen,
Ihn um Vergebung für alle begangenen Fehler anzuflehen, Ihn
anzuflehen, damit Er uns hilft, diese Fehler nicht noch ein Mal
zu begehen, für das Wohl unserer Glaubensgeschwister zu beten,
Ihn anbeten, damit Er ihnen in all ihren Angelegenheiten
behilflich sein möge und um Ihn anzuflehen, damit Er auch uns in
unseren Angelegenheiten behilflich sein möge.
Es ist besser, dass wir an den
gemeinschaftlichen Gebeten in den Moscheen und nach dem
Gemeinschaftsgebet teilnehmen. Wenn wir dies tun, dann werden
wir alle Erfordernisse für die Erhörung unserer Gebete erfüllt
haben.
„Oh Allah, bitte segne Muhammad und seinen
Haushalt mit einem Segen, den keiner außer Dir bemessen kann,
und mache uns bekannt mit den rechtmäßigsten Deiner gläubigen
Diener, die Dich heute anflehen, oh Herr der Welten. Bitte
vergebe ihnen und uns. Sicher, Du bist stärker als alles andere.
Oh Allah, vor Dir stehe ich mit meinen Bedürfnissen und vor Dir
lege ich meine Armut, meine Not und meine Misere dar, denn hab
ich habe mehr Vertrauen in Deine Vergebung und Deine
Barmherzigkeit als in meine eigene Arbeit. Deine Vergebung und
Deine Barmherzigkeit sind größer als meine Sünden. Bitte segne
Mohammed und seinen Haushalt, und kümmere Dich um die Regelung
all meiner Bedürfnisse durch Deine Macht darüber, durch dessen
Einfachheit für Dich, durch meine Armut Dir gegenüber und Deine
Unabhängigkeit von mir. Alles Gute habe ich nur durch Dich
erreicht, nur Du hast das Böse von mir fern gehalten, und in
meinen Angelegenheiten in dieser und in der nächsten Welt
vertraue ich keinem außer Dir.“
29
Und letztendlich ist das Beste und perfektes
Gebet jenes, in dem wir Gott anbeten, damit Er alles Gute
unserem Meister, Imam al-Mahdi, dem Imam der Zeit zukommen lässt
(möge Gott unsere Seelen als Lösegeld für ihn akzeptieren).
- Dies ist die erste Predigt des
Gemeinschaftsgebets zum großen Bairam im Jahre 1429 n. H. /
9.12.2008.
- Diese beiden Traditionen werden
in dem Buch Tafsir al-Mirzan, Exegese des Verses Nummer 45
der al-Ankabut-Sure von Allamah al-Tabatabai erwähnt
- 'Allamah al-Majlisi, Bihar
al-Anwar, 79:198.
- Nahj al-Balaghah, Aphorismus Nr. 81.
- 'Allamah al-Majlisi, Bihar
al-Anwar 90:299, H. 31.
- Al-Sahifah al-Sajjadiyyah,
Gebet Nr. 45.
- Şeyh al-Kulayni, al-Kafi
2:470, H.7.
- Al-Hurr al-'Amili, Wasa'il
al-Shi'ah 4:1083, H.1.
- Şeyh al-Kulayni, al-Kafi
2:466, H.1.
- Ebd., 2:468, H.8.
- Şeyh el-Tebrizi, Makarim
al-Akhlaq, pp. 270
- Şeyh al-Kulayni, al-Kafi2:469,
H.3.
- Al-Miraza al-Nuri,
Mustadrak al-Wasa'il, 2:84, H.1482.
- 'Allamah al-Majlisi, Bihar
al-Anwar 90:293, H.22.
- Al-Mansur, der zweiter Herrscher der
Abbasiden-Dynastie wurde wegen seines extremen Geizes
al-Dawaniqi genannt. Das arabische Wort
dawaniqi ist die Plural-Form von danaq, einer sehr
kleinen Geldeinheit (Anmerkung des Übersetzers)
- Al-Mirza al-Nuri, Mustadrak
al-Wasa'il 5:176 H. 5606>
- Seyyid al-Borujerdi, Jami'
Ahadith al-Shi'ah 15:188, H.5.
- Şeyh al-Kulayni, al-Kafi
2:469, H.1.
- İbn Shu'bah al-Harrani,
Tuhaf al-'Uqul, pp. 114.
