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Erste Predigt

Im Namen Allahs, dem Gütigsten, dem Barmherzigsten

Gebet: Der Beste aller andächtigen Akte und die Waffe der wahren Gläubigen 1

Jede Preisung gebührt Allah, dem Herren der Welten und möge Sein Segen über unserem Führer Abu´l- Qasim Muhammad und über seiner reinen Familie sein.

Taten werden anhand ihrer Resultate bewertet

Es wird berichtet, dass Imam Ja´far al-Sadiq folgendes gesagt haben soll:

„Derjenige, der wissen will, ob sein rituelles Gebet erhört wurde oder nicht, der sollte überlegen, ob ihn sein Gebet von Unanständigkeit und vom Bösen fern gehalten hat, denn je mehr einen das Gebet von solchen Dingen fernhält, umso mehr wurde es erhört.“

Natürlich sagte der Imam dies aufgrund des folgenden Koran-Verses:

"Rezitiert das, was euch vom Buch offenbart wurde und behaltet das Gebet bei. Sicherlich hält einen das Gebet fern von Unanständigkeit und Bösem. Und sicherlich ist die Erinnerung an Allah das Großartigste; und Allah weiß, was ihr tut." (29/45)

Es wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (s.) ähnliches gesagt haben soll:

"Derjenige, der durch sein Gebet nicht von Unanständigkeit und Bösem fern gehalten wird, erhöht nichts anderes als seine Entfernung zu Gott.“ 2

Es wird auch berichtet, dass ein junger Mann dem heiligen Propheten im Gemeinschaftsgebet folgte, aber gleichzeitig unanständig war. Als der heilige Prophet davon in Kenntnis gesetzt worden war, sagte er:

"Eines Tages wird ihn sein Gebet davon abhalten, solche Taten zu begehen.“ 3

Aus dieser Einleitung schießen wir, dass eine Tat anhand des Zwecks, wegen dessen sie getan wurde, bewertet wird. Analog heißt das, dass die Perfektion, mit der eine Tat ausgeführt wurde und der Grad des Endresultats, den die Tat erreicht, den Wert der Tat bestimmen. Anders gesagt: der Wert einer Tat folgt dem Wert des Täters, da Taten selbst wertlos sind. Folgende Aussage Imam Alis (a.) unterstützt diese Tatsache:

„Der Wert eines Individuums liegt in seinen Errungenschaften.“ 4

Religiösen Pflichten wird nachgegangen, um Frömmigkeit zu erreichen

Eine tiefe Untersuchung der Logik von religiösen Pflichten und von andächtigen Taten zeigt, dass der Zweck hinter diesen darin liegt, den Grad der Frömmigkeit (das heißt sich selbst gegen das Böse schützen zu können) zu erreichen, sich an Gott, den Allmächtigen zu erinnern und Ihn während allen offenen und geheimen Taten zu fürchten. Der vorhin erwähnte Zweck der Durchführung des rituellen Gebets ist ein Beweis für diesen Anspruch. Über das rituelle Fasten sagt der Koran:

"Oh, Ihr, die glaubt, das Fasten ist für euch vorgeschrieben, genauso wie es auch denen vor euch vorgeschrieben war, so dass ihr fromm sein möget." (2/193)

Über die Logik, die die Spende eines Tieres durch diejenigen, die die rituelle Pilgerreise (hajj) vollziehen beinhaltet, sagt der Heilige Koran:

"Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreichen Allah. Aber für ihn ist eure Frömmigkeit akzeptabel." (22/37)

Über die Totalität der religiösen Riten sagt der Heilige Koran:

"Wenn irgendjemand die Zeichen Allahs respektiert, dann ist dies das Ergebnis der Frömmigkeit der Herzen." (22/32)

Selbst in den Gesetzen über die Pflichtenerledigung erinnert der Allmächtige seine Diener an die Frömmigkeit. Zum Beispiel wird das Wort „Frömmigkeit“ in der 12 Verse umfassenden Sure (also Kapitel) al-Talaq (Scheidung, Trennung) fünfmal wiederholt. Der Grund für die Konzentration auf die Frömmigkeit ist der, dass Frömmigkeit der beste Weg ist, um Selbstperfektion, Triumph und Erfolg zu erreichen. Diesbezüglich sagt der Heilige Koran:

"Trefft Vorkehrungen, wobei die beste Vorkehrung die Frömmigkeit ist. Oh ihr, die das gesprochene Wort verstehen, denkt auch an eure Pflichten mehr gegenüber." (2/197)

Zu einem anderen Anlass heißt es:

"Sicherlich ist Allah mit denjenigen, die gegen das Böse schützen und die sich anderen gegenüber rechtschaffen verhalten." (16/128)

Da alle Taten anhand ihrer Resultate und Ergebnisse bewertet werden, sagt der heilige Koran außerdem:

"Das Ende ist für die Frommen." (7/128)

Der Tag von Arafah: Der Reuetag

Gestern war der Arafah-Tag, ein Tag der Gebete, der Reue und der Flehungen um Vergebung. Wenn wir wissen wollen, ob wir gestern von Gott akzeptiert wurden, unsere Gebete erhört wurden und wir zu den Menschen zugeteilt wurden, die Allah gehorsam sind, dann ist es notwendig, dass die Ergebnisse von gestern Auswirkungen auf unser heutiges Handeln haben, und es ist notwendig, dass wir unsere früheren Taten, die mit den Bestimmungen des Gehorsams gegenüber Allah unverträglich waren, bereuen. Von uns wird außerdem verlangt, dass wir entschließen, keine für den Herren in akzeptablen Dinge mehr zu tun, dass wir alles, was wir auf unfaire Weise bekommen oder benutzt haben dem jeweiligen Besitzer zurückgeben, dass wir diejenigen, die wir ungerecht behandelt haben um Vergebung bitten und dass wir ein neues weißes Blatt der Taten aufschlagen, das von der Güte des Allmächtigen abhängt.