- Şeyh al-Kulayni, al-Kafi
2:686, H.8.
- Şeyh al-Saduq, al-Khisal,
pp. 420.
- Der heilige Prophet soll
folgendes gesagt haben: „Derjenige, der ein obligatorisches
Gebet verrichtet, dem wird von Gott die Beantwortung eines
seiner Bittgebete gewährt.“ [Shaykh al-Saduq, Uyun Akbar
al-Rida 1:32, H. 22.]
- Imam al-Sadiq soll folgendes
gesagt haben: „Gott der Allmächtige wird kein Gebet beantworten,
das verrichtet wird, während das Herz abgelenkt ist; deshalb
muss euer Herz anwesend sein, wenn ihr zu Ihm betet. Nur dann
könnt ihr euch einer Antwort sicher sein.“ [Shaykh al-Kulayni,
al-Kafi, 2:473]
- Mittels einer gültigen
Autoritätenkette berichtet Shaykh al-Kulayni in seinem Buch
al-Kafi von Ahmad ibn Muhammad ibn Abi Nasr, der folgendes
gesagt haben soll: „Eines Tages besuchte ich (Imam) Abu ´l Hasan
Musa ibn Ja ´far al-Khazim und sagte zu ihm: „Möge Allah mich
als Loskauf für dich akzeptieren! Ich flehe Gott seit mehr als
einem Jahr an, damit die er mir ein Ersuchen gewährt. Da sich
die Antwort aber verspätet hat, fühle ich mich diesbezüglich
etwas unwohl.“
Der Imam antwortete: „Oh Ahmad, gib Acht, so dass Satan keinen
Weg zu dir findet und dich dazu bringt, deine Hoffnung zu
verlieren! Abu-Ja ´far (al-Baqir) – Gott segne ihn – sagte
immer: „Manchmal kommt es vor, dass ein Gläubiger Gott um etwas
bittet, Gott aber Seine Antwort verspäteten lässt. Der Grund
dafür ist, dass Gott die Stimme Seines geliebten Gläubigen hören
will, der ihn anfleht.“ Bei Gott schwöre ich, dass Er Seinen
Gläubigen niemals verspätet antwortet, wenn sie Ihn um weltliche
Dinge bitten, die besser für sie sein könnten als das, was Er
ihnen bereits gab. Was ist der Wert dieser Welt?
Abu Ja ´far sagte immer: „Von einem Gläubigen wird
erwartet, dass er Gott in Zeiten des Reichtums
ebenso anbetet wie in Zeiten der Not. Also darf er in guten
Zeiten nicht weniger beten.“ Deshalb solltest du des Betens
niemals müde werden, denn das Gebet genießt bei Gott einen
beträchtlichen Wert. Ähnlich solltest du dich auch an die Geduld
halten, ehrliche Gewinne suchen und gute Beziehungen zu deinen
Verwandten haben. Außerdem solltest du darauf achten, dich den
Leuten gegenüber nicht unverschämt zu verhalten, denn wir, das
Ahl al-Bayt bleiben immer in guten Beziehungen zu denen, die
ihre Beziehungen zu uns abbrechen und wir verhalten uns denen
gegenüber, die uns schlecht behandelten, immer gut. Dadurch
erwarten wir nur gute Ergebnisse. Das schwöre ich bei Gott. Wenn
den reichen Menschen in dieser Welt das gegeben wird, worum sie
gebetet haben, so werden sie um andere Dinge beten, die sie
nicht brauchen. Schließlich werden sie dem Reichtum, den sie
bereits besitzen, keine Beachtung schenken, und zwar so sehr,
dass nicht sie sättigen kann. Wenn einem Muslim reiche Gnade
zukommt, dann werden seine Pflichten aufgrund dieser Gnade
steigen. Aber dann wird es ihm egal sein, wenn er in diesem Test
durch fällt. Wenn ich dir etwas sage, wirst du es
vertrauenswürdig von mir akzeptieren?“ Abu Nasr antwortete:
„Natürlich werde ich das. Möge Gott mich als Loskauf für dich
akzeptieren! Wenn ich mein Vertrauen nicht in dich stecke,
während du doch Gottes Argument gegen Seine Kreaturen bist, wem
könnte ich sonst trauen?“ Der Imam sagte: „Dennoch solltest du
Gott, dem Allmächtigen mehr vertrauen als irgendjemand sonst,
schließlich hat Er ein Versprechen an dich (nämlich, dass Er
deine Bittgebete beantwortet). Er, der Allmächtige und
Majestätische, sagt nicht nur: „Wenn meine Diener dich nach mir
fragen, dann bin ich natürlich sehr nah. Ich erhöre das Gebet
des Betenden, wenn er mich anruft (2/186).“ Er sagt auch:
„Verzweifle nicht und vertraue auf die Barmherzigkeit Allahs
(39/53).“ Und Er sagt auch: „Allah verspricht dir Seine
Vergebung und Reichtum (2/268).“ Deshalb traue Gott, dem
Allmächtigen mehr als irgendjemand sonst. Fühlt in euch Ihm
gegenüber nichts als Gutes, denn euch wird vergeben werden.“ [Shaykh
al-Kulayni, al-Kafi 2:448, H.1.]
- Der heilige Prophet soll
folgendes gesagt haben: „Wann immer jemand ein Bittgebet
spricht, lässt ihm sein Gebet allgemein aussprechen, denn dies
macht die Verantwortung erreichbar.“ Imam al-Sadiq soll
folgendes gesagt haben: „Die Gebete einer Person, der 40 seiner
Glaubensgeschwister sich selbst vorzieht und zuerst für sie und
dann für sich selbst betet, werden für die 40 Glaubensbrüder und
für die betende Person akzeptiert werden.“ Der heilige Prophet
soll folgendes gesagt haben: „Jede gläubige Person, die für die
gläubigen Menschen, ob männlich oder weiblich, betet, wird von
Gott eine Belohnung erhalten, die gleichviel wert ist wie all
die Belohnungen zusammen für die Gebete, die die Menschen seit
dem Beginn der Zeit aussprachen und die sie bis zum Tag des
Jüngsten Gerichts noch aussprechen werden. Ein Diener wird zum
Feuer bestellt und gezogen werden, aber all die gläubigen
Menschen, männliche und weibliche, werden sagen: „Oh Herr,
dieser Person hat für uns gebetet! Bitte akzeptiere unser
Eintreten für diese Person.“ Schließlich wird Gott ihr Eintreten
akzeptieren und die Person wird gerettet sein.“
- Es wird berichtet, dass Gott,
der Allmächtige durch die Offenbarung zum Propheten Moses sagte:
„Oh Moses, bete zu mir in einer Sprache, in der du mir noch
nicht ungehorsam warst.“ - „Wie kann ich das tun?“ fragte Moses.
Der Herr gab ihm folgende Anweisung: „Du kannst zu
mir durch die Sprache anderer beten.“ [Allamah al-Majlisi,
Bihar al-Anwar, 90:390, H.22.]
- Innerhalb seines Anweisung
gebenden Testaments soll der heilige Prophet zu Imam Ali
folgendes gesagt habe: „Oh Ali, die Gebete von vier Klassen
werden niemals abgelehnt: gerechte Herrscher; Väter, die für
ihre Söhne beten; Menschen, die privat für ihre Glaubensbrüder
beten und die Unterdrückten. Der Majestätische und Ehrenvolle
Gott sagt: „Ich schwöre bei meiner Ehre und bei meinem
Majestätssein, dass ich eure Rache nehmen werde (die
Unterdrückten ansprechend), wenn der richtige Zeitpunkt gekommen
ist.“ [Shaykh al-Saduq, al-Khisal, pp.197]
- Das Tasbih al-Zahra ist
eine berühmte Litanei, die 100 Gott preisende Wörter umfasst.
Die einfachste und denkbarste Form ist es, allahu akbar (
„Allah ist der Größte“) 34 Mal, alhamdu lillah („Allah
möge gepriesen sein“) 33 Mal und subhanallah („Ehre sei
Allah“) 33 Mal aufzusagen. Weitere Details über diese Litanei
können in Büchern über rituelle Taten, vor allem in Shaykh Abbas
al-Qummis berühmtem Buch Mafatih al-Jinan gefunden
werden [Anmerkung des Übersetzers]
- Dies ist ein Teil des
Bittgebets von al-Sahifah al-Sajjadiyyah.
nach oben
|
|