Das Gebet ist eines der Mittel, um Frömmigkeit zu erreichen, sowie alle Hoffnungen erfüllen zu lassen und alle Bedürfnisse zu stillen. In diesem Zusammenhang sagt der heilige Koran:

"Euer Herr sagt: „Ruft mich an; ich werde eure Gebete erhören“." (40/60)

"Wenn meine Diener euch nach mir fragen, dann bin ich ihnen tatsächlich nahe: ich erhöre die Gebete eines jeden Beters, wenn er mich anruft. Lasst sie auch meinen Ruf hören und an mich glauben, damit sie auf den richtigen Weg gelangen."
(2/81)

Die Erklärung dieses heiligen Verses:

"Mit dem, was Allah aus seiner Barmherzigkeit heraus der Menschheit verleiht, kann keiner mithalten." (35/2)

Es ist überliefert, dass Imam al-Sadiq folgendes gesagt haben soll: „Dies ist das flehende Gebet.“ 5

Gebet: Der einfachste Weg zum größten Reichtum

Brüder und Schwestern,

eine Tatsache, der wir uns nicht bewusst sind ist die, dass wir über das Mittel verfügen, das uns all die Mengen der Barmherzigkeit Allahs eröffnet, die alle Dinge umfasst. Dieses Mittel ist das flehende Gebet. Stellt euch vor, dass einer unter euch in seinem Kopf über das Mittel verfügt, dass ihm dabei hilft, eine Person hoher Stellung und von großer Macht zu werden. Dann wird diese Person sehr bedacht mit diesem Mittel umgehen und dafür sorgen dass es immer benutzbar sein wird. Nun haben wir in unseren Händen ein sehr einfaches Mittel, das uns zu den größten Schätzen der Erde führen kann. Dieses Mittel ist das Gebet. Dennoch benutzen wir dieses Mittel nicht. Diesbezüglich sagt Imam Ali ibn al-Hussein al-Sajjad:

„Gäbe es irgendeine Kreatur, die eine andere Kreatur zu dem geführt hätte, zu dem Du deine Diener führtest, so würde er als gütig und freundlich beschrieben werden und in allen Sprachen gepriesen werden. Also gebührt Dir jede Lobpreisung, solange man einen Weg zur Lobpreisung findet und solange es dafür Worte gibt!“ 6

Imam al-Sadiq soll folgendes gesagt haben:

„Fleht Gott an, so oft ihr könnt, denn alle eure Gebete sind der Schlüssel zu allen Vorteilen, Erfolgen und Bedürfnissen. Schließlich kann Gott nur mittels des Gebets erreicht werden und jede Tür, an die sehr oft geklopft wird, wird früher oder später geöffnet werden.“ 7

Das Gebet umfasst im heiligen Koran und in den Traditionen des Ahl al-Bayt (also von der unfehlbaren Familie des heiligen Propheten) ein großes Gebiet der Wichtigkeit. Diesbezüglich existiert ein authentisches Zitat von Imam al-Baqir:

"Über der Auslegung dieses heiligen Verses:

„Diejenigen, die zu arrogant sind, mir zu dienen, werden sich mit Sicherheit in der Hölle, einem Ort der Demütigung finden."
(40/60)

Dem Allmächtigen zu dienen, so, wie es in diesem Vers gesagt wird, bedeutet, dass man beten muss. Des Weiteren ist das Gebet die beste Form der Anbetung."
8

Die Bestätigung dieser Tatsache liegt im Anfang des oben erwähnten heiligen Verses, der folgendermaßen lautet:

"Euer Herr sagt: „Ruft mich an; ich werde eure Gebete erhören.“

Aus dem heiligen Vers

"Abraham war wirklich weichherzig und nachsichtig." (9/114)

soll Imam al-Baqir das Wort „weichherzig“ als „sehr oft betend“ interpretiert haben. 9

Und Imam al-Sadiq soll gesagt haben, dass Imam Ali sehr oft betete. 10

Der Heilige Koran sagt:

"Sagt: „Mein Herr würde sich nicht um euch kümmern, wenn ihr nicht beten würdet; aber ihr habt tatsächlich (die Wahrheit) abgewiesen; so soll das kommen, was spalten soll." (25/77)

"Fragt Allah nach Seiner Großartigkeit; mit Sicherheit weiß Allah alles."
(4/32)

Beten für alles und jeden

Wir müssen den Allmächtigen für jede Angelegenheit anbeten, egal, wie geringfügig sie sein mag. Es ist eine Tatsache, dass wir in jedem einzelnen Moment unseres Lebens, mit jedem Atemzug und mit jedem Blinzeln unserer Augen auf verzweifelte Art und Weise Allah brauchen, der im Gegensatz zu uns völlig unabhängig von irgendwelchen Bedürfnissen der Welt ist. Deshalb dürfen wir nie aufhören, uns in allen Angelegenheiten an Ihn zu wenden, selbst wenn wir glauben, diese Angelegenheit sei zu unbedeutend und zu einfach als dass sie es wert wäre, für sie zu beten. Diesbezüglich soll der heilige Prophet Folgendes gesagt haben:

"Betet zu Gott, dem Allmächtigen und Majestätischen für alles was ihr braucht, selbst für die Schnalle eurer Sandalen. Denn wenn Er es nicht einfach machte, so wäre selbst sie Schnalle nicht einfach zu erwerben.“

"Ihr sollt euren Herren für alle eure Bedürfnisse anbeten, selbst um die Erneuerung eurer Sandalen-Schnallen, wenn diese gerissen sind.“
11

"Soll ich euch zu einer Waffe führen, die euch vor euren Feinden schützen und die euren Lebensstandard erhöhen wird?... Betet und fleht Tag und Nacht vor Allah um Hilfe, denn das Gebet ist die Waffe der gläubigen Menschen.“
12

Es wird berichtet, dass Imam Musa al-Khazim gebeten worden ist, folgendes berühmtes Sprichwort zu kommentieren:

„Für jede Krankheit gibt es ein Heilmittel.“ Also soll er gesagt haben: „Für jede Krankheit gibt es ein Gebet. Wenn der Kränkelnde dazu inspiriert wird, dieses Gebet von sich zu geben, dann heißt dies, dass für ihn die Erlaubnis zur Genesung erteilt wurde.“ 13

Imam al-Sadiq soll folgendes gesagt haben:

„Haltet die Gebete ein, denn es gibt keinen vergleichbaren Weg der Nähe zu Gott. Nehmt nicht aufgrund der Bedeutungslosigkeit der Angelegenheit, um die ihr beten wollt, Abstand davon, Ihn anzubeten. Denn derjenige, der unbedeutende Sünden begeht, ist identischer Weise auch derjenige, der große Sünden begeht.“ 14

Beten unter allen Umständen

Das Gebet ist nicht nur für bestimmte Umstände gedacht; es muss unter allen Umständen ausgesprochen werden, selbst in Zeiten von Luxus und Reichtum. Dennoch fühlen die Menschen nur in Zeiten von Not und Schwierigkeiten die Erfordernis des Gebets. Abu Walad, einer der vertrauenswürdigsten Freunde von Imam Musa al-Khazim berichtet folgendes:

„Mitten in den härtesten Umständen, die der Schia durch den Abbasiden-Herrscher al-Mansur auferlegt wurden, nach dem Martyrium von Imam Ja´far al-Sadiq und nach den Massakern, die durch diesen Tyrann an den Parteigängern des Imam verübt wurden, besuchte ich Imam al-Khazim in Medina, um ihm etwas zu übergeben. Nach dem ich es ihm übergeben hatte, gab er mir folgende Anweisung:

„Übermittle deinen Freunden von mir folgendes: Fürchtet Gott, den Allmächtigen und Majestätischen, denn ihr seid die Untertanen eines Tyrannen mit dem Namen al-Mansur al-Dawaniqi. 15 Also haltet eure Worte zurück, sorgt euch um euch selbst, wehrt alles ab, was ihr als gefährlich für uns erachtet und behaltet eure Gebete bei. Wirklich, beten und Gott anflehen wehren Bedrängnis ab, selbst wenn alles schon entschieden ist und nichts übrig bleibt, als diese Entscheidung umzusetzen. Deshalb fleht Gott aufrichtig an, so dass Er euch vor Bedrängnissen schützen möge.“

Daraufhin sagte Abu-Walad: „Als ich meinen Freunden diese Anweisung übermittelte, führten sie sie aus und führten somit den Fluch Gottes über auf diesen Tyrannen herbei. Im selben Jahr machte sich al-Mansur zwar auf den Weg nach Mekka, starb aber in Bi´r-Maymun, einer Region nahe Mekka, ohne seine rituelle Pilgerreise durchführen zu können. So rettete uns Gott vor seiner Drangsal. Ebenfalls im selben Jahr machte auch ich mich für die rituelle Pilgerreise auf den Weg und besuchte Imam al-Khazim, der zu mir folgendes sagte:

„Oh, Abu-Wallad, was denkst du über den Effekt von dem, was ich dich anwies zu tun und dem Ergebnis von Gottes Fluch über al-Dawaniqi, den du und deine Freunde herbeigeführt habt? Oh, Abu-Wallad, wann immer die Not einen gläubigen Diener Gottes heimsucht und Gott ihn dazu inspiriert, Ihn um Rettung anzuflehen, dann heißt dies, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die Zeit der Not verschwunden ist. Das heißt aber auch, dass die Not viel länger dauern wird, wenn der davon betroffene gläubige Diener von der Anflehung um Erlösung und Rettung Abstand nimmt. Deshalb sollt ihr immer, wenn ihr von Not und Elend betroffen seid, die Anflehungen um Gottes Rettung beibehalten.“ 16

Über das berühmte Gebet Du ´a ´al-amin (Gebet für die Sicherheit), das mit den Worten „Oh der, durch den die Knoten der verhassten Dinge gelöst werden“ beginnt und das eines der Gebete von al-Sahifah al-Sajjadiyyah (Gebete des Imam Ali ibn al-Hussain al-Sajjad) ist, soll Imam al-Hadi folgendes gesagt haben:

„Die Nachkommen Muhammads, alle von ihnen, flehen Gott mit diesen Worten an, wenn sie ein Martyrium, die Vorherrschaft des Feindes, Armut, einen Zustand von Depressionen o. ä. voraussehen.“

Gebete stoppen Verzweiflung und Frustration

Um den Menschen dabei zu helfen, keine Opfer von Verzweiflung, Trübsinn, Aufgabe und Frustration zu werden, die aus der Unfähigkeit herrühren, die gesetzten Ziele zu erreichen, haben die heiligen Imame des Ahl al-Bayt die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Tatsache gelenkt, dass das Gebet das erfolgreichste Mittel für Veränderungen ist, selbst wenn die Angelegenheit schon völlig vorherbestimmt ist und es sehr schwer ist, noch etwas zu ändern. Diesbezüglich soll Imam al-Sadiq folgendes gesagt haben:

„Betet immer zu Gott und betrachtet die Angelegenheit nicht so, als sei sie schon beendet. Vor Gott, dem Allmächtigen gibt es eine Rangliste, die man nur durch Gebete erreichen kann. Wenn ein Diener seinen Mund verschließt und für nichts betet, so wird er auch nichts bekommen. Deshalb solltet ihr immer beten, um auch etwas zu bekommen. Wirklich, eine Tür, an die oft geklopft wird, wird früher oder später geöffnet werden.“ 17

Bei einer anderen Gelegenheit sagte Imam al-Sadiq:

„Gebete heben Vorherbestimmungen auf bzw. brechen sie ab, genauso wie Fäden durchgeschnitten werden können, wenn sie aufgewickelt und völlig verknotet sind.“ 18

Imam Ali, der Führer der Gläubigen sagte:

„Der Grund für das Verschwinden von Anmut und Luxus von irgendwelchen Leuten liegt in den von ihnen begangenen Sünden. Gott ist Seinen Dienern gegenüber nicht unfair. Wenn sie gebetet hätten, so besäßen sie auch noch ihren Luxus. Wenn sie sich zu Gott auf ehrliche Weise und ohne Anzeichen von Verlangsamung oder Exzessen begeben hätten, dann hätte Gott sie sicherlich vor Unglücken geschützt und ihnen zurückgegeben, was sie verloren hatten.“ 19

Umstände, unter denen Gebete erhört werden

Zweifellos zählt nicht jedes lallende Wort als Gebet; vielmehr muss es gewisse Umstände geben, unter denen die Gebete erhört werden. Es wird berichtet, dass einer der Gefährten Imam al-Sadiqs zu diesem folgendes gesagt haben soll:

„Im Buch Gottes gibt es 2 Verse, die ich in der Realität nicht finden kann, obwohl ich sie suche.“

„Welche Verse sind es?“
fragte der Imam.

„Einer von ihnen ist dieser: ´Ruft mich an; ich werde eure Gebete erhören`. Obwohl wir Ihn anrufen, können wir keine Antwort finden.!“ sagte der Mann.

„Denkst du etwa, dass Gott Sein Wort brechen könnte?“
fragte der Imam.

„Nein, das tue ich nicht,“ antwortete der Mann.

„Nun, was ist dann der Grund?“
fragte der Imam weiter.

„Ich weiß es wirklich nicht,“ antwortete der Mann.

„Also,“
sprach der Imam, „ich werde es dir erklären. Wer Gott, in allem, was Er befiehlt, Gehorsam leistet und dann zu Ihm betet, und zwar so, wie es sich gehört, dessen Gebete werden definitiv von Ihm erhört werden.“

„Wie gehört es sich zu beten?“ fragte der Mann weiter.

Der Imam antwortete: „Beginne deine Gebete damit, Gott zu preisen, Seine Großzügigkeit dir gegenüber aufzurufen, Ihm zu danken, Ihn um Seinen Segen für den heiligen Propheten anzuflehen und damit, deine Sünden aufzuzählen und zuzugeben. Dann flehe Ihn um Schutz vor den Konsequenzen dieser Sünden an. Dies ist die richtige Art zu beten. Welchen Vers verstehst du außerdem nicht?“

„Der andere ist dieser: ´Er wir dir alles ersetzen, was du für Seinen Zweck ausgegeben hast und Er ist der beste Versorger für Nahrung.`Obwohl ich immer für Seine Zwecke Ausgaben habe, sehe ich keinen Ersatz dafür,“ sagte der Mann.

„Denkst du etwa, dass Gott Sein Wort brechen könnte?“
fragte der Imam.

„Nein, das tue ich nicht,“ antwortete der Mann.

„Nun, was ist dann der Grund?“
fragte der Imam weiter.

„Ich weiß es wirklich nicht,“ antwortete der Mann.

„Also,“
sprach der Imam, „wenn einer von euch etwas auf gerechtem Weg verdient und es auf gerechten Weg ausgibt, dann wird Gott jede einzelne ausgegebene Münze in ihrem Wert steigen lassen und den Ausgeber mit etwas belohnen, das dem neuen Wert der Münzen entspricht.“ 20

Um Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir folgendes hinzufügen: Wenn wir sagen, dass es bestimmter Voraussetzungen bedarf, ohne die ein Gebet nicht erhört wird, so meinen wir nicht etwa, dass dir Großzügigkeit des Allmächtigen beschränkt oder begrenzt ist, oder dass Er für Seine Gaben bestimmte Voraussetzungen festsetzt. All Seine Güte wird als Gefallen betrachtet, den Er für alle Seine Kreaturen tut, einschließlich derer, die sie nicht verdienen. In einem Gebet, dass zu den Ritualen im Monat Rajab gehört, heißt es:

„Oh Er, der den Flehenden erhört; Oh Er, der aus Seiner Freundlichkeit und Güte heraus denjenigen gibt, die Ihn nicht fragen oder Ihn gar anerkennen...“

Im normalen Leben stellen Menschen, die als großzügig charakterisiert werden, keine Bedingungen als Entschädigung für ihre Gaben. Deshalb ist es unmöglich für den All-Großzügigen Herren, irgendwelche Bedingungen für seine Gaben zu stellen; vielmehr bewilligt er Seinen Lebewesen die Dinge ohne irgendwelche Bedingungen.

In seinem berühmten Gebet am Tag der Reue sprach Imam al-Hussain:

„Oh, mein Gott: Deine Freude ist doch viel zu geheiligt, als dass sie von Dir aus einen Grund bräuchte; deshalb kann sie erst nicht recht von mir aus einen Grund benötigen."

Genauso wie die Großzügigkeit sind auch alle anderen Eigenschaften von Gott, dem Allmächtigen viel zu heilig, als dass sie einer Begründung bedürften, schließlich sind sie doch Seine Essenz; deshalb ist es unmöglich, dass Seine Großzügigkeit aus den Reihen Seiner Kreaturen eine Begründung erfordern könnte.

Der Punkt ist, dass die heiligen Imame mit der Benennung bestimmter Voraussetzungen für die Erhörung von Gebeten nur das Ziel vor Augen hatten, die Menschen zu lehren und sie zur Selbstperfektion zu führen, so dass sie glücklich werden, in einer ausreichenden Menge gute Diener des Allmächtigen werden und es wert sind, die göttlichen Ausstrahlungen zu erhalten.

Imam Ali, der stolz auf diese Dienerschaft war, sagte:

„Oh, mein Gott: einer Deiner Diener zu sein, ist die größte meiner Ehren;und dass Du mein Herr bist, ist mein größter Stolz. Da Du genau so bist, wie ich will (das Du bist), hilft mir bitte dabei, auch genau so zu werden, wie du es von mir wünschst.“ 21

Die Umstände, unter denen Gebete erhört werden, können von Diskursen des heiligen Propheten und der Imame abgeleitet werden. Einige dieser Umstände stehen im Bezug zur Zeit. Anders gesagt: es gibt bestimmte Zeiten, zu denen Gebete erhört werden, so z. B. Donnerstag nachts, freitags, die Zeit zwischen Dämmerung und Morgen, mittags sowie an Fastentagen wie diesem (das heißt Id al-Adha-Tag) und auch andere Fastentage, die im Buch der empfohlenen und erwünschten Rituale erwähnt werden.

Andere Umstände nehmen Bezug auf Orte: das heißt es gibt bestimmte Orte, wie zum Beispiel die Schreine der heiligen Unfehlbaren (ma ´sumin: der heilige Prophet, Fatima und die 12 Imame), Moscheen, vor allem die Vier Moscheen (das heißt die heilige Moschee von Mekka, die Moschee des Propheten in Medina, die Moschee von Jerusalem sowie die al-Kufah-Moschee) und andere, an denen Gebete erhört werden.

Andere Umstände beziehen sich auf Geschehnisse, das heißt es gibt bestimmte Geschehnisse, während derer Gebete erhört werden. Dazu gehören Regen, Gemeinschaftsgebete und Gebete zum Wohl anderer.

Wieder andere Umstände beziehen sich auf die persönliche Status des Flehenden, wie zum Beispiel:

1. wenn der Flehende Zeremoniell rein ist

2. wenn der Flehende vor dem Allmächtigen in einem Zustand der Erschöpfung ist

3. wenn die Flehungen sofort nach der Ausübung eines Gebets, vor allem den obligatorischen rituellen Gebiete ausgesprochen werden, denn für jeden Gläubigen gibt es eine beantwortete Bitte nach jedem obligatorischen Gebet 22

4. wenn eine Flehung mit Worten der Preisung, Glorifizierung, des Dankes an den Allmächtigen, Flehungen um Seinen Segen für den heiligen Propheten und seines unfehlbaren Haushalts, der Eingestehung begangener Sünden und der Bitte um göttliche Vergebung für dieses Sünden beginnen

5. wenn der Flehende das, was er sagt, zwar auswendig kann, dies aber nicht auf unaufmerksame Art und Weise tut 23

6. wenn der Flehende Gott aufrichtig und ernsthaft anfleht und des Flehens nicht müde wird

7. wenn der Flehende Gott anfleht, als hätte er so oder so keine andere Wahl

8. wenn der Flehende den völligen Glauben besitzt, dass seine Flehungen mit Sicherheit erhört werden und selbst wenn sie verspätet erhört werden, er/sie glaubt, dass diese Verspätung zu seinem/ihrem Besten ist 24

9. wenn der Flehende seine Gebete damit beginnt, Gott um Vergebung, Barmherzigkeit und die Erhörung von Bittgebeten für Glaubensbrüder zu flehen 25

10. wenn der Flehende andere, vor allem gerechte Führer und die Eltern 26 darum bittet, für ihn selbst zu beten 27

Unter den Objekten des Stolzes für die Parteigänger (das heißt Schiiten) des Ahl al-Bayt sind die reichen und gesegneten Gebete, die von ihnen ausgesprochen wurden und alle Felder des Lebens abdecken. Wenn sie uns nicht gelehrt hätten, wie man zu Gott betet und wie man Ihm gegenübersteht, so wüssten wir nicht, wie wir zu unserem Herren zu sprechen haben und was die Pflichten Seiner Diener sind.

Diese flehenden Gebete umfassen die erhabenste Bedeutung der Anerkennung Gottes, die höchsten moralischen Standards, das Beste der menschlichen Beziehungen und die tiefgreifendsten Felder des Wissens, für die es keine anderen Quellen gibt als die heiligen Imame des Ahl al-Bayt. Diejenigen, die für diese Tatsache Beweise verlangen, brauchen nur aufmerksam die Formen der flehenden Gebete zu studieren, die vom heiligen Propheten, Imam Ali, Imam al-Hussain und Imam al-Sajjad überliefert sind. Unter diesen sind bestimmte flehende Gebete, über die wir von den heiligen Imamen die Anweisung erhalten haben, sie regelmäßig zu wiederholen. Diese Gebete sind das Du´ a al- Kumayl, das Dua al-Sabah, das Geheime Gebet von Shaban und das Flehen Imam al-Hussains am Reue-Tag.

Vorteile des Flehens

Die überlieferten Formen der flehenden Gebete regelmäßig zu wiederholen wird nicht nur empfohlen, weil dies eine Form von Anbetung, wenn nicht sogar die beste Form der Anbetung ist, oder weil deren Rezitierung große Belohnungen nach sich ziehen, sondern auch, um uns selbst mit den Feldern des Wissens und mit den in den Gebeten genannten Informationen auszustatten, uns den göttlichen Gaben und Geschenken, um die wir mit den Gebeten flehen sollen, auszustatten und die Lösungen für all unsere mentalen, sozialen, intellektuellen, doktrinellen, ethischen und selbst unsere politischen und wirtschaftlichen Probleme und Krisen zu finden. Kurz gesagt: von uns wird gefordert, dass wir zu Gott in jeder großen und kleinen Angelegenheit so oft wie möglich beten und dass wir darauf hinarbeiten, uns die Bedingungen der Verantwortung unserer Flehungen zu Nutze zu machen, die ja tatsächlich verfügbar und erreichbar sind. Die einfachste dieser Bedingungen ist, dass wir unser obligatorisches rituelles Gebiet nicht beenden dürfen, ohne die berühmte Litanei, die als Tasbih al-Zahra 28 bekannt ist, zu rezitieren und die berühmte Beendigung des Dankes an Gott (bekannt als Sajdat al-shurk) ausführen.

Diesem folgend, sollten wir den Satz ya-arhama´l-rahimin („Oh, der Gnädigste aller Gnädigen“) siebenmal wiederholen, um Gottes Segen über den heiligen Propheten und seinen unfehlbaren Haushalt zu flehen, Ihn um Vergebung für alle begangenen Fehler anzuflehen, Ihn anzuflehen, damit Er uns hilft, diese Fehler nicht noch ein Mal zu begehen, für das Wohl unserer Glaubensgeschwister zu beten, Ihn anbeten, damit Er ihnen in all ihren Angelegenheiten behilflich sein möge und um Ihn anzuflehen, damit Er auch uns in unseren Angelegenheiten behilflich sein möge.

Es ist besser, dass wir an den gemeinschaftlichen Gebeten in den Moscheen und nach dem Gemeinschaftsgebet teilnehmen. Wenn wir dies tun, dann werden wir alle Erfordernisse für die Erhörung unserer Gebete erfüllt haben.

„Oh Allah, bitte segne Muhammad und seinen Haushalt mit einem Segen, den keiner außer Dir bemessen kann, und mache uns bekannt mit den rechtmäßigsten Deiner gläubigen Diener, die Dich heute anflehen, oh Herr der Welten. Bitte vergebe ihnen und uns. Sicher, Du bist stärker als alles andere. Oh Allah, vor Dir stehe ich mit meinen Bedürfnissen und vor Dir lege ich meine Armut, meine Not und meine Misere dar, denn hab ich habe mehr Vertrauen in Deine Vergebung und Deine Barmherzigkeit als in meine eigene Arbeit. Deine Vergebung und Deine Barmherzigkeit sind größer als meine Sünden. Bitte segne Mohammed und seinen Haushalt, und kümmere Dich um die Regelung all meiner Bedürfnisse durch Deine Macht darüber, durch dessen Einfachheit für Dich, durch meine Armut Dir gegenüber und Deine Unabhängigkeit von mir. Alles Gute habe ich nur durch Dich erreicht, nur Du hast das Böse von mir fern gehalten, und in meinen Angelegenheiten in dieser und in der nächsten Welt vertraue ich keinem außer Dir.“
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Und letztendlich ist das Beste und perfektes Gebet jenes, in dem wir Gott anbeten, damit Er alles Gute unserem Meister, Imam al-Mahdi, dem Imam der Zeit zukommen lässt (möge Gott unsere Seelen als Lösegeld für ihn akzeptieren).
 

  1. Dies ist die erste Predigt des Gemeinschaftsgebets zum großen Bairam im Jahre 1429 n. H. / 9.12.2008.

  2. Diese beiden Traditionen werden in dem Buch Tafsir al-Mirzan, Exegese des Verses Nummer 45 der al-Ankabut-Sure von Allamah al-Tabatabai erwähnt

  3. 'Allamah al-Majlisi, Bihar al-Anwar, 79:198.

  4. Nahj al-Balaghah, Aphorismus Nr. 81.

  5. 'Allamah al-Majlisi, Bihar al-Anwar 90:299, H. 31.

  6. Al-Sahifah al-Sajjadiyyah, Gebet Nr. 45.

  7. Şeyh al-Kulayni, al-Kafi 2:470, H.7.

  8. Al-Hurr al-'Amili, Wasa'il al-Shi'ah 4:1083, H.1.

  9. Şeyh al-Kulayni, al-Kafi 2:466, H.1.

  10. Ebd., 2:468, H.8.

  11. Şeyh el-Tebrizi, Makarim al-Akhlaq, pp. 270

  12. Şeyh al-Kulayni, al-Kafi2:469, H.3.

  13. Al-Miraza al-Nuri, Mustadrak al-Wasa'il, 2:84, H.1482.

  14. 'Allamah al-Majlisi, Bihar al-Anwar 90:293, H.22.

  15. Al-Mansur, der zweiter Herrscher der Abbasiden-Dynastie wurde wegen seines extremen Geizes al-Dawaniqi genannt. Das arabische Wort dawaniqi ist die Plural-Form von danaq, einer sehr kleinen Geldeinheit (Anmerkung des Übersetzers)

  16. Al-Mirza al-Nuri, Mustadrak al-Wasa'il 5:176 H. 5606>

  17. Seyyid al-Borujerdi, Jami' Ahadith al-Shi'ah 15:188, H.5.

  18. Şeyh al-Kulayni, al-Kafi 2:469, H.1.

  19. İbn Shu'bah al-Harrani, Tuhaf al-'Uqul, pp. 114.

  20. Şeyh al-Kulayni, al-Kafi 2:686, H.8.

  21. Şeyh al-Saduq, al-Khisal, pp. 420.


  22. Der heilige Prophet soll folgendes gesagt haben: „Derjenige, der ein obligatorisches Gebet verrichtet, dem wird von Gott  die Beantwortung eines seiner Bittgebete gewährt.“ [Shaykh al-Saduq, Uyun Akbar al-Rida 1:32, H. 22.]


  23. Imam al-Sadiq soll folgendes gesagt haben: „Gott der Allmächtige wird kein Gebet beantworten, das verrichtet wird, während das Herz abgelenkt ist; deshalb muss euer Herz anwesend sein, wenn ihr zu Ihm betet. Nur dann könnt ihr euch einer Antwort sicher sein.“ [Shaykh al-Kulayni, al-Kafi, 2:473]


  24. Mittels einer gültigen Autoritätenkette berichtet Shaykh al-Kulayni in seinem Buch al-Kafi von Ahmad ibn Muhammad ibn Abi Nasr, der folgendes gesagt haben soll: „Eines Tages besuchte ich (Imam) Abu ´l Hasan Musa ibn Ja ´far al-Khazim und sagte zu ihm: „Möge Allah mich als Loskauf für dich akzeptieren! Ich flehe Gott seit mehr als einem Jahr an, damit die er mir ein Ersuchen gewährt. Da sich die Antwort aber verspätet hat, fühle ich mich diesbezüglich etwas unwohl.“

  25. Der Imam antwortete: „Oh Ahmad, gib Acht, so dass Satan keinen Weg zu dir findet und dich dazu bringt, deine Hoffnung zu verlieren! Abu-Ja ´far (al-Baqir) – Gott segne ihn – sagte immer: „Manchmal kommt es vor, dass ein Gläubiger Gott um etwas bittet, Gott aber Seine Antwort verspäteten lässt. Der Grund dafür ist, dass Gott die Stimme Seines geliebten Gläubigen hören will, der ihn anfleht.“ Bei Gott schwöre ich, dass Er Seinen Gläubigen niemals verspätet antwortet, wenn sie Ihn um weltliche Dinge bitten, die besser für sie sein könnten als das, was Er ihnen bereits gab. Was ist der Wert dieser Welt? Abu Ja ´far sagte immer: „Von einem Gläubigen wird erwartet, dass  er Gott in Zeiten des Reichtums ebenso anbetet wie in Zeiten der Not. Also darf er in guten Zeiten nicht weniger beten.“ Deshalb solltest du des Betens niemals müde werden, denn das Gebet genießt bei Gott einen beträchtlichen Wert. Ähnlich solltest du dich auch an die Geduld halten, ehrliche Gewinne suchen und gute Beziehungen zu deinen Verwandten haben. Außerdem solltest du darauf achten, dich den Leuten gegenüber nicht unverschämt zu verhalten, denn wir, das Ahl al-Bayt bleiben immer in guten Beziehungen zu denen, die ihre Beziehungen zu uns abbrechen und wir verhalten uns denen gegenüber, die uns schlecht behandelten, immer gut. Dadurch erwarten wir nur gute Ergebnisse. Das schwöre ich bei Gott. Wenn den reichen Menschen in dieser Welt das gegeben wird, worum sie gebetet haben, so werden sie um andere Dinge beten, die sie nicht brauchen. Schließlich werden sie dem Reichtum, den sie bereits besitzen, keine Beachtung schenken, und zwar so sehr, dass nicht sie sättigen kann. Wenn einem Muslim reiche Gnade zukommt, dann werden seine Pflichten aufgrund dieser Gnade steigen. Aber dann wird es ihm egal sein, wenn er in diesem Test durch fällt. Wenn ich dir etwas sage, wirst du es vertrauenswürdig von mir akzeptieren?“ Abu Nasr antwortete: „Natürlich werde ich das. Möge Gott mich als Loskauf für dich akzeptieren! Wenn ich mein Vertrauen nicht in dich stecke, während du doch Gottes Argument gegen Seine Kreaturen bist, wem könnte ich sonst trauen?“ Der Imam sagte: „Dennoch solltest du Gott, dem Allmächtigen mehr vertrauen als irgendjemand sonst, schließlich hat Er ein Versprechen an dich (nämlich, dass Er deine Bittgebete beantwortet). Er, der Allmächtige und Majestätische, sagt nicht nur: „Wenn meine Diener dich nach mir fragen, dann bin ich natürlich sehr nah. Ich erhöre das Gebet des Betenden, wenn er mich anruft (2/186).“ Er sagt auch: „Verzweifle nicht und vertraue auf die Barmherzigkeit Allahs (39/53).“ Und Er sagt auch: „Allah verspricht dir Seine Vergebung und Reichtum (2/268).“ Deshalb traue Gott, dem Allmächtigen mehr als irgendjemand sonst. Fühlt in euch Ihm gegenüber nichts als Gutes, denn euch wird vergeben werden.“ [Shaykh al-Kulayni, al-Kafi 2:448, H.1.]

  26. Der heilige Prophet soll folgendes gesagt haben: „Wann immer jemand ein Bittgebet spricht, lässt ihm sein Gebet allgemein aussprechen, denn dies macht die Verantwortung erreichbar.“ Imam al-Sadiq soll folgendes gesagt haben: „Die Gebete einer Person, der 40 seiner Glaubensgeschwister sich selbst vorzieht und zuerst für sie und dann für sich selbst betet, werden für die 40 Glaubensbrüder und für die betende Person akzeptiert werden.“ Der heilige Prophet soll folgendes gesagt haben: „Jede gläubige Person, die für die gläubigen Menschen, ob männlich oder weiblich, betet, wird von Gott eine Belohnung erhalten, die gleichviel wert ist wie all die Belohnungen zusammen für die Gebete, die die Menschen seit dem Beginn der Zeit aussprachen und die sie bis zum Tag des Jüngsten Gerichts noch aussprechen werden. Ein Diener wird zum Feuer bestellt und gezogen werden, aber all die gläubigen Menschen, männliche und weibliche, werden sagen: „Oh Herr, dieser Person hat für uns gebetet! Bitte akzeptiere unser Eintreten für diese Person.“ Schließlich wird Gott ihr Eintreten akzeptieren und die Person wird gerettet sein.“


  27. Es wird berichtet, dass Gott, der Allmächtige durch die Offenbarung zum Propheten Moses sagte: „Oh Moses, bete zu mir in einer Sprache, in der du mir noch nicht ungehorsam warst.“ - „Wie kann ich das tun?“ fragte Moses. Der Herr gab ihm folgende Anweisung: „Du kannst zu mir durch die Sprache anderer beten.“ [Allamah al-Majlisi, Bihar al-Anwar, 90:390, H.22.]


  28. Innerhalb seines Anweisung gebenden Testaments soll der heilige Prophet zu Imam Ali folgendes gesagt habe: „Oh Ali, die Gebete von vier Klassen werden niemals abgelehnt: gerechte Herrscher; Väter, die für ihre Söhne beten; Menschen, die privat für ihre Glaubensbrüder beten und die Unterdrückten. Der Majestätische und Ehrenvolle Gott sagt: „Ich schwöre bei meiner Ehre und bei meinem Majestätssein, dass ich eure Rache nehmen werde (die Unterdrückten ansprechend), wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.“ [Shaykh al-Saduq, al-Khisal, pp.197]


  29. Das Tasbih al-Zahra ist eine berühmte Litanei, die 100 Gott preisende Wörter umfasst. Die einfachste und denkbarste Form ist es, allahu akbar ( „Allah ist der Größte“) 34 Mal, alhamdu lillah („Allah möge gepriesen sein“) 33 Mal und subhanallah („Ehre sei Allah“) 33 Mal aufzusagen. Weitere Details über diese Litanei können in Büchern über rituelle Taten, vor allem in Shaykh Abbas al-Qummis berühmtem Buch Mafatih al-Jinan  gefunden werden [Anmerkung des Übersetzers]


  30. Dies ist ein Teil des Bittgebets von al-Sahifah al-Sajjadiyyah.
